Rietberg
Corona: Tokarevfest wird verschoben

Rietberg (ssn) - Das „Tokarevfest der Generationen“ wird verschoben. Als Grund führt die veranstaltende Klakör UG das sich ausbreitende Coronavirus an. „Die Lage ist nicht einschätzbar“, sagt Ralf Herold im Gespräch mit dieser Zeitung.

Freitag, 06.03.2020, 14:02 Uhr aktualisiert: 09.03.2020, 11:18 Uhr
Rietberg: Corona: Tokarevfest wird verschoben

Um Künstler, Besucher und Helfer zu schützen, habe man sich nun zu diesem Schritt entschlossen. Das Für und Wider habe man gründlich abgewägt, betont Herold, der die weltweite Entwicklung der Atemwegserkrankung seit Januar im Blick hat. Ausschlaggebend sei letztlich die internationale Ausrichtung des Festivals gewesen, das vom 20. bis 29. März in der Cultura stattfinden sollte.

„Insgesamt kommen rund 100 Künstler nach Rietberg, die dafür aus ganz Europa anreisen“, macht der Initiator des Events die Dimensionen deutlich. Auch Norditalien ist dabei – nach Angaben des Robert-Koch-Instituts ein Risikogebiet. Hinzu komme, dass einige Akteure bereits Bedenken geäußert hätten bezüglich der Ausrichtung der Veranstaltung zu diesem Zeitpunkt, darunter Julius Asal, Neue-Meister-Pianist aus Berlin. Die Nachricht, das Musikereignis vorerst auszusetzen, sei entsprechend bei allen Beteiligten auf Verständnis gestoßen, sagt Herold.

Mit ihrer Entscheidung befindet sich die Klakör UG in guter Gesellschaft: So wurden bereits das Gedenkkonzert für die Opfer des Anschlags in Hanau und die Frankfurter Musikmesse verschoben. Andere publikumsstarke Aktionen wie die Leipziger Buchmesse sind gleich ganz abgesagt worden. Die US-Punkrockgruppe Green Day spielt bis auf Weiteres keine Konzerte in Asien. Der irische Popstar Bob Geldof hat den Medien mitgeteilt, er reise derzeit nicht.

Und auch in der Region greift angesichts des neuartigen Virus’ die Sorge um sich. Selbst in der kleinsten Kreisgemeinde Langenberg wurden bis dato etwa eine Kleiderbörse und eine Autohaus-Party mit mehr als 600 Gästen gecancelt. Die dortige katholische Kirchengemeinde überlegt, ihre für April geplante Wallfahrt nach Taizé auszusetzen.

Für Ralf Herold und seine Mitstreiter ist die Ausrichtung des Tokarevfests mit einem nicht unerheblichen organisatorischen Aufwand verbunden. So sind allein 25 Firmen daran beteiligt, dass die Veranstaltung, die 2019 Premiere feierte, ein neuerlicher Erfolg wird. Vor diesem Hintergrund bedeute die Absage freilich auch finanzielle Einbußen. „Der wirtschaftliche Aspekt ist für uns aber sekundär. Es geht vielmehr um die Sicherheit aller Beteiligten.“ Daher wolle man proaktiv mit dem Thema umgehen. 

Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit. Als möglicher Nachholtermin ist zum einen der Zeitraum Mitte/Ende Dezember im Gespräch, zum anderen März 2021. „Im April werden wir uns konkret dazu äußern“, sagt Herold. Wer seine Karte dennoch zurückgeben möchte, meldet sich bei Ralf Herold, E-Mail an info@tedition.de.

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