Rietberg
Homeoffice kann Energie fressen

Rietberg (gl) - In vielen Haushalten ist die Umstellung auf Homeoffice und Hausunterricht fürs Erste geschafft. Im Zuge der Corona-Pandemie entstehen neue Alltagsroutinen. „Jetzt lohnt ein Blick auf die Strom- und Gaszähler - denn die machen vielerorts Überstunden“, sagt Helge Pfingst.

Mittwoch, 29.04.2020, 17:16 Uhr aktualisiert: 29.04.2020, 17:46 Uhr

Er ist Rietberger Energieberater bei der Verbraucherzentrale NRW. In tagsüber sonst menschenleeren Wohnungen laufen derzeit mehrere Computer parallel, sind alle Räume dauerhaft beheizt und wird in der Küche regelmäßig gekocht. Ein hoher Energiebedarf durch alte Geräte oder schlecht gedämmte Wände macht sich so stärker bemerkbar. „Wer das Thema Energiesparen angehen möchte, findet bei unserer kostenlosen Videoberatung auch in Zeiten der Coronakrise individuelle Unterstützung“, betont Pfingst. Das Stromsparen könne darin genauso zum Thema werden wie Fördermittel für eine neue Heizung oder die Planung einer Solarstromanlage. Auch telefonisch sind die Experten kostenlos erreichbar. Ein paar einfache Tipps fürs Energiesparen im Homeoffice hat Pfingst zusammengetragen:

Auch den Energiesparmodus nutzen

Pausen und Feierabend auch für Geräte:
Egal, ob Laptop oder Desktop-Rechner, Bildschirm oder Drucker: Was gerade nicht benötigt wird, sollte mindestens in den Energiesparmodus geschickt werden. Drucker sollten möglichst auch nicht lange im Standby-Modus laufen – der verbraucht über die Zeit vor allem bei Laserexemplaren oft mehr Strom als die eigentlichen Druckvorgänge. Wer kann, sollte Aufträge sammeln und dann gebündelt ausführen. Häufiges Ein- und Ausschalten ist insbesondere bei Tintenstrahldruckern nicht zu empfehlen – die automatischen Reinigungsläufe zu jedem Start kosten Tinte. Nach Feierabend kann das Ausknipsen von Steckerleisten ein gutes Signal an sich selbst sein: Die Arbeit ist getan, die Freizeit beginnt.

Terminvereinbarungen für die Videoberatung zur Energie und die telefonische Energieberatung sind möglich unter Telefon 0211/33996555 sowie unter Telefon 05244/905919. www.verbraucherzentrale.nrw/videoberatung

Heizen und Lüften mit Plan:
Es gilt: Nur so warm heizen wie nötig, und nicht das Fenster zur Regelung der Temperatur nutzen. Stufe drei ist beim klassischen Thermostat ein guter Richtwert – sie führt zu rund 20 Grad. Für Gesundheit, Konzentration und Schimmelvermeidung muss zwar regelmäßig gelüftet werden. Dann lautet die Devise aber: kurz und heftig. Denn einige Minuten mit weit geöffnetem Fenster kosten weniger Energie als eine längere Kipplüftung.

Sparen bei Snacks, Lunch und Kaffee:
Für zum Beispiel Tee oder Nudeln in der Mittagspause sollte der Wasserkocher zum Einsatz kommen, auch wenn ein Herd zur Verfügung steht. Das Gerät regelmäßig zu entkalken, spart zusätzliche Energie. Sollen Heißgetränke über längere Zeit bereitstehen, sind Thermoskannen zu empfehlen. Warmhalteplatten vergeuden unnötig Energie.

Maschinen mehr Zeit gönnen:
Ökoprogramme von Wasch- und Spülmaschine sparen im Schnitt mehr als 30 Prozent Strom gegenüber den Normalprogrammen.

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