So., 22.03.2020

219 Corona-Fälle im Kreis Gütersloh: Auch Dialyse-Zentrum und Arztpraxen betroffen Landrat greift durch

Der Krisenstab mit (von links) Thomas Kuhlbusch, Sven-Georg Adenauer und Dr. Anne Bunte hat Sonntag wieder getagt.

Der Krisenstab mit (von links) Thomas Kuhlbusch, Sven-Georg Adenauer und Dr. Anne Bunte hat Sonntag wieder getagt. Foto: Annemarie Bluhm-Weinhold

Gütersloh (WB/bec). Der Krisenstab des Kreises Gütersloh bezeichnet die Lage im bevölkerungsreichsten Kreis in Ostwestfalen-Lippe als “ernst”. Noch bevor die bundesweiten Regelungen zum Ansammlungsverbot bekannt wurden, hat Landrat Sven-Georg Adenauer Sonntagmittag entschieden, dass Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen unter freiem Himmel ab dem 23. März, null Uhr verboten sind. Inzwischen regelt das ein NRW-Erlass.

Der Kreis teilt mit, dass am Samstag bekannt wurde, dass Patienten und Personal in einem Dialysezentrum CoVid-19 positiv getestet wurden. Zudem seien inzwischen mindestens 15 Arztpraxen von der Coronaepidemie betroffen. Sonntagmittag gab es insgesamt 219 bestätigte Fälle . Krisenstabsleiter Thomas Kuhlbusch berief am Sonntag eine weitere Sitzung des Stabes ein.

Hilfsorganisationen übernehmen Transport

Beraten wurde, wie die lebenswichtige Versorgung der Dialyse-Patienten sichergestellt werden kann. Ergebnis: „Die Hilfsorganisationen werden die nötigen Transporte als sogenannte qualifizierte Krankentransporte übernehmen. Taxis können wegen der ansonsten bestehenden Ansteckungsgefahr nicht mehr eingesetzt werden. Bei Schutzkleidung und Desinfektion hilft der Regelrettungsdienst des Kreises Gütersloh”, heißt es in einer Mitteilung.

Der Krisenstab beschäftigte sich zum anderen mit der Frage, wie die Verbreitung des Coronavirus weiter entgegengewirkt werden kann. Da es nach Berichten der Polizei und Bürgermeister immer noch Menschen gebe, die sich in zum Teil großen Gruppen unter freiem Himmel zum Feiern treffen, hat Landrat Adenauer am Sonntagmittag entschieden, dass Zusammenkünfte von mehr als zwei Personen unter freiem Himmel ab dem 23. März, null Uhr verboten sind. Durch den Erlass des Landes NRW ist das nun landesweit geregelt.

Noch zu viele Leute unterwegs

Davon ausgenommen sind Personengruppen, die miteinander dadurch verbunden sind, dass sie in ständiger häuslicher Gemeinschaft leben und unter derselben Anschrift gemeldet sind (zum Beispiel Familien, ständige Wohngemeinschaften). Auch unvermeidbare Zusammenkünfte bei der Erledigung von Besorgungen zur Deckung des täglichen Bedarfs (zum Beispiel Warteschlangen) sind ausgenommen, wobei darauf zu achten ist, dass ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den jeweiligen Personen und die Hygienemaßnahmen nach den Vorgaben des Robert Koch-Instituts eingehalten werden. Und schließlich bleiben Zusammenkünfte, die aus zwingenden beruflichen Gründen oder aus Anlass von Eheschließungen oder Bestattungen erfolgen, erlaubt.

“Ich bin verantwortlich für die Gesundheit der Menschen im Kreis Gütersloh”, machte Landrat Sven-Georg Adenauer deutlich. “Ich bin davon überzeugt: Wir müssen jetzt handeln.” Adenauer steht derzeit in ständigem Kontakt mit den Bürgermeistern. Ordnungsämter und Polizei werden die Einhaltung der Maßnahmen überwachen. In den ersten zwei Tagen soll es noch bei Ermahnungen bleiben. Danach drohen als Sanktionen Zwangsgelder und Geldstrafen.

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