Do., 03.10.2019

Glasfaser in Neuenkirchen: neuer Anlauf nach Absprung von Helinet Stadt soll die Strippen ziehen

Nach dem Glasfaser-Rückzieher des privatwirtschaftlichen Anbieters Helinet soll nun die Stadtverwaltung die Fäden in die Hand nehmen. Zunächst gibt’s einen Prüfauftrag.

Nach dem Glasfaser-Rückzieher des privatwirtschaftlichen Anbieters Helinet soll nun die Stadtverwaltung die Fäden in die Hand nehmen. Zunächst gibt’s einen Prüfauftrag. Foto: dpa

Von Petra Blöß

Rietberg (WB). Die Neuenkirchener dürfen sich nun doch Hoffnung auf Glasfaser im Ort machen. Nachdem der erste privatwirtschaftliche Anlauf des Anbieters Helinet gescheitert war, soll nun die Stadt den Netzausbau ins Auge fassen.

Wie berichtet, hatte Helinet sich kürzlich wegen zu weniger Vertragsabschlüsse und somit geringer Rendite-Erwartung zurückgezogen. Als Antwort darauf hat der Stadtrat am Dienstag beschlossen, dass die Stadtverwaltung nun selbst Realisierungsmöglichkeiten für einen Ausbau der sogenannten passiven Breitbandinfrastruktur prüfen soll.

Die Ratsvertreter folgten auch dem Wunsch des Bürgermeisters, zur fachlichen Begleitung des Prüfungsprozesses auf ein »geeignetes Beratungsbüro« zurückgreifen zu können. Bis zu 50.000 Euro darf nach dem gefassten Beschluss diese Begleitung zunächst kosten.

Die Sache an sich war unstrittig, doch ganz ohne kritische Töne kam die Diskussion nicht aus. Dirk Bunger (CDU) sagte: »Ich bin enttäuscht von den Neuenkirchenern, die keine Verträge unterschrieben haben. Obwohl, ich bin mir auch nicht sicher, ob Helinet bei einer Quote von 40 Prozent tatsächlich ausgebaut hätte.« Man müsse auch klar sehen, »dass in Rietberg schon lange Zeit mit der Helinet gekaspert wurde und es hat sich schon abgezeichnet, dass die Helinet hier vielleicht nicht der richtige Partner ist. Ein solcher Prüfungsauftrag hätte schon viel eher erfolgen sollen.«

Bürgermeister Andreas Sunder wollte das so nicht stehen lassen: »Ich kenne kein konkretes Angebot einer Netzherstellung seitens eines anderen privatwirtschaftlichen Unternehmens, das in Neuenkirchen, Bokel oder sonstwo bauen wollte – außer einer Absichtserklärung in einem Zeitungsartikel.« Es bringe nichts, da etwas zu unterstellen, »wir haben immer an einen privatwirtschaftlichen Anbieter geglaubt. In Mastholte und Rietberg funktioniert es ja.«

Von einer »menschlichen Enttäuschung für Neuenkirchen nach all den vielen Versprechungen, die wir alle gehört haben« sprach CDU-Fraktionschef Marco Talarico. Fraktionskollege Dr. Christian Brockschnieder ergänzte: »Ich richte da auch einen Appell an alle Neuenkirchener, dass sie weiter daran glauben, dass die Glasfaser kommt.« Hans-Dieter Vormittag (Grüne) kommentierte den Wunsch nach externer Beratung: »Der Prüfauftrag ist intelligent und okay. Das Beste, was wir bei diesem Dilemma tun können.«

Bürgermeister Andreas Sunder und Vertreter aller Fraktionen dankten ausdrücklich einer Gruppe aus Neuenkirchen, die privat versucht hatte, unter anderem mit Garagentreffen samt Grillrunden für die nötige Anzahl an Vertragsunterschriften zu sorgen.

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