Archäologen stoßen bei Umbauarbeiten auf Jahrhunderte alten Friedhof
Spurensuche in St. Margareta

Neuenkirchen (WB/ef). Es geschah im vergangenen Jahr: Bei den Bauarbeiten zur Neugestaltung des Kirchplatzes von St. Margareta in Neuenkirchen im Kreis Gütersloh kamen plötzlich menschliche Gebeine zum Vorschein – wie schon einmal in den 70er Jahren, damals ebenfalls bei Bauarbeiten. Die Knochen und Skelette gehören zu einem mehrere 100 Jahre alten Friedhof. Keramikfunde können in das 18. Jahrhundert datiert werden.

Freitag, 16.10.2020, 05:30 Uhr
Diese Grablege war noch relativ vollständig erhalten, so die Archäologen. Foto: Salisbury Archäologie/Liptak
Diese Grablege war noch relativ vollständig erhalten, so die Archäologen. Foto: Salisbury Archäologie/Liptak

Unter Aufsicht des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) wurden Archäologen zu den Baumaßnahmen hinzugezogen. Dabei kamen weitere Gebeine zutage, aber auch Keramik und Bauteile des ehemaligen Kirchenbaus aus dem 19. Jahrhundert.

Bereits in den 1970er Jahren waren bei der Neugestaltung des Kirchplatzes, die tief in den Boden eingriff, zahlreiche noch intakte Gräber zerstört worden. Denn bei der aktuellen Ausgrabung konnten die Experten beobachten, dass der Oberboden von den zurückliegenden Eingriffen stark zerwühlt war. Der Boden enthielt noch zahlreiche menschliche Gebeine, die sich nicht mehr in ihrer natürlichen Lage befanden. Eine große Menge Knochen lagerte zudem in zwei großen Sammelgruben. In den oberen Bereichen der Fläche konnten die Archäologinnen nur noch geringe Überreste zusammenhängender Bestattungen dokumentieren. Die vielen vereinzelten Knochen wurden jedoch für eine spätere Wiederbestattung sorgfältig gesammelt.

Die meisten Gebeine fanden die Wissenschaftler auf der Südseite der Kirche, aber auch im Osten und Norden traten noch etliche Reste von Gräbern zutage. Während die oberen Bodenbereiche stark gestört waren, konnte auf der Südseite der Kirche noch die unterste Gräberlage intakt im Sandboden erfasst werden. Sie zeichnete sich als dunkle Verfärbung im Sandboden ab und wurde nicht weiter ausgegraben, weil die erforderliche Bautiefe bereits erreicht worden war. Archäologin Dr. Julia Hallenkamp-Lumpe (LWL-Archäologie in Bielefeld) sagt: „Als zu St. Margareta gehörige Befunde bleiben diese Gräber als ortsfestes Bodendenkmal so erhalten, wie man sie vor hunderten von Jahren angelegt hat.”

Die Stadt Rietberg und die katholische Kirchengemeinde St. Margareta werden die Toten im Nachgang zu einer öffentlichen Gedenkfeier an Allerheiligen erneut beisetzen.

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