Sa., 07.09.2019

Kooperation zwischen Gesamt- und Martinschule hat sich nach einem Jahr bewährt Bürokratie bleibt draußen

Achim Röser (von links), André Müller, Dr. Barbara Möllers und Frank Wedekind bilanzieren ein gutes erstes Jahr der offiziellen Kooperation zwischen Förder- und Gesamtschule. In diesem Schuljahr sollen auch die Schüler stärker eingezogen werden.

Achim Röser (von links), André Müller, Dr. Barbara Möllers und Frank Wedekind bilanzieren ein gutes erstes Jahr der offiziellen Kooperation zwischen Förder- und Gesamtschule. In diesem Schuljahr sollen auch die Schüler stärker eingezogen werden. Foto: Petra Blöß

Von Petra Blöß

Rietberg (WB). Von den jeweiligen Stärken profitieren, hinter die Kulissen schauen, gemeinsam Wege erarbeiten – das beinhaltet die Kooperation zwischen der Richard-von-Weizsäcker-Gesamtschule und der Martinschule als Fördereinrichtung. Vor einem Jahr sind die beiden heimischen Schulen offiziell eine Kooperation eingegangen, die auf Eigeninitiative beruht und mittlerweile Vorbildcharakter erreicht hat.

Bürokratie bleibt draußen, effektive Arbeit zum Wohl aller Schülerinnen und Schüler dagegen steht auf der Arbeitsliste ganz oben. »Die Zusammenarbeit soll die Idee des gemeinsamen Lernens und den Austausch zwischen nebeneinander existierenden Schulformen in besonderer Weise umsetzen«, heißt es in dem Papier, dessen Umsetzung seit Schuljahresbeginn 2018/19 vor allem für die Lehrerschaft manch neue Erfahrung bedeutet hat.

Gesamtschulrektor Frank Wedekind und Kollegin Dr. Barbara Möllers sowie Martinschul-Leiter André Müller und Stellvertreter Achim Röser stellten das Projekt jetzt vor. Es gehe grundsätzlich um passgenaue Angebote für Schüler mit und ohne Lernschwierigkeiten. Dabei lernten die Lehrkräfte die jeweils andere Schule kennen, indem sie dort Unterrichtsangebote oder pädagogische Angebote machen, so gibt es beispielsweise im Englischunterricht und nun auch im Fach Deutsch als Zweitsprache einen Austausch der Pädagogen.

Beratung auf Augenhöhe klappt

Achim Röser hielt im vergangenen Schuljahr schon Beratungsstunden in der Gesamtschule ab, »denn wir haben auch rund 30 Kinder mit unterschiedlichstem Förderbedarf bei uns«, so Frank Wedekind. Dabei gehe es keinesfalls darum, so das Quartett deutlich, »sich wechselweise Schüler zuzuschieben und deren Versetzung in die andere Schulform zu erwirken.« Barbara Möllers: »Wir können auf unbürokratischem Weg die individuell günstigsten Lernbedingungen für die Kinder finden.« Die Beratung auf Augenhöhe komme sehr gut an, attestiert Wedekind.

Und auch der Blick hinter die jeweiligen Kulissen biete viele positive Aspekte. Lehrer der eher kleinen Förderschule träfen in der Gesamtschule auf ein Kollegium von schon mehr als 80 »Paukern«, umgekehrt erführen die Lehrer der Gesamtschule, wie anders methodisch und inhaltlich die Ausrichtung für die Pädagogen in einer kleinen Einheit sei. Aus diesen Erfahrungen heraus würde beide Seiten Synergieeffekte nutzen.

War das erste Jahr noch eines des Ausprobierens und des sich Kennenlernens, so können jetzt auch die Kinder und Jugendlichen gut einbezogen werden. Angedacht ist wechselweiser Unterrichtsbesuch. Zudem gibt es in der Förderschule viele praxisnahe Arbeitsgemeinschaften, in die künftig die Gesamtschüler mit dem eher theoretischen Ausbildungsansatz involviert werden können. Im Bereich der Berufsorientierung will man ebenfalls noch enger kooperieren. Möglich macht auch das die Veränderung der Schulbeginnzeiten, die jetzt für beide Bildungseinrichtungen gleich sind.

»Wir unterstützen uns über formale Grenzen hinweg«, betonen die vier Pädagogen und gehen mit viel Optimismus an die zweite Stufe der Kooperation heran. Es werde weitere Ergänzungen geben, so im fachlich-inhaltlichen und im pädagogischen Bereich. Auch das Sozialverhalten sei ein Thema. André Müller: »Wir können nachhaltig Synergieeffekte gewinnen und, das führt zu einer weiteren Qualifikationsverbesserung.«

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