Rietberg
Druffeler Bürgerwald wächst ab Ende März

Rietberg-Druffel (ssn) - Bei manchen Themen dauert es bekanntlich Jahre vom politischen Entschluss bis zur Umsetzung. Nicht so beim Projekt Bürgerwald. Während die Rietberger noch ein wenig auf ihren Miniforst auf dem Gelände des Friedhofs am Franziskusweg warten müssen, steht am zweiten Standort in Druffel die Pflanzaktion unmittelbar bevor.

Dienstag, 10.03.2020, 15:52 Uhr aktualisiert: 10.03.2020, 16:01 Uhr

Mit einigem Stolz informiert Ortsvorsteher Thomas Kofort am Dienstag im Gespräch mit dieser Zeitung über den Sachstand: 30 Bäume sollen am Samstag, 28. März, vis-à-vis zum Sportheim am Westring in den Boden gesetzt werden. Rund 20 Exemplare hätten bereits binnen kürzester Zeit einen Paten gefunden – allesamt stammten die Interessenten aus dem Dorf. „Wer sich noch einen Baum sichern möchte, sollte also schnell sein“, rät Kofort.

Auch über die Art der Grünen Riesen herrscht Einigkeit: Passend zum Druffeler Wappen sollen auf dem 2000 Quadratmeter großen Areal Eichen sprießen. Eine gute Wahl, befindet Heike Bennink. Schließlich gedeihe der Bürgerwald in einer Senke, die bei dem ohnehin hoch stehenden Grundwasser häufig morastig werde. „Mit diesem Umstand kommen Eichen aber gut zurecht“, weiß die Leiterin der städtischen Abteilung Öffentliches Grün.

Am Wochenende haben fleißige Helfer um Thomas Kofort bereits die künftigen Standorte der Bäume mit Holzpfählen abgesteckt. Wer für 100 Euro einen der drei bis vier Meter hohen Klimaschützer erwirbt, darf daran seinen Namen sowie das Stiftungsdatum verewigen. Auch in dieser Angelegenheit hat der Ortsvorsteher – gelernter Zimmerer und Dachdecker – Vorarbeit geleistet und präsentiert eine von ihm selbst in Form gebrachte Schieferplatte, die er mithilfe eines haltbaren Lackstifts mit dem Signet seiner Familie versehen hat. „Andere Lösungen sind natürlich auch denkbar, aber zum Teil sehr teuer“, erklärt Kofort und ergänzt, die Tafeln wolle er gern unentgeltlich zur Verfügung stellen.

Die Druffeler Pflanzaktion beginnt am 28. März um 14 Uhr. Dazu sind alle Bürger eingeladen. Um die Pflege ihrer Bäume müssen sich die Paten im Übrigen keine Gedanken machen. „Das übernehmen wir“, betont der Ortsvorsteher und meint damit sein gut funktionierendes Netzwerk. Teil davon ist das Unternehmen Hollenbeck, das für die stete Bewässerung des kleinen Forsts verantwortlich zeichnen wird.

Das Konzept für den Rietberger Bürgerwald wird Heike Bennink im Juni den Mitgliedern des Umweltausschusses vorstellen. Dort ist eine Art Jubiläumsforst geplant, in dem Patenschaften nur zu besonderen Anlässen wie Eheschließungen oder Geburt angedacht sind. Im Herbst soll der erste Baum gepflanzt werden.

Der Bürgerwald entstammt einer – unabhängig voneinander entwickelten – Idee von SPD und CDU, die den Vorstoß im Dezember mit ihren Haushaltsreden beworben hatten. Den Antrag auf Umsetzung hatten jedoch letztlich die Sozialdemokraten im Umweltausschuss am 30. Januar gestellt. Er war einmütig angenommen worden.

Da sich bereits jetzt eine kräftige Nachfrage nach Baumpatenschaften abzeichnet, möchten sowohl Thomas Kofort für seinen Ortsteil als auch Heike Bennink für das gesamte Stadtgebiet nach weiteren möglichen Standorten Ausschau halten. Im Moment stehe der Themenkomplex Natur-, Arten- und Klimaschutz in der Bevölkerung hoch im Kurs, sagt die Abteilungsleiterin Öffentliches Grün. Es zeichne sich ein Wandel pro Baum und pro Insekten ab: „Man merkt die Bereitschaft, dass die Menschen etwas tun wollen. Das möchten wir von der Stadt natürlich gern, sofern umsetzbar, unterstützen.“

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