Mo., 17.02.2020

Rietberg Kinder feiern kunterbunten Nachmittag

Rietberg (wd) - So Grau in Grau die Innenhaut der Cultura auch sein mag: Die Kindersitzung der Grafschaftler Karnevalsgesellschaft Rietberg hat aus dem Theaterrund am Sonntag einen kunterbunten Tempel des Frohsinns gemacht.

Da vibrierte förmlich die Luft vor Erwartung, als die große Schar der fantasievoll kostümierten Gäste Platz nahm. Auf der Bühne genoss das noch amtierende Nachwuchsprinzenpaar Maximilian Tölle und Emilia Vertkersting seine letzten Minuten im Amt, währen seine Nachfolger Leon II. Jüttemeier und Emily I. Horstmann hinter den Kulissen nervös ihrer feierlichen Inthronisation entgegenfieberten.

Moderatorinnen wirbeln als „Sorgenfresser“ über die Bühne

Bis es aber soweit war, wurde den Jecken ein buntes Programm präsentiert. Die neu geformte Moderatorinnen-Quadriga wirbelte fröhlich als „Sorgenfresser“ über die Bühne. Maya Hanhardt, Mara Brockschnieder, Theresa Laukötter und Julia Kammermann steckten mit ihrer eigenen Begeisterung alle Steppkes umgehend an. Was die Vier da auch ankündigten: Alle Akteure ernteten Applaus satt – und immer wieder stiegen Raketen zur Belohnung.

Mit ihrem fulminanten Piratentanz legten die „Rieti-Funken“ eingangs die jecke Messlatte schon recht hoch. Eine mitreißende Show, bei der den jungen Seeräubern am Ende sogar eine Schatztruhe winkte. Als versierte Witze-Erzählerinnen erwiesen sich die fünf Büttenrednerinnen Johanna Otto mit Lara Borrmann sowie Sophia Hanhardt mit Chiara und Maya Oetter. Da wurde aus der Schule geplaudert („Wie war deine Klassenarbeit?“ – „Bis auf 27 Rechtschreibfehler habe ich alles richtig gemacht“) und über Probleme mit dem Smartphone berichtet („Beim Bäcker hatte ich neulich die Mehl-Box am Apparat. Und Spidermann hatte mal wieder kein Netz“).

Die „Turn-Mädels“, die zwar waschechte Rietbergerinnen sind, aber unter der Flagge der TSG Rheda trainieren, boten eine Kombination aus tänzerischen und akrobatischen Elementen. Ein Hingucker und noch dazu mit eigener Choreographie. Ein Hingucker waren auch die „Grafspatzen“, die einen Gardetanz hinlegten, bei dem die Mädchen wie an der gleichen Schnur gezogen synchron agierten.

Tanzgruppen begeistern mit tollen Auftritten

Viel tänzerisches Potenzial ließen ebenfalls die „Garde-Teenies“ erkennen. Als hätte es bei dem Kracher der Band „Brings“ überhaupt noch dazu bedurft, wedelten die Jungs der Mini-Prinzengarde am Ende ihres Auftritts mit Fähnchen, auf denen sie sich als „Kölsche Jungs“ zu erkennen gaben. Eine gelungene Reverenz an die Karnevalshochburg. Die Messdiener waren getreu dem Motto der Kindersitzung als Monster angekündigt, wirkten bei ihrer Mitmachnummer mit ihren Kopfbedeckungen allerdings eher wie Hühnchen. Einen Riesenspaß hatten trotzdem alle auf und vor der Bühne.

Vor ihrem ersten großen Auftritt hatten Leon Jüttemeier und Emily Horstmann arg mit ihrer Nervosität zu kämpfen. Da wollte das „Ten Dondria“ noch kein so recht donnerndes sein. Doch Präsident Robert Junkerkalefeld wusste zu trösten: „Wenn euch am Rosenmontag die Massen auf eurem Wagen zujubeln, ist das vergessen.“

„Es gibt fast nichts Schöneres als Ten Dondria Helau“

Leon (8) und Emily (9) wohnen im Ortsteil Neuenkirchen, wo beide die dritte Klasse der Grundschule besuchen. In seiner Freizeit turnt Leon, oder er schwimmt in den Reihen der DLRG. Seit kurzem gehört er auch dem Fanfarenzug Rietberg an, wo er Trompeter werden möchte. Damit tritt er in die Fußstapfen von Vater Klaus, der das Instrument im Westerwieher Musikverein spielt. Mutter Claudia hat Leon wohl ihre karnevalistischen Gene vererbt: Sie tanzte einst bei den „Mini-Entchen“, war 2010/11 Prinzessin, trainierte die „Turmfalken“ und engagiert sich im Bund Westfälischer Karneval.

Kinderprinzessin Emily zählt Turnen, Tanzen und Ballett zu ihren Hobbys. Mutter Nicole war früher bei den „Mini-Entchen“ aktiv, während Vater Frank lediglich bekennt, in seiner Freizeit „offen zu sein für alles, was Spaß macht“. Spaß werden Leon und Emily im neuen Amt auf jeden Fall haben. Als die Nervosität abgelegt war, betonten sie: „Es gibt fast nichts Schöneres als Ten Dondria Helau.“

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