So., 15.03.2020

Rietberg Tierrechtler zeigen Mastbetrieb an

Rietberg (gl) - Die Tierrechts-Organisation Peta Deutschland hat eigenen Angaben zufolge Strafanzeige gegen einen Rietberger Geflügelmastbetrieb gestellt. Zugespieltes Videomaterial belege, dass gravierende Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in der Anlage offenbar keine Seltenheit seien.

Weder die Staatsanwaltschaft Bielefeld, bei der die Anzeige eingegangen sein soll, noch das Veterinäramt des Kreises Gütersloh waren am Sonntag für Stellungnahmen erreichbar. Auf dem Videomaterial, das am Samstag veröffentlicht wurde und im Internet abrufbar ist, ist unter anderem zu sehen, wie eine nicht zu erkennende Person Tiere offenbar bei Bewusstsein gegen Wände schleudert und mit einer Mistgabel erschlägt.

„Die Brutalität, mit der die Mitarbeiter in dieser Mastanlage die Tiere behandeln, ist nicht nur grausam, sondern erfüllt auch mehrere Straftatbestände“, wird Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Wissenschafts- und Rechtsabteilung bei Peta, in einer Pressemitteilung zitiert. Das Peta zugespielte Bildmaterial zeige weitere Verstöße gegen das Tierschutzgesetz sowie gegen die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Im Scheinwerferlicht der Kamera sind unbehandelte kranke Tiere, fehlende Krankenbuchten und tote Vögel, die offenbar schon länger zwischen den Lebenden lagen, zu erkennen. „Das Gesetz schreibt vor, dass kranke Tiere, deren Behandlung für den Betrieb unwirtschaftlich wäre, auch bei sogenannten Nottötungen zuerst betäubt werden müssen“, betont Dr. Edmund Haferbeck.

Laut Peta, mit nach eigenen Angaben mehr als 1,5 Millionen Unterstützern die größte Tierrechtsorganisation Deutschlands, ist es nicht das erste Mal, dass derartige Verstöße in Mastbetrieben und Zuchtstätten aufgedeckt werden. „Solche Vorgehensweisen sind üblich in der Massentierhaltung von sogenannten Nutztieren“, heißt es der Pressemitteilung. Das Problem ist laut Peta ein Generelles der Branche: „Puten, Hühner und Enten werden in der Fleischindustrie dahingehend gezüchtet, in kürzester Zeit möglichst viel Brustfleisch anzusetzen. Ihre Muskeln und ihr Skelett kommen bei diesem Turbowachstum jedoch nicht mit.“ Tiere fielen schließlich auf den Rücken und kämen aus eigener Kraft nicht mehr hoch. In besagtem Betrieb in Rietberg traten die Mitarbeiter sogenannte Rückenlieger so lange mit dem Fuß, bis sie wieder auf die Beine kamen und panisch weghumpelten, wie das Bildmaterial zeigt.

Kommentare

Sehr schlimme Zustände in DE

Wie würde es heute in den bäuerlichen Mastbetrieben aussehen, wenn es diese Tierrecht-Organisationen nicht geben würde !? Darüber darf man gar nicht nachdenken. Es ist ein Drama. Nur noch sehr wenige Menschen haben einen Bezug zu lebende Tiere. Für 95 % der Menschheit, sind Tiere nur noch ein leichtes Mittel, um an schnelles Geld zu kommen. Der Staat könnte so einige Probleme lösen, wenn er Tierquälerei strafrechtlich verfolgen würde. Und es nicht einfach als "Sachbeschädigung" und Bagatelle auslegen würde.
Vielen Dank, an die Aktivisten von PETA !

1 Kommentare

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