Do., 05.03.2020

Rietberg Schweine fühlen sich sauwohl

Rietberg-Mastholte (ssn) - Vor gut einem Monat trudelten sie als Notfall auf dem Gnadenschutzhof Sol Luna ein. Seither haben sich die beiden Hängebauchschweine prächtig entwickelt. Nicht nur sind die niedlichen Borstenviecher ordentlich in die Höhe geschossen: Sie fordern nun auch selbstbewusst ihre Streicheleinheiten ein.

 „Die Zwei haben sich super eingelebt“, freut sich Vorsitzende Irmgard Gubitz und schubbert Wilbur und Herzbert liebevoll den Rücken. Die Namen hat das Sol-Luna-Team – so wie bei allen Tieren auf dem Hof – basisdemokratisch in großer Runde festgelegt. Einzige Vorgabe: Sie sollten zu den Namen der anderen Schweine passen.

Bei Herzbert habe außerdem eine entsprechend geformte Zeichnung auf seinem Rüssel eine nicht unerhebliche Rolle gespielt, sagt Gubitz und lacht. Dass sich die vormals so scheuen Grunzer – sie waren Mitte Januar herrenlos in Bokel aufgegriffen worden (diese Zeitung berichtete) – bereits nach so kurzer Zeit im wahrsten Sinn des Worts sauwohl fühlen, kommt nicht von ungefähr. Denn längst haben sie sich in die Herzen der ehrenamtlichen Helfer gekuschelt. Weil die ehemalige Ponybox, die den Hängebauchschweinen als Übergangsquartier dient, recht zentral liegt, herrscht vor deren „Haustür“ eigentlich immer reger Verkehr. Da werde dann auch schon einmal eine kurze Pause bei ihnen eingelegt, verrät die Vorsitzende: „Auf diese Weise sind Wilbur und Herzbert sehr schnell zahm geworden.“

Zufrieden mit der Entwicklung der Neuzugänge ist nicht zuletzt der Tierarzt. Zwar war eine Behandlung gegen Räude fällig. Jetzt aber sei alles wieder in Ordnung, berichtet Irmgard Gubitz. In der kommenden Woche soll das vier bis fünf Monate alte Geschwisterpaar kastriert werden. Anschließend kann die Vergesellschaftung mit den drei weiteren auf dem Hof lebenden Minischweinen sowie Hängebauchschwein-Dame Sybille in Angriff genommen werden. Im Zuge dessen plant das Sol-Luna-Team eine grundlegende Umgestaltung des Außengeheges inklusive einer neuen Zaunanlage. Realisiert werden soll das Projekt mithilfe der Schüler des Förderzentrums zur individuellen Lebensgestaltung und Berufsbildung (Filb) im Kreis Gütersloh. Die Einrichtung ist dem Gnadenschutzhof bereits seit Jahren eng verbunden.

Bevor es losgeht, möchte sich Irmgard Gubitz freilich noch mit dem Eigentümer des Geländes absprechen. Schließlich sei so eine Maßnahme kostspielig. „Da investieren wir nur, wenn wir auch eine Perspektive haben“, macht die Vorsitzende klar. Bekanntlich wurde dem gemeinnützigen Verein der Pachtvertrag gekündigt. Spätestens zum 31. Dezember dieses Jahres muss eine neue Bleibe gefunden werden. Die ist allerdings trotz intensiver Suche weiterhin nicht in Sicht. Die Aktiven hegen im Stillen noch immer die Hoffnung, dass sie vielleicht doch an der Weststraße 81 in Mastholte-Süd bleiben dürfen.

Den schwierigen Umständen zum Trotz blickt Gubitz mit Zuversicht nach vorn. Sie will in den kommenden Wochen die Holzhändler in der Region anfahren. „Eventuell möchte uns jemand Latten für den Zaun zur Verfügung stellen“, sagt sie. Wer den Verein – finanziell oder materiell – bei der Neugestaltung des Freigeheges oder ganz allgemein unterstützen möchte, kann sich jederzeit unter Tel. 0176/63643006 oder per E-Mail an info@gnadenschutzhof-solluna.de an die Vorsitzende wenden – „wir freuen uns über jeden, der hilft“.

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