Rietberg
Trauer um Hubert Deittert wiegt schwer

Rietberg-Varensell (sud) - Langzeit-Bürgermeister und - zumindest gefühlt - „ewiger“ Bundestagsabgeordneter: Hubert Deittert war ein politischer Dauerläufer. In den Jahrzehnten seines Wirkens hat sich der am Sonntag im Alter von 79 Jahren Verstorbene hohes Ansehen erworben.

Dienstag, 21.04.2020, 18:35 Uhr aktualisiert: 21.04.2020, 19:46 Uhr
Rietberg: Trauer um Hubert Deittert wiegt schwer

Fleißig, gewissenhaft und stets verbindlich – so schätzten den CDU-Politiker nicht nur zahlreiche Bürger, sondern auch seine Weggefährten. Als ihm 2016 die Verdienstmedaille der Stadt Rietberg verliehen wurde, hielt SPD-Fraktionschef Gerd Muhle die Laudatio. Deittert selbst hatte sich dies so gewünscht. Für den ledigen Landwirt aus Varensell, der bis zuletzt auf dem elterlichen Hof an der Gütersloher Straße lebte, waren zwischenmenschliche Werte wichtiger als Parteizugehörigkeiten.

Interessen der Gesamtstadt in den Mittelpunkt gerückt

„Die drei Jahre, in denen Hubert Deittert sowohl Rietbergs Bürgermeister als auch Bundestagsmitglied für den Kreis Gütersloh war, waren für mich die schönsten Jahre meiner eigenen politischen Laufbahn“, sagt Rietbergs SPD-Chef Muhle rückblickend. Er habe mit ihm in diesem Zeitraum Mitte der 1990er-Jahre besonders eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet – auch deshalb, weil der nun Verstorbene in seiner damaligen Doppelfunktion längst nicht alle Termine vor Ort wahrnehmen konnte.

Muhle war damals erster stellvertretender Bürgermeister der Emsstadt. Gerne erinnert sich Muhle an die Vorbereitungen des 700. Rietberger Stadtgeburtstags 1993. Deittert habe es seinerzeit verstanden, die Interessen der Gesamtstadt in den Mittelpunkt zu rücken und das Ortsteildenken zu überwinden. Das habe die Rietberger nachhaltig geeint.

Fest in der Heimat verwurzelt

Trotzdem habe Deittert weder im Rietberger Rathaus, noch im Bonner beziehungsweise Berliner Bundestag niemals seine Wurzeln verloren: „Er war auch mit Leib und Seele Varenseller.“ In seinem Heimatdorf wiegt der Verlust besonders schwer. Wenzel Schwienheer, Vorsitzender der CDU Varensell, hat Deittert nach eigenem Bekunden sehr geschätzt. „Sein Rat war mir wichtig, bis zuletzt“, sagt Schwienheer. Der Tod des früheren Rietberger Bürgermeisters sowie Gütersloher Bundestagsabgeordneten reiße eine tiefe Lücke. In Erinnerung bleiben werde ihm vor allem Deitterts besonnene Art.

Es sei ihm nie um seine Person gegangen, sondern stets um die Sache und um Lösungen. „Er war kein Karrierepolitiker, sondern jemand mit dem Ohr am Bürger und dem Herz am rechten Fleck“, sagt Schwienheer.

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