Rietberg
Familie sucht dringend ein Zuhause

Rietberg (ei) - Mit sorgenvollem Blick stehen Ingo Siefert, seine Frau Kira und die Söhne Raphael sowie Cedric vor dem Haus am Fischhausweg in Rietberg. Dort, wo sie 15 Jahre lang gelebt haben, befindet sich wenig mehr als eine Ruine. Bei dem Großbrand am Donnerstag legten die Flammen alles in Schutt und Asche.

Montag, 27.07.2020, 18:25 Uhr aktualisiert: 27.07.2020, 18:46 Uhr
Rietberg: Familie sucht dringend ein Zuhause

Auch zahlreiche Erinnerungen – insbesondere an die Kinder- und Jugendzeit ihrer beiden Sprösslinge – sind dabei buchstäblich in Rauch aufgegangen. Doch für Trauer fehlt den Eltern sowohl die Kraft als auch die Zeit: Sie suchen dringend ein neues Zuhause, eine neue Heimat für sich und die drei süßen Katzen, den lieben Hund und das zutrauliche Meerschweinchen.

Es ist nichts geblieben

„Vorerst können wir bei meinem Cousin unterkommen“, erklärt Ingo Siefert im Gespräch mit dieser Zeitung mit einer gewissen Erleichterung, dass seine Familie zumindest vorläufig eine Bleibe gefunden hat. Dauerhaft sei dies allerdings keine Lösung, betont er. Gern würden die Sieferts ein Objekt mieten, in dem sie es sich möglichst schnell wieder gemütlich machen können. Und auch kurzfristig oder für eine Übergangszeit würden sie sich über Angebote freuen, um die momentan für alle Beteiligten belastende Situation zu entzerren.

Regelrecht überwältigt sind die Familie und ihre Angehörigen von der riesigen Hilfsbereitschaft, die sie bereits jetzt aus der Bevölkerung erfahren haben. So war schon kurz nach dem Unglück über die sozialen Netzwerke ein Aufruf gestartet worden mit dem Ziel, Dinge des täglichen Bedarfs für die von jetzt auf gleich obdachlos gewordenen Sieferts zu organisieren.

Wer Familie Siefert helfen möchte, kann sich per E-Mail an wohnung_rietberg@web.de melden.
„Der Nachbar hat bei uns geklingelt und uns auf den Brand aufmerksam gemacht“, berichtet Kira Siefert von dem Moment, als sie eigentlich gerade Kaffee kochen wollte – und als so plötzlich alles anders kam. Sie habe noch überlegt, einen Eimer Wasser nach draußen zu bringen, um die Flammen abzulöschen. Doch als sie aus dem Fenster blickte, habe sie die mächtigen Flammen im Bereich des Gebäudeübergangs zur Tennishalle erspäht. Da sei ihr sofort klar geworden, dass ein paar Liter Wasser hier nicht mehr ausreichen. So blieb nur noch, fluchtartig das Haus zu verlassen. Retten konnten die Sieferts dabei lediglich das, was sie am Körper trugen. Im Lauf dieser Woche wollen sich die Brandexperten der Gütersloher Kriminalpolizei zusammen mit einem Sachverständigen den Brandort noch einmal genau ansehen und ihn untersuchen.

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