Fr., 06.09.2019

Warum das Konzept des Klimaparks aus der Sicht des Bürgermeisters gescheitert ist Auch 20 Gespräche führen nicht weiter

Gespräche mit den Projektpartnern habe es viele gegeben, betont Bürgermeister Andreas Sunder. Sämtliche Bemühungen, den Klimapark zu beleben, seien aber gescheitert.

Gespräche mit den Projektpartnern habe es viele gegeben, betont Bürgermeister Andreas Sunder. Sämtliche Bemühungen, den Klimapark zu beleben, seien aber gescheitert. Foto: Stefan Lind

Von Stefan Lind

Rietberg (WB). Bürgermeister Andreas Sunder tritt vehement dem in Teilen der Öffentlichkeit entstandenen Eindruck entgegen, er habe über die Zukunft des Rietberger Klimaparks im Alleingang entschieden. Die »umfangreichen Bemühungen« der Stadt und der Gartenschaupark GmbH in Sachen Klimapark hätten sich in den vergangenen zehn Monaten allein in zwanzig unterschiedlichen Gesprächsterminen niedergeschlagen.

Kern dieser Gespräche sei gewesen, dass es ein »weiter so« nicht mehr geben könne und dürfe, so der Bürgermeister. Sämtliche Bemühungen, den Klimapark zu beleben, seien gescheitert. Das geht aus den Unterlagen hervor, die Sunder für die Sitzung des Umwelt- und Klimaausschusses am kommenden Mittwoch vorgelegt hat (siehe Info-Kasten). Darin wird er auch wesentlich konkreter als bisher, welche Gründe in seinen Augen zu den »erheblichen Funktions- und Attraktivitätsverlusten« geführt haben.

Ein Hauptgrund des Scheiterns sei bereits in der Geschäftsgrundlage zu sehen: »Mit den Projektpartnern wurden lediglich unbestimmte, weich formulierte Gestattungsverträge zur Inanspruchnahme des Areals getroffen. Eine Vereinbarung über Art und Umfang der einzelnen Beiträge (Präsenzzeiten, Kostenbeiträge für den Unterhalt etc.) wurde nicht getroffen. Auch sehen die Vertragswerke keinerlei Regelungen im Falle einer Aufgabe des Projektbeitrags vor.«

»Organisationsführung fehlt«

Hinzu komme, so Sunder weiter, dass es dem Park seit Betriebsbeginn an einer verbindlich geregelten Organisationsführung gefehlt habe. So gebe es beispielsweise keinerlei Vereinbarung, »welcher Partner zum Beispiel eine Richtlinienkompetenz (wie beispielsweise die Vorgabe pädagogischer und didaktischer Konzepte) ausübt.« Zwar habe es von Seiten der Stadt und der Gartenschaupark GmbH viele Vorschläge zur Attraktivitätssteigerung gegeben. »Diese konnten jedoch teilweise gar nicht umgesetzt werden, da letztendlich jeder Projektpartner eigenverantwortlich entscheidet.« Auch habe es dem Klimapark an einer soliden finanziellen und personellen Grundausstattung gefehlt, die unter anderem eine pädagogische Arbeit ermöglicht hätte, wie es für einen Klimapark als Innovationsstandort notwendig gewesen wäre.

Insofern betrachtet der Bürgermeister eine städtebauliche Rahmenplanung als folgerichtig. Um für den Bereich zwischen Westerwieher Straße, Markenstraße, alte Bahntrasse und bestehender Bebauung im Baugebiet Stennerland eine sinnvolle Weiterentwicklung zu ermöglichen, sei ein Stadtplanungsbüro aus Rheda-Wiedenbrück mit der Erstellung eines Rahmenkonzepts beauftragt worden. Dem gegenüber stehen aber Anträge der SPD sowie von CDU, FDP und Bündnisgrünen gemeinsam, die sich für eine Überarbeitung und Fortführung des Klimapark-Konzepts einsetzen.

Infos an Ort und Stelle

Wer sich in den kommenden Tagen über den Klimapark informieren möchte, hat gleich mehrfach Gelegenheit dazu. Die FWG Rietberg lädt alle Bürger zu einer offenen Fraktionssitzung am Montag, 9. September, um 19 Uhr in den Klimapark Rietberg ein. »Interessierte können sich direkt vor Ort ein Bild vom aktuellen Zustand der Projektbeiträge und der gesamten Anlage machen«, heißt es in der Einladung. Außerdem wollen die Lokalpolitiker der Freien Wählergemeinschaft mit Bürgern ins Gespräch kommen, um Ideen und Anregungen aufzugreifen und gemeinsam über alternative Nutzungsmöglichkeiten zu diskutieren.

Vor der Sitzung des Umwelt- und Klimaausschusses, die am kommenden Mittwoch, 11. September, um 18 Uhr im Ratssaal des Progymnasiums beginnt, sind um 17 Uhr alle Interessierten im Namen der Stadtverwaltung zu einer Besichtigung des Klimaparks eingeladen. Treffpunkt ist der Eingang Gallenweg. Dort steht auch eine begrenzte Anzahl Pkw-Parkplätze zur Verfügung.

 

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