... dann ist Rosenmontagszug in Rietberg – 68 Einheiten sind dabei
Wenn sich 200 Schützen in Indianer verwandeln...

Rietberg (WB). Die Rietberger Jecken haben die neue Langsamkeit für sich entdeckt. Gaaaanz ganz gemächlich schiebt sich der Rosenmontagszug durch die Stadt, allein vom Startpunkt an der Westerwieher Straße bis zum historischen Rathaus braucht er fast eine halbe Stunde. Na ja, das liegt vor allem an den großen Themenwagen, die teilweise so üppig geraten sind, dass die Ordner ganz genau aufpassen müssen. Schließlich soll niemand zu Schaden kommen.

Montag, 24.02.2020, 21:04 Uhr aktualisiert: 24.02.2020, 21:08 Uhr
„Ob Politik oder bei Twitter – Pinocchios überall, das ist bitter“, reimen die Wagenbauer aus Varensell, die einen besonders originellen Themenwagen vorbereitet haben. Insgesamt 68 Einheiten sind in diesem Jahr beim Rosenmontagszug dabei. Foto: Stefan Lind
„Ob Politik oder bei Twitter – Pinocchios überall, das ist bitter“, reimen die Wagenbauer aus Varensell, die einen besonders originellen Themenwagen vorbereitet haben. Insgesamt 68 Einheiten sind in diesem Jahr beim Rosenmontagszug dabei. Foto: Stefan Lind

 

68 Gruppen hat der Romozu, Musikgruppen, und Tanzgarden eingeschlossen (allein die Grafschaftler stellen neun Einheiten, die Neuenkirchener sechs). Da ist dann das, was es neben dem „Fußvolk“ zu sehen gibt, ein wenig bescheiden, was die reine Anzahl angeht. Aber wie gesagt, die Themenwagen sind schon toll.

Zum Beispiel der von der Gruppe „Sprengstoffstübchen“, entstanden aus den Gruppen Brennholzstübchen und Sprengstoffkommando. 40 Erwachsene und Kinder erinnern an die Kinderserie um den bebrillten Doctor Snuggles. Sein Haus ist auf dem Wagen ebenso zu sehen wie die Wer-Wo-Was-Maschine und seine Rakete, die tatsächlich kräftig qualmend in die Höhe steigt.

André Kuper, Rietbergs Ex-Bürgermeister und jetzt Landtagspräsident, ist im Düsseldorfer Rosenmontagszug dabei – und trotzdem irgendwie auch in Rietberg. Denn 30 Nachbarn aus der Dasshorst­straße haben eine Wunderlampe gebaut, aus der er als Flaschengeist aufsteigt. Der gute Rat an Kupers Nachfolger Andreas Sunder lautet: „Die Rathausstraße ohne Plan, drum lasst noch mal den Kuper ran. Der zeigt euch dann, wie’s geht, hat’s ja auch mit der LGS gedreht.“ Die Rietberger Schützen präsentieren sich als 200 Indianer aus sieben Stämmen – mit die größte Gruppe, die der Zug seit Jahren gesehen hat. Einen echten Hingucker haben die Wagenbauer aus Varensell abgeliefert, die einen überdimensionalen Pinocchio als Marionette schweben lassen. So von wegen: lügen wie die Politiker...

Ja, ein paar Lästereien zu aktuellen Themen gibt es auch, beispielsweise über den Abschied von den Briten („was wird jetzt aus Fisch & Fritten?”) oder, auf lokaler Ebene, über den gescheiterten Glasfaserausbau in Neuenkirchen. Neu im Zug sind die Aktiven des Katten­strother Karnevals-Clubs mit einer großen Abordnung samt Prinzenpaar. Kleines Versäumnis des Bürgermeister: Für „seine“ Prinzessinnen hat er Blumensträuße parat, für die Regentin aus Gütersloh nicht. Na, das geht aber nicht...

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