Mo., 16.12.2019

Nach 40 Jahren: Jürgen Don (FWG) zieht sich aus gesundheitlichen Gründen zurück Abschied von der Politik

Bürgermeister Andreas Sunder (Mitte) würdigt Jürgen Don (FWG, links) für dessen 40-jähriges Engagement im Rietberger Rat. Mit dabei: Gerd Muhle von der SPD, ebenfalls seit vier Jahrzehnten ein Aktivposten in der Kommunalpolitik der Stadt.

Bürgermeister Andreas Sunder (Mitte) würdigt Jürgen Don (FWG, links) für dessen 40-jähriges Engagement im Rietberger Rat. Mit dabei: Gerd Muhle von der SPD, ebenfalls seit vier Jahrzehnten ein Aktivposten in der Kommunalpolitik der Stadt.

Von Stefan Lind

Rietberg (WB). Mit großen Worten sollte man ja vorsichtig sein, in diesem Fall aber sind sie angebracht: Kurz vor Weihnachten ist in Rietberg eine Ära zu Ende gegangen. Nach 40 Jahren in der Kommunalpolitik hat sich Jürgen Don im Rahmen der jüngsten Ratssitzung aus gesundheitlichen Gründen von allen Ämtern verabschiedet. Allein 30 Jahre hatte er als Vorsitzender die Fraktion der Freien Wähler angeführt (siehe Info-Kasten).

Damit ist für Don zumindest ein bisschen früher Schluss als geplant: „Ursprünglich hatte ich vorgehabt, bis zum Ende der Legislaturperiode dabei zu bleiben“, sagt er am Montag im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. „Dann wäre für mich ohnehin alles vorbei gewesen.“ Die Kommunalwahl ist am 13. September 2020. Zu diesem Zeitpunkt wäre Don 41 Jahre in der Kommunalpolitik tätig gewesen, „dann sind es also jetzt nur 40.“ Allerdings: „Ich bin schon traurig, dass es so gekommen ist“, räumt Don ein. „Denn ich habe das immer sehr gern gemacht.“

Und mit Erfolg, das steht fest. Rietberg habe sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sehr positiv entwickelt, stellt der 69-Jährige fest. In der persönlichen Rückschau fällt Jürgen Don als erstes die Landesgartenschau 2008 ein, „das war ein ganz besonderer Höhepunkt“, dann als zweites gleich die Wahl seines FWG-Mitstreiters Andreas Sunder zum Bürgermeister (2012 und erneut 2018), an dritter Stelle schließlich die Kommunalwahl 2014, als die sogenannte Bürgermeister-Mehrheit von FWG, SPD und Bündnisgrüne die langjährige politische Dominanz der CDU beendete: „Von da an konnte wir entscheidende Dinge anders gestalten.“

„In der Fraktion immer wohl gefühlt“

Nun war es aber nicht so, dass Don der vorausgegangen jahreslangen Oppositionsarbeit irgendwann überdrüssig geworden wäre: „Nein, die Lust ist mir nie vergangen.“ Er habe immer den Anreiz gespürt, zusammen mit den Freien Wählern Dinge anzustoßen und Ideen einzubringen, auch wenn das gegen den Willen der Christdemokraten so manches Mal schwierig gewesen sei. „In unserer Fraktion habe ich mich immer sehr wohl gefühlt, sicherlich auch deshalb, weil bei uns parteipolitisches Kalkül nie eine Rolle gespielt hat.“ Eine Sache hat ihn rückblickend aber schon geschmerzt: „Dass es uns nicht gelungen ist, ein City-Outlet nach Rietberg zu holen. Das tut mir auch heute noch leid.“ Was die anstehende Kommunalwahl angeht, ist er zuversichtlich: „Wir haben viele gute Leute und viele junge Leute in unseren Reihen.“

André Kückmann hat inzwischen das Ratsmandat von Jürgen Don übernommen. Der Nachfolger stammt aus Druffel, ist Landwirt und war bislang sachkundiger Bürger im Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss. Wer den Vorsitz der Fraktion übernimmt, soll im Januar entschieden werden. In der Zwischenzeit hat Dons Stellvertreter Josef Beermann die Verantwortung inne.

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