Do., 07.11.2019

Wegekreuz in Druffel betroffen – Eigentümer erstatten Anzeige Christusfigur brachial zerstört

Unbekannte Täter haben vor wenigen Tagen diese Christusfigur an einem Wegekreuz in Druffel zerstört. Offenbar mit einer Brechstange trennten sie den unteren Teil ab. Er ist seitdem verschwunden. Wer Angaben zu der Tat machen kann, sollte sich bei der Polizei melden.

Unbekannte Täter haben vor wenigen Tagen diese Christusfigur an einem Wegekreuz in Druffel zerstört. Offenbar mit einer Brechstange trennten sie den unteren Teil ab. Er ist seitdem verschwunden. Wer Angaben zu der Tat machen kann, sollte sich bei der Polizei melden. Foto: Petra Blöß

Von Petra Blöß und Stefan Lind

Rietberg-Druffel (WB). Ist es ein Dumme-Jungen-Streich oder eine gezielte Aktion? Die Aufregung ist auf jeden Fall groß in Druffel und darüber hinaus, denn Unbekannte haben vor wenigen Tagen die Christusfigur an einem Wegekreuz brutal zerstört.

Einer Spaziergängerin, die ihren Hund ausführte, war der Akt blinder Zerstörungswut zuerst aufgefallen. Sie benachrichtigte die Eigentümer des anliegenden Hofes. Diese zeigten sich zutiefst schockiert und erstatteten Anzeige bei der Polizei, zumal das Kreuz nicht zum ersten Mal Ziel eines Angriffes gewesen ist. Erst unlängst sei mit Steinen auf die Figur des gekreuzigten Jesus Christus geworfen worden, Beschädigungen sind an dem noch erhaltenen oberen Teil des Kunstwerkes deutlich zu erkennen. Die Steine sind mittlerweile weggeräumt worden, doch das hat nicht geholfen.

Auffällig ist: Die Stelle liegt weder direkt an einer Straße noch ist sie problemlos einsehbar. Wer dort hin gelangen will, muss zu Fuß gehen oder sich aufs Fahrrad setzen. Am Wegekreuz führt ein gern genutzter Radweg vorbei; außerdem, so erzählt man es sich in Druffel, sei der Bereich seit vielen Jahren und Jahrzehnten schon Treffpunkt der Dorfjugend. Früher stand dort ein Heiligenhäuschen, das ebenfalls nicht unbehelligt blieb. Unbekannte warfen die Fensterscheiben ein. Das Wegekreuz ist seit gut zehn Jahren dort zu finden.

»Menschen ohne Gewissen«

Das Stadtmagazin »Der Rietberger« hatte den Vorfall zunächst auf seiner Facebook-Seite publik gemacht, was umgehend zu einer intensiven Diskussion in dem sozialen Netzwerk führte. »Unfassbar«, hieß es in den Kommentaren, oder: »Leider gibt es Menschen ohne Gewissen.« Eine andere Leserin stellte fest: »Das ist ja wohl das letzte. Haben die denn vor nichts mehr Respekt? Sowas macht mich echt wütend.«

Aufgeworfen wurde die Frage, ob womöglich ein Fall von Materialermüdung vorliege. Das können sich die Hofeigentümer angesichts des massiven Materials, aus dem die Christusfigur gefertigt wurde, nicht vorstellen. Sie mutmaßen, dass jemand mit einer Brechstange zu Werk gegangen sein muss. Auffallend ist auch, dass das abgebrochene untere Teilstück verschwunden ist. Es muss also jemand mitgenommen haben. Wer Angaben zu der Tat oder den Tätern machen kann, sollte sich mit der Polizei in Gütersloh unter Tel. 05241/8690 in Verbindung setzen.

Dass christliche Symbole im öffentlichen Leben attackiert werden, ist mittlerweile keine Seltenheit mehr. Erst im Oktober gelang es der Polizei im bayerischen Landkreis Donau-Ried, einen 36-jährigen Mann festzunehmen, der zunächst versucht hatte, das Kruzifix an einem Kriegerdenkmal mit einer Motorsäge zu zerstören. Als er bemerkt wurde, verschwand er und sägte wenig später an einem Feldkreuz beide Arme einer Jesus-Figur ab. Die ermittelnden Beamten gehen davon aus, dass er noch für weitere Sachbeschädigungen verantwortlich ist.

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