Sa., 12.10.2019

Mehr als 100 Fälle im vergangenen Jahr – Verwaltung soll Konzept erarbeiten Stadt sagt Müllsündern den Kampf an

Nein, das ist nicht das Gelände eines Reifenhändlers: Anfang März sind von Unbekannten etliche Reifen in einem Waldstück am Emssee in Rietberg abgeladen worden, um die Kosten für die Entsorgung zu sparen – nur ein Beispiel für illegale Müllentsorgung.

Nein, das ist nicht das Gelände eines Reifenhändlers: Anfang März sind von Unbekannten etliche Reifen in einem Waldstück am Emssee in Rietberg abgeladen worden, um die Kosten für die Entsorgung zu sparen – nur ein Beispiel für illegale Müllentsorgung.

Von Stefan Lind

Rietberg (WB). Die Stadt Rietberg will noch konsequenter als bisher gegen illegale Müllablagerungen vorgehen. Die Mitglieder des Umwelt- und Klimaausschusses haben jetzt die Verwaltung beauftragt, ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten.

Über vier besonders eklatante Fälle berichtete die Pressestelle der Stadt im April dieses Jahres. Innerhalb weniger Tage waren an mehreren Stellen im Stadtgebiet insgesamt mehr als 300 Altreifen illegal entsorgt worden. Betroffen waren der Birkendamm in Rietberg, der Bereich Feldkamp in Mastholte, ein Waldstück am Emssee in Rietberg und die Straße Zur Flammenmühle in Bokel.

Der Bauhof hat die Fälle illegaler Müllentsorgung in den vergangenen Jahren dokumentiert. Aus den Zahlen, die die Verwaltung vorlegte, lässt sich ein drastischer Aufwärtstrend erkennen. Waren es 2010 noch 33 Einsätze für die städtischen Mitarbeiter, schnellte die Zahl 2016 auf 98 und im Folgejahr sogar auf 147 in die Höhe. 2018 gab es einen Rückgang auf 103 Einsätze. In den vergangenen drei Jahren schlugen diese Zahlen jeweils mit mehr als 10.000 Euro für Personal- und Sachkosten zu Buche.

Um bei den Autoreifen als Beispiel zu bleiben: Die fachgerechte Entsorgung ist kostspielig. Der Verdacht, dass sich jemand diese Kosten sparen möchte, liege nahe, betonte Stadtsprecherin Nina Ackfeld im April. Und weiter: »Ab einer gewissen Menge Reifen kommen schnell vierstellige Summen zusammen, die im Zweifel der Steuerzahler zu übernehmen hat, sofern die Reifen in öffentlichem Raum abgeladen worden sind.«

Illegale Müllablageplätze entstehen immer dort, so die Beobachtung der städtischen Mitarbeiter, wo wenig Sozialkontrolle bestehe. Beliebte Bereiche bei Umweltsündern seien die Seitenbereiche am Herrenbruch, Birkendamm, an der Dammstraße und die privaten Waldflächen am Emssee, zudem häufig Wirtschaftswege, an denen niemand wohne.

Müllsammelaktion am 21. März 2020

Die Ermittlung der Verursacher gestalte sich im Regelfall als schwierig, heißt es aus dem Rathaus. Es sei wichtig, Beweise zu haben. Aber: »Bei im Müll zu findenden Adressen mag der Rückschluss auf den Verursacher gedanklich möglich sein. Wenn der betroffene nicht freiwillig zugibt, die Handlung gegangen zu haben und es keine Zeugen gibt, ist die Beweislast schwierig.« Abgearbeitet werden könnten höchstens zwei bis drei Fälle pro Jahr.

Was also tun? Aus der Verwaltung kommt der Hinweis, die Bürger zu stärkerer Mitarbeit anzuhalten: »Die Beobachtungen von Spaziergängern und Anliegern sind, wenn sie zurückgemeldet werden, oftmals sehr hilfreich.« Ulla Ecks (SPD) ergänzte in der Diskussion den Vorschlag, eine Belohnung für hilfreiche Hinweise auszusetzen. Sie brachte auch ins Gespräch, mehrsprachige Flyer zu drucken, um auf diese Weise Bevölkerungskreise zu erreichen, die sich noch nicht intensiv mit der Müllproblematik beschäftigt hätten.

Josef Beermann erklärte für die FWG, die den ursprünglichen Antrag gestellt hatte, seine Fraktion habe sich vorgestellt, das Konzept zur Müllvermeidung im Ausschuss und nicht von der Verwaltung erarbeiten zu lassen. In Teilen der CDU-Fraktion gab es Bedenken, ob so ein Konzept überhaupt greifbare Resultate erzielen könne. »Durchaus«, entgegnete Beigeordneter Andreas Göke. Die Anregungen aus der Politik werde man auf jeden Fall aufgreifen. Die Sensibilisierung für das Thema müsse schon in Kindergärten und Schulen beginnen. Klimaschutzmanagerin Svenja Schröder verwies auf die Müllsammelaktion der Stadt zusammen mit dem Hegering am Samstag, 21. März, im kommenden Jahr. Auch damit lasse sich gut auf das Thema aufmerksam machen. Der Ausschuss entschied sich schließlich bei drei Einhaltungen, die Verwaltung mit der Erstellung eines Konzepts zu beauftragen.

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