Rietberg
Ampel mahnt Lüften von Klassenzimmern an

Rietberg (gl) - Das regelmäßige Lüften von Klassenräumen gehört zu den Schutzmaßnahmen gegen Corona-Infektionen. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, um Fenster und Türen zu öffnen? Mit dieser Frage hat sich Frank Wedekind, Schulleiter der Richard-von-Weizsäcker-Gesamtschule, beschäftigt.

Freitag, 27.11.2020, 12:11 Uhr aktualisiert: 27.11.2020, 13:01 Uhr
Rietberg: Ampel mahnt Lüften von Klassenzimmern an

„Ich habe den IDA-Monitor für meine Schule entwickelt, weil ich mich nicht auf subjektive Entscheidungen über Zeitpunkte und Häufigkeit des Lüftens in unseren Klassenzimmern verlassen wollte“, berichtet Wedekind. Mit den Sensoren in den Räumen und ihrer Anbindung an den Server hätten jetzt nicht nur die Kollegen die Raumluftqualität im Unterricht immer im Blick. „Wir können die erhobenen Daten auch analysieren und so wertvolle Erkenntnisse aus dem Schulalltag gewinnen“, ergänzt Wedekind.

Sensor misst wichtige Parameter und berechnet Raumluftqualität

In der Klasse misst jetzt ein aufgestelltes Sensor-Modul den CO2-Gehalt, die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit. Eine Ampel zeigt dann an, wann gelüftet werden sollte. Zu häufiges oder zu seltenes Öffnen der Fenster werde so verhindert, teilt der Schulleiter weiter mit.  Der IDA-Monitor vernetzt über eine von seinem Lehrerkollegen André Heinemann programmierte Software diese Sensoren über das Wlan mit einem zentralen Server im Haus oder im Internet. Die Daten werden dort revisionssicher verwaltet und stehen für die Dokumentation ebenso wie für aktuelle Entscheidungen zur Verfügung. Bei Bedarf kann bei Erreichen von Schwellenwerten auch eine Push-Nachricht an digitale Endgeräte geschickt werden.

Der IDA-Monitor ermöglicht Schulen darüber hinaus, die Einhaltung der Grenzwerte für die Raumluftqualität nachzuweisen. Der IDA-Monitor lässt sich zudem auch auf weitere Nutzungsformen wie beispielsweise Bürogebäude übertragen, in denen während der Corona-Pandemie regelmäßiges Lüften das Ansteckungsrisiko reduzieren soll.

Schüler beteiligen sich an der Forschungsarbeit

Aktuell sind in der Richard-von-Weizsäcker-Gesamtschule 14 Sensoren in das System eingebunden. Eine Erweiterung auf weitere Räume der Schule ist bereits geplant. Das Lehrerkollegium hat die Forschung an dem Projekt in den Lehrplan aufgenommen. So ist aktuell der Technik-Kursus in der Jahrgangsstufe 10 dabei, eine Kleinserie aufzulegen. Im Rahmen einer Facharbeit in der Oberstufe werden die mathematischen Grundlagen der CO2-Verteilung im Raum beschrieben.

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