Rietberg
Rietberger Jecken feiern meist friedlich 

Rietberg (sud) - Überwiegend friedlich haben die Rietberger Karneval gefeiert. „Es war ruhiger als in den Vorjahren“, sagte Katharina Felsch von der Kreispolizeibehörde Gütersloh. Einen 19-Jährigen mussten ihre Kollegen indes aus einem Festzelt abführen, nachdem er dort um sich geschlagen hatte.

Dienstag, 25.02.2020, 15:14 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 10:55 Uhr
Rietberg: Rietberger Jecken feiern meist friedlich 

Der Vorfall ereignete sich nach Auskunft von Polizeisprecherin Katharina Felsch am Rosenmontag um kurz vor 18 Uhr in der Rietberger Innenstadt. Der 19-Jährige habe unter dem Einfluss von Alkohol in einem der Zelte um sich geschlagen und dabei auch die herbeigeeilten Sicherheitskräfte verletzt. Den Polizeibeamten, denen er übergeben wurde, erging es nicht besser. „Der junge Mann schlug und beleidigte“, berichtete Katharina Felsch. „Nach der Entnahme einer Blutprobe verblieb er bis zur Ausnüchterung im Polizeigewahrsam.“ Gegen den 19-Jährigen wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Jugendliche sind schon vor den Umzügen angetrunken

Im gesamten Kreisgebiet kam es am Rosenmontag zu 19 Polizeieinsätzen mit Karnevalsbezug. Meistens waren Streitigkeiten unter den Feiernden der Grund. 17 Platzverweise mussten ausgesprochen werden. Fünf Personen nahm die Polizei vorübergehend in Gewahrsam. Auffällig gewesen sei, dass in den Karnevalshochburgen wie Rietberg und Rheda-Wiedenbrück bereits viele Jugendliche erheblich angetrunken in die Innenstädte gekommen seien, informierte die Kreispolizeibehörde. „Teilweise wurden sie im Rahmen der angekündigten Jugendschutzkontrollen zur Abgabe ihrer alkoholhaltigen Getränke aufgefordert.“ Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) berichtet von einem „recht ruhigen und friedlichen Karnevalsgeschehen“ in Rietberg.

An Altweiber habe man 58, am Rosenmontag 76 medizinische Hilfeleistungen registriert. Sechs beziehungsweise acht Patienten mussten nach der Vor-Ort-Behandlung in umliegende Krankenhäuser gebracht werden. Insgesamt wurden an den tollen Tagen vom DRK in Rietberg 29 Besucher wegen übermäßigen Alkoholkonsums behandelt. Zehn von ihnen waren minderjährig. Das Rote Kreuz war am Donnerstag mit 79, am Sonntag mit vier und am Montag mit 81 Kräften vor Ort. An Altweiber und Rosenmontag waren zudem jeweils zwei Notärzte im Einsatz. Die Helfer leisteten an allen drei Karnevalstagen fast 2000 ehrenamtliche Dienststunden ab. Unterstützt wurden die Rietberger DRK-Mitglieder von ihren Kollegen aus Augustdorf, Bielefeld, Gütersloh, Halle, Harsewinkel, Herford, Herzebrock-Clarholz, Langenberg, Lippstadt, Minden, Paderborn, Schloß Holte-Stukenbrock, Verl und Versmold.

18 Kubikmeter Abfall zu entfernen

Alle Hände voll zu tun hatte das Team des städtischen Bauhofs. Allerdings fällt ihre „Müllbilanz“ besser aus als in den Vorjahren. 18 Kubikmeter Abfall haben die Bauhof-Beschäftigten nach Auskunft der Rietberger Stadtverwaltung zwischen Altweiberdonnerstag und Dienstagmorgen eingesammelt und abgefahren – weniger als im Vorjahr. Damals waren noch 25 Kubikmeter Müll von den Feiernden hinterlassen worden. Bürgermeister Andreas Sunder dankte den Bauhof-Mitarbeitern für ihren Einsatz. „Das ist ein ganz wichtiger Job, der hier geleistet wird“, sagte er.

„Ohne die schnelle Reinigungstruppe könnten wir in Rietberg keinen Karneval feiern.“ Das Team hatte seine Aufräumarbeiten jeweils schon in den frühen Morgenstunden begonnen, damit die Innenstadt so schnell wie möglich wieder in vollem Glanz erstrahlte. Mit dem Verlauf der tollen Tage mehr als zufrieden zeigte sich am Dienstag Robert Junkerkalefeld. Der Präsident der Grafschaftler Karnevalsgesellschaft Rietberg (GKGR) sprach von „drei gelungenen Umzügen“, die jeweils mehrere tausend Zuschauer von den Straßenrändern aus verfolgt hätten. Auch in den Seitengassen abseits der Rathausstraße sowie entlang des neuen Streckenverlaufs hätten am Rosenmontag zahlreiche Schaulustige gestanden. „Das zeigt uns, dass sich die neue Route bewährt hat“, sagte Junkerkalefeld. Die vor vier Jahren geänderte Zugroute wolle man daher auf jeden Fall auch künftig beibehalten.

Familienzonen werden gut angenommen

Neu hinzugekommen ist der Schlenker über Anton-Pähler-, Bartscher- und Krumme Straße. Bei der evangelischen Kirche biegt der närrische Lindwurm dann nach links in die Müntestraße – und damit wieder in die historische Altstadt – ab. Die familienfreundliche Zone vor dem Radiogeschäft Biermann sei gut angenommen worden, bestätigte Junkerkalefeld. Viele Eltern hätten gemeinsam mit ihren Kindern von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, das Zuggeschehen in einem geschützten Rahmen zu verfolgen. Erstmals sei es gelungen, den Umzug auch vor Radio Biermann zu kommentieren, freute sich Junkerkalefeld. Die beiden Zugmoderatoren vom Nordtor, Marco Talarico und Manuel Kaiser, hätten dies übernommen. „Nachdem der Zug am Nordtor vorbeigezogen war, sind sie über den Wall zur Krummen Straße geeilt. Noch bevor die Zugspitze dort eintraf, standen sie an ihren Mikrofonen.“

 Die Zugführung am Rosenmontag hatten die Grafschaftler vor einigen Jahren geändert, um ein altbekanntes Problem zu beheben: „Als der Umzug noch ausschließlich durch die Rietberger Altstadt rollte, hat er sich oft selbst in den eigenen Schwanz gebissen“, drückt es Grafschaftler-Präsident Robert Junkerkalefeld etwas flapsig aus. Konkret meint er damit, dass die Zugspitze während des zweiten Durchlaufs durch die Stadt an einer Stelle auf die letzten Wagen und Fußgruppen des Zugendes traf. Ein längeres Stocken des närrischen Lindwurms war dann meistens die Folge.

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