Rietberg
Anreize sollen Ehrenamt versüßen

Rietberg (ssn) - Wenn es brennt, im Straßenverkehr kracht oder technische Hilfe benötigt wird, sind sie zur Stelle. Das gilt rund um die Uhr - und in Rietberg ehrenamtlich. Das Engagement der Freiwilligen Feuerwehr für die Sicherheit möchte die Stadt mit einem Anreizsystem stärken.

Mittwoch, 19.02.2020, 14:44 Uhr
Rietberg: Anreize sollen Ehrenamt versüßen

 Dafür hat sie sich nun vom Rat grünes Licht geholt. Aufgrund allgemeiner gesellschaftlicher Veränderungen werde es immer schwieriger, derart komplexe, zeitintensive und aufwendige Aufgaben wie die der Brandschützer über das Ehrenamt abzubilden, begründet die Verwaltung ihren Vorstoß. Um den guten Standard in der Stadt der schönen Giebel auch in Zukunft halten zu können, sollen die bestehenden Boni für Feuerwehrleute – dazu zählen etwa Eintrittskarten für das Freibad – auf den Prüfstand gestellt, mit anderen Kommunen verglichen und schließlich individuell weiterentwickelt werden. Das fertige Konzept wird der Politik zur finalen Abstimmung vorgelegt.

Ohne Personal geht es nicht

„Wenn wir ein solches Anreizsystem wollen, bedeutet dies auch einen gewissen Personalaufwand, um die Rechtssicherheit der Instrumente zu gewährleisten, sowie einen kleinen finanziellen Posten“, sagte Bürgermeister Andreas Sunder zum Einstieg in den Tagesordnungspunkt, wagte aber zugleich die Prognose: „Es wird nicht unbedingt einfacher werden, die Freiwilligkeit der Feuerwehr im bestehenden Maß zu erhalten.“ Damit stieß er auf breite Zustimmung bei den Ratsmitgliedern, die sich geschlossen hinter die Pläne der Verwaltung stellten.

Walter Schrewe (SPD) regte an, aktiven Mitgliedern Bonuspunkte bei der Vergabe städtischer Grundstücke einzuräumen. Außerdem sprach er sich dafür aus, das Anreizsystem auf andere freiwillige Hilfsdienste wie Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) auszuweiten. Ein Punkt, den auch FWG-Fraktionschef Josef Beermann unterstützte. Dirk Austermann (CDU) schlug vor, die attraktivitätssteigernden Maßnahmen mit einer Werbekampagne zu begleiten. „Wir sollten gezielt an Schulen herantreten“, meinte er. In diesem Kontext wies Sunder darauf hin, dass bereits gut funktionierende Kooperationen mit der Jugendfeuerwehr in Sachen Nachwuchsgewinnung sowie mit den Landesfeuerwehrverbänden angesichts Marketing bestehen.

Respektlosigkeit nimmt zu

Das Modell einer Kinderfeuerwehr brachte die Bündnisgrüne Gabriele Siepen ins Spiel. Ganz allgemein stellte SPD-Fraktionsvorsitzender Gerd Muhle heraus: „Wenn wir über ein Anreizsystem für die Freiwillige Feuerwehr reden, müssen wir auch zur Kenntnis nehmen, dass die Respektlosigkeiten gegenüber Ehrenamtlern – die früher eine große Akzeptanz genossen – stark zugenommen haben.“ Dieser bedenklichen Entwicklung müsse man sich mit allen zur Verfügung stehenden Mittel entgegenstemmen.

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