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Mi., 06.05.2015

Bundespräsident gedenkt sowjetischer Kriegsgefangener im Dokumentationszentrum »Stalag 326 Senne« Gauck: »Wir erinnern an barbarisches Unrecht«

Bundespräsident Gauck hat am Mittwoch das ehemalige Kriegsgefangenenlager »Stalag 326 Senne« besucht.

Bundespräsident Gauck hat am Mittwoch das ehemalige Kriegsgefangenenlager »Stalag 326 Senne« besucht. Foto: Oliver Schwabe

Schloß Holte-Stukenbrock (WB/dpa). Bundespräsident Joachim Gauck hat bei seinem Besuch in Schloß Holte-Stukenbrock anlässlich des Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren eine stärkere Würdigung des Leids sowjetischer Kriegsgefangener angemahnt. Deren grauenhaftes Schicksal sei in Deutschland nie angemessen ins Bewusstsein gekommen.

»Millionen von Soldaten der Roten Armee sind in deutscher Kriegsgefangenschaft ums Leben gebracht worden - sie gingen an Krankheiten elendig zugrunde, sie verhungerten, sie wurden ermordet«, sagte Gauck während der Gedenkveranstaltung im Dokumentationszentrum »Stalag 326 Senne«. Er dankte zugleich den Westalliierten und der Sowjetunion, dass sie vor 70 Jahren gemeinsam Deutschland zur Kapitulation gezwungen und von der Nazi-Diktatur befreit hätten.

In dem Kriegsgefangenenlager »Stalag 326 Senne« waren mehr als 300.000 Gefangene inhaftiert, etwa 65.000 von ihnen kamen ums Leben. Durch die unbarmherzige Behandlung, die die insgesamt 5,3 Millionen Sowjetsoldaten in deutscher Gefangenschaft erlitten, sei deutlich mehr als die Hälfte von ihnen ums Leben gekommen, sagte Gauck.

Der Bundespräsident hatte zu der Gedenkfeier auch Diplomaten aus Ländern eingeladen, die Teil der ehemaligen Sowjetunion waren. Auch ein Überlebender des Lagers, Leo Frankfurt (93) und Angehörige eines gestorbenen Lagerhäftlings sollten teilnehmen.  »Wir stehen hier und erinnern an dieses barbarische Unrecht und die Verletzung aller zivilisatorischen Regeln«, sagte Gauck.

Anders als im Westen sei der Krieg im Osten von Anfang an als Vernichtungs- und Ausrottungskrieg geführt worden. Die entsprechenden Befehle Adolf Hitlers habe die Wehrmacht bereitwillig umgesetzt. »Auch die Wehrmacht hat sich schwerer und schwerster Verbrechen schuldig gemacht«, sagte Gauck. Das grauenhafte Schicksal der sowjetischen Kriegsgefangenen in Deutschland liege bis heute in einem »Erinnerungsschatten«.

Kommentare

Remember

wann endlich ist Schluss damit. Was können wir Nachfahren dafür, was Österreicher mit Schnäutzer und deren Schwachköppe so angerichtet haben. Oder lesen Sie tagtäglich, was für Gräueltaten der Mao Tse Tung gemacht hat,oder Stalin oder die SED-Stasi? Alleine der Mao Tse Tung hat über 100 Mio Menschen umgebracht. Und er Nordkoreanische Mahthaber und deren Väter haben auch Millionen umgebracht und machen es immer weiter. Darüber wird nie was gesagt. Aber alles was die Deutschen gemacht haben wird immer wieder gezeigt/gesagt. Egal was, für mich ist jeder Krieg, egal wo und wann ein Verbrechen und die Dummen sind die, die dort kämpfen müssen, auch wenn sie es nicht wollen, Und die Nutznießer ist die Waffenindustrie. Und dann wundere ich mich, dass die so intelligenten Politiker seit 1945 nichts dazu gelernt haben.

Sehr geehrter Herr Schönow, wenn Sie sich darüber echauffieren, dass, Ihrer Meinung nach, stets lediglich die Greueltaten der Wehrmachtsangehörigen und Nazis angeprangert werden, lassen Sie mich Ihnen folgende Fragen stellen: Wer hat den zweiten Weltkrieg begonnen? Die Angehörigen welcher Armee haben der Sowjetunion gewütet und ca. 27 Mio Menschen dort getötet?
Eine bodenlose Unverschämtheit von Herrn Gauck ist es, die Greuel der Wehrmachtssoldaten nachrangig einzustufen und damit die Schuld von ihnen abzuweisen. Aber das ist offensichtlich seiner schlechten, nationalsozialistisch geprägten Kinderstube zuzuschreiben - widerlich.

m

sehr geehrter Herr Gauck, und wie wäre es, wenn man sich an die barbarischen Verbrechen der Sowjets erinnert, die zig Tausende deutsche Mädchen und Frauen vergwaltigt haben und die Soldaten die in russischer Kriegsgefangenschaft geraten waren und was die durchgemacht haben. Ich kann es nicht mehr hören, tagtäglich werden die Taten der Deutsche angeprangert. Wann endlich ist Schluss damit? Es waren übrigens nicht alle Deutsche Nazis und nicht alle, die in der Zeit gelebt haben waren bei der Wahl 1933 - 21 Jahre alt. Und Herr Gauck, dann erinnern Sie bitte auch tagtäglich über die Verbrechen der SED-Stasi.

3 Kommentare

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