Rietberg
Stadt will Schädlingen den Garaus machen

Rietberg (sud) - Er spinnt in Bäumen und brennt bei Hautkontakt: Der Eichenprozessionsspinner ist mehr als eine lästige Landplage, er stellt auch eine ernstzunehmende Bedrohung für die menschliche Gesundheit dar. Die Stadt Rietberg will dem Schädling nun auf verschiedenen Weisen beikommen.

Dienstag, 16.06.2020, 15:42 Uhr aktualisiert: 16.06.2020, 19:46 Uhr
Rietberg: Stadt will Schädlingen den Garaus machen

Das geht aus einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der CDU hervor. Der Eichenprozessionsspinner hat offenbar Gefallen an der Stadt der schönen Giebel und ihren sechs Ortsteilen gefunden. Nach Beobachtungen der kommunalen Ordnungsabteilung hat der Schädling in diesem Jahr bereits in Mastholte und – besonders intensiv – ins Bokel gewütet. Zum Vergleich: In den Jahren 2017 und 2019 gab es jeweils nur einen bekannten Standort im Rietberger Stadtgebiet. Warmes und trockenes Frühlingswetter sowie ausbleibende Spätfroste begünstigen nach Auskunft der Verwaltung die Verbreitung des Eichenprozessionsspinners.

Unverzügliche Entfernung oberstes Gebot

Seit Anfang der 1990er-Jahre ist die Schädlingsart auch in Deutschland und Europa aktiv. Sie breitet sich seitdem langsam, aber sicher in östlicher und nordöstlicher Richtung aus. Zur Bekämpfung des ungebetenen Gastes gibt es in Rietberg nun Beseitigungskriterien, auf die sich die städtischen Abteilung Ordnung, Grünpflege und Baubetriebshof verständigt haben. Demnach wird je nach dem Standort einer Eichenprozessionsspinner-Population unterschiedlich vorgegangen. Vor allem im Umfeld von Schulen, Kindertageseinrichtungen sowie Spiel- und Sportplätzen ist eine unverzügliche Entfernung oberstes Gebot.

Damit werden in der Regel Fachfirmen beauftragt. Weil deren Kapazitäten jedoch begrenzt sind, sollen nach und nach auch die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs entsprechend weitergebildet und mit dem nötigen technischen Equipment – dazu gehören Schutzanzüge und geschlossene Sauggeräte – ausgerüstet werden. Auch im Bereich intensiv genutzter Geh- und Radwege will die Stadt möglichst rasch tätig werden, wenn ihr ein Befall des Eichenprozessionsspinners gemeldet wird.

Warnhinweisschilder müssen manchmal ausreichen

„Bei ansonsten befallenen Straßenzügen und auch dann, wenn der Schädlingsbefall so extreme Ausmaße angenommen hat, dass eine Beseitigung nicht mehr möglich ist, müssen Warnhinweisschilder ausreichen“, informiert die Kommune. Auf lange Sicht denkbar ist laut Verwaltung zudem die gezielte Ansiedlung von natürlichen Gegenspielern des Eichenprozessionsspinners. Nistkästen für Meisen und andere Singvögel wären eine Möglichkeit. Denn sie verfüttern den Schädling bis zur Ausbildung seiner Brennhaare an ihren gefiederten Nachwuchs.

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