Studenten des Carl-Severing-Berufskollegs lösen Software-Frage der Firma Spradow 
Der wertvolle Blick von außen 

 Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Ninos Anter, Raphael Lukas und Aydin Cilgin haben die Ergebnisse eines Projekts gezeigt, das auch tatsächlich umgesetzt wird. Jörg Kraemer und sein Mit-Geschäftsführer Jan Ströher haben die Studenten unterstützt, indem sie eine optische Messmaschine und eine Laserbeschriftungsanlage nach Bielefeld gebracht haben, um die Ergebnisse praktisch vorführen zu können.

Mittwoch, 22.04.2015, 04:01 Uhr aktualisiert: 23.04.2015, 08:33 Uhr
Das Projektteam der Fachschule für Technik im Carl-Severing-Berufskolleg mit (von links) Ninos Anter, Raphael Lukas und Aydin Cilgin haben...
Das Projektteam der Fachschule für Technik im Carl-Severing-Berufskolleg mit (von links) Ninos Anter, Raphael Lukas und Aydin Cilgin haben für das Unternehmen Spradow einen neue CAD-Konstruktions- und Zeichensoftware gefunden und installiert.

Jörg Kraemer und Jan Ströher arbeiten seit dem Jahr 2000 mit dem Carl-Severing-Berufskolleg zusammen. Studenten erhalten so die Chance, praxistaugliche Lösungen für ein Problem zu finden und anzuwenden.

Das Unternehmen holt sich immer neue Impulse und frischen Wind gegen Betriebsblindheit. »Das jüngste Projekt ist aus der Anregung unserer Kunden entstanden. Sie wollen die Konstruktionspläne für die Messstellen, um sie in ihre Gesamtkonstruktion einzubetten. Zwei Kunden haben gesagt, dass sie das bis 2016 von uns brauchen. Ansonsten würden sie sich andere Lieferanten suchen«, berichtet Jörg Kraemer.

Mit der alten Software sei das nicht möglich gewesen. Die Studenten haben den Auftrag erhalten, aus dem riesigen Angebot an moderner CAD-Software das Richtige für die Bedürfnisse des Unternehmens zu finden, es in den Arbeitsprozess einzubauen und zu prüfen, ob die Daten noch anders nutzbar seien. »Die jungen Techniker waren im Unternehmen und haben Prozesse analysiert«, berichtet Kraemer.

In nur 20 Sekunden

Dabei hatten die drei jungen Männer freie Hand – und mussten nicht auf die Kosten schauen. »Insgesamt haben wir 100000 Euro investiert in die neue Software inklusive Schulung und in eine neue Messmaschine und in eine Laserbeschriftungsanlage.« Die optische Messmaschine prüft die Teile, bevor sie zum Kunden gehen.

Was früher pro Stück zehn Minuten gedauert hat, geht jetzt innerhalb von 20 Sekunden und wird zudem gleichzeitig elektronisch dokumentiert. Mit dem Beschriftungsautomaten werden auf die Teile zum Beispiel individuelle Chargennummern gelasert. Das könne das Unternehmen auch als Dienstleistung für andere Hersteller anbieten.

 »Den Studenten macht es Spaß, für die Praxis zu arbeiten«, sagt der Geschäftsführer. Von der Ist-Analyse bis zur Problemlösung hat es gerade mal zwei Monate gedauert. Das Ganze wird in einem Aktenordner dokumentiert, so dass sich der Prozess verfolgen lässt.

Gewachsene Zusammenarbeit

 Die Zusammenarbeit mit dem Carl-Severing-Berufskolleg gründet sich auf Jörg Kraemer, der von 1996 bis 2000 selbst die Fachschule besucht und seine Projektarbeit im eigenen Haus gemacht hat. Die Firma stellt Ventile her, so genannte Messkupplungen, die sich an beliebigen Stellen eines hydraulischen Systems einsetzen lassen, um den Druck zu überprüfen. Angewendet werden sie in der Medizintechnik, im Schiffsbau, in Baumaschinen, im Anlagen- und Windenergieanlagenbau.

Inzwischen beschäftigt das Unternehmen an der Görlitzer Straße mehr als 30 Mitarbeiter und hat vergangenes Jahr einen Umsatz von 3,3 Millionen Euro gemacht. www.spradow.de

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