Mi., 04.09.2019

Verhalten des Bürgermeisters zum Thema Klimapark bleibt in der Diskussion Alleingang oder abgestimmte Aktion?

Prominenten Besuch gibt es im Klimapark regelmäßig. Im Jahr 2011 ist es der damalige Umweltminister Peter Altmaier (links).

Prominenten Besuch gibt es im Klimapark regelmäßig. Im Jahr 2011 ist es der damalige Umweltminister Peter Altmaier (links).

Von Stefan Lind

Rietberg (WB). Die vorgeschlagene Überplanung des Klimaparkgeländes – ist das ein mit allen Beteiligten abgestimmter Prozess oder ein unverständlicher Alleingang des Bürgermeisters?

Auch Wochen, nachdem sich Andreas Sunder mit seiner Idee erstmals an die Öffentlichkeit gewandt hat, dort unter anderem Wohnbebauung anzusiedeln, gehen die

Bürgermeister Andreas Sunder. Foto: Stefan Lind

Meinungen über seine Vorgehensweise weit auseinander; übrigens auch zu der Frage, ob es sinnvoll ist, eine Sondersitzung des Umwelt- und Klimaausschusses anzusetzen.

Geht es nach dem Ausschussvorsitzenden Wenzel Schwienheer (CDU), ist das dringend notwendig: »Ich kritisiere, dass die Entscheidungsfindung zur Klimapark-Schließung an den politischen Gremien vorbei gefällt worden ist; am bestehenden Klimabeirat und am Umwelt- und Klimaausschuss. Es ist nicht glücklich, dass die Mitglieder dieser Gremien über eine Pressemitteilung und damit über die Medien informiert wurden.« Auch er habe Ideen, wie der Klimapark neu belebt werden könne. Die Sondersitzung findet am Mittwoch, 11. September, um 18 Uhr im Ratssaal des Progymnasiums statt.

Auf der Tagesordnung wird dann unter anderem ein Antrag der SPD-Fraktion stehen. Darin wird beispielsweise gefordert, den Gartenschaupark als verbindendes Element zwischen Rietberg und Neuenkirchen zu erhalten, bei einer Neuplanung den Namen Klimapark zu behalten, interessierte Kooperationspartner bei ihren Projekten zu unterstützen sowie frei werdende Flächen nachhaltig und ökologisch zeitgemäß zu bepflanzen. »Rietberg als Klimagemeinde sollte weiterhin Wert darauf legen, vorbildlich in allen Belangen des Klimaschutzes zu sein«, betont SPD-Fraktionssprecher Gerd Muhle.

»Unüberlegt und selbstherrlich«

In der Sitzung werden sich ungewöhnliche Koalitionen bilden, denn FDP-Ratsherr Professor Dr. Manfred Niewiarra hat bereits angekündigt, den Vorstoß der SPD unterstützen zu wollen: »Für vernunftbegabte Lösungen sind wir immer zu haben«, sagte er im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Er sei erschrocken und verärgert über die Art und Weise, wie An­dreas Sunder das Verfahren vorantreibe, »das ist unüberlegt und selbstherrlich.« Die Sondersitzung sei wichtig, »ich erwarte dort Aufklärung über die Willensbildung des Bürgermeisters.« Die CDU-Fraktion hat ebenfalls einen Antrag in Vorbereitung, der Text dazu liegt aber noch nicht vor. »In diesem Zusammenhang sprechen wir gerade mit anderen Parteien, ob wir diese Ideen nicht gemeinschaftlich vorbringen können«, erläutert Fraktionschef Marco Talarico.

»Mit uns hat noch niemand Kontakt aufgenommen«, kommentiert Jürgen Don von der FWG. Er ist der Meinung, die ganze aufgeregte Diskussion um eine mögliche Schließung des Klimaparks sei an den Haaren herbei gezogen: »Ich habe das so nie verstanden, deshalb hat sich die FWG auch bisher noch nicht öffentlich geäußert.« Klar sei, dass der Klimapark nicht komplett wegfallen oder geschlossen werden solle. Es gehe um neue Konzepte, das habe Andreas Sunder stets deutlich gemacht. In seiner jetzigen Form sei das Gelände nicht zukunftsweisend.

Kritik am Stadtoberhaupt, nicht angemessen über seine Pläne informiert worden zu sein, kommt auch von Projektpartnern aus dem Klimapark. Eva Schwenzfeier-Hellkamp, Professorin an der FH Bielefeld, die seit rund zehn Jahren involviert ist, stellt gegenüber dem Stadtmagazin »Der Rietberger« fest: »Mit mir hat niemand gesprochen.« Die FH habe wegen der Inaktualität zuletzt den Park nicht mehr wirklich nutzen können, habe aber mit den Studenten auch schon einmal Verbesserungsvorschläge eingereicht. Es habe in jüngerer Zeit ein Motivator mit Herzblut gefehlt, der den Zusammenhalt der verbliebenen Projektpartner stärke. Die FH sei aber weiter mit im Boot.

Aktuell sind Belebungsvorschläge auch vom Förderverein des Gartenschauparks gekommen. Man sei interessiert an der Beibehaltung eines zu modernisierenden Geländes, so Vorstandsmitglied Dirk Ehlers.

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