Rhythmus stellt Vorführungen zum 1. Juli ein – Sponsoren für Digitalisierung gesucht 
Im Kino gehen die Lichter aus 

Schloß Holte-Stukenbrock (WB/ms). Im Rhythmus-Filmtheater in der Aula der Realschule gehen 14 Jahre nach der ersten Vorstellung die Lichter aus. Der Kinoverein stellt zum 1. Juli seine Vorführungen ein. Weiter gehen könnte es nur, wenn Sponsoren für das Umstellen auf digitale Medien gefunden werden, sagt Vorsitzender Frank Röllke. Benötigt werden etwa 50000 Euro.

Donnerstag, 12.06.2014, 04:16 Uhr aktualisiert: 13.06.2014, 13:24 Uhr
Rhythmus stellt Vorführungen zum 1. Juli ein – Sponsoren für Digitalisierung gesucht  : Im Kino gehen die Lichter aus 
Vorsitzender Frank Röllke im Vorführraum in der Aula der Realschule. Foto: Matthias Kleemann

 Seit Herbst 2013 gibt es neue Filme nicht mehr auf analogem Material, sondern nur noch digital auf Festplatten. Dafür sind die Maschinen im Projektionsraum des Rhythmus-Filmtheaters aber nicht ausgelegt. »Wir haben versucht, ein attraktives Programm aus analogen Filmen zu gestalten, die gerne besucht wurden, als sie aktuell waren. Aber das ist nicht wirklich gut von unseren Besuchern angenommen worden«, sagt Frank Röllke. Aktualität sei ein sehr wichtiger Punkt für die Präsentation der Filmkunst. »Da wir diese Aktualität nicht mehr gewährleisten können, werden wir ab dem 1. Juli nach dem Film ›Ocean’s Eleven‹ die Vorführungen vorerst einstellen.«

 Um die Umstellung auf digitale Technik zu ermöglichen, hat der Rhythmus-Kinoverein sich eingehend mit der neuen Technik beschäftigt und einiges Wissen zusammengetragen. »Dazu haben wir ein Kino in Borgentreich besucht, das privat die Finanzierung der Umstellung von analog auf digital durchgeführt hat. Wir haben einige Anbieter von moderner Technik eingeladen, um uns zu beraten. Sie konnten von anderen ehrenamtlichen Kinos in Deutschland berichten, die durch die Digitalisierung wieder sehr viel Zuspruch erfahren haben«, berichtet Röllke. »Unsere Bedingungen sind optimal. Der Kinosaal in der Realschule und der Projektionsraum sind vorhanden. Zudem sind die Cineplex-Kinos weit genug entfernt, um keine Konkurrenz zu bieten und die Zusammenarbeit mit dem Odins-Filmtheater in Bad Lippspringe hat Bestand. Leider sind die Umrüstungskosten sehr hoch, auch wenn es mittlerweile angepasste kleinere Geräte gibt, die für unsere Vorführungen optimal geeignet sind.«

 Der Rhythmus-Kinoverein hofft auf Fördermittel für Kleinkunstfilmtheater, die von der Landesmedienanstalt ausgeschrieben werden. »Ebenso möchten wir in Schloß Holte-Stukenbrock alle möglichen Sponsoren ansprechen und um finanzielle Unterstützung bitten. Unsere Arbeit ist ehrenamtlich und kostet uns einiges an Arbeitsstunden, trotzdem möchten alle Mitglieder des Kinovereins weitermachen, um für Schloß Holte-Stukenbrock ein Kino zu erhalten und mit einem aktuellen Programm der Filmkunst zu glänzen«, sagt Röllke. Mit dem Erhalt des Kinos könnten auch Sonderveranstaltungen wie Kinderfilme mit dem Knax- und Mike-Club, Vorbehaltsfilme und Themenreihen, beispielsweise über Demenz, weiter angeboten werden.

 »Wir würden uns sehr freuen, wenn die Umstellung auf digitale Projektion realisiert wird, sich ein Träger findet und wir in unserem etablierten Kino auch in Zukunft ein breitgefächertes und brandaktuelles Programm zeigen können«, sagt Röllke. In den beinahe 14 Jahren nach seiner Gründung im Oktober 2000 hat das Rhythmus-Filmtheater mehr als 20000 Besuchern Filme gezeigt.

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