Westerwieher Kolping-Karneval: Jecken im Hühnerdorf verstehen ihr Handwerk
Leben, lachen, lästern

Rietberg-Westerwiehe (WB). Sie selbst sprechen von „unserem Dorfkarneval“ – und genau so lässt sich, im positiven Sinn, umschreiben, was die Westerwieher Kolping-Karnevalisten da traditionell kurz vor Sessionsende abziehen. Nonsens, Klamauk, Blödeleien, dazu die Tanzgarden – die Mischung passt.

Montag, 24.02.2020, 10:00 Uhr
Dirk Bunger und Ralf Holtkamp kalauern als Ackie und Ährwin zu allerlei Themen. Foto: Petra Blöß
Dirk Bunger und Ralf Holtkamp kalauern als Ackie und Ährwin zu allerlei Themen. Foto: Petra Blöß

Zwei ausverkaufte Sitzungen legten beredtes Zeugnis davon ab, dass auch die organisierten Jecken im Hühnerdorf ihr närrisches Handwerk bestens verstehen. Und dass der Blick durchaus auch klar über die Pappnasen hinausgeht. Während in der parallelen TV-Sitzung die Büttenfiguren des Messdieners und des Till vehement gegen rechtes Gedankengut wetterten, gab es auch im Saal Kreutzheide ein Statement.

Sitzungspräsident Philipp Isenborth erklärte zum Einstieg in die bunten Abende deutlich: „Auch wir trauern hier um die Opfer des Anschlags in Hanau. Und wir haben hier keinen Platz für Nazis!“ Ab dann folgte das bewährte Westerwieher Faschingskonzept. Dass die Kolpinger Nachwuchssorgen haben, diese gar in der Bütt, das lässt sich so wahrlich nicht behaupten. Denn mit „Bonzo” alias Elias Sandbothe und dem Quartett „Die Jungs vom Bau“ gab es gleich zwei Premieren im aufwendig dekorierten Saal, dem Anna und Maria Wiese sowie Huda al Amili ein tolles Bühnenbild verpasst haben.

Manch Anspielung auf die hohe Politik, manch Lästereien gegen die Stadtnachbarn, das gehörte neben vielen Witzen und Klauern einmal mehr dazu. Wie Bälle warfen sich die Sketchpartner Pointen zu. Fabse und Tüt etwa, Fabian Hartkamp und Daniel Stüker, hießen die „sieben tolerierten Gäste samt Anahng aus Rietberg” willkommen, eine Anspielung darauf, dass die Grafschaftler Karnevalisten in ihrer Proklamationssitzung den Nachbarvereinen jeweils nur sieben Eintrittskarten ermöglicht hatten. Ob Alltagsbetrachtungen auf dem Herrenklo, ob Erfahrungsaustausch unter Männern mit Ährwin und Ackie, ob das Aufeinandertreffen von gutem und schlechtem Gewissen, alles hatte seine Westerwiehe Note.

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