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Mi., 17.02.2016

Bezirksregierung hat bei der BMX-Bahn in Stukenbrock-Senne ein Wörtchen mitzureden Denkmal muss geschützt werden

2014 hat die Dorfgemeinschaft mit Kindern die Idee einer BMX-Bahn vorgestellt: (von links) Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, Bernhard Derksen, Julia Wulf und Hermann-Josef Brummelte.

2014 hat die Dorfgemeinschaft mit Kindern die Idee einer BMX-Bahn vorgestellt: (von links) Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, Bernhard Derksen, Julia Wulf und Hermann-Josef Brummelte. Foto: Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB/ms). Die Stadt braucht eine Erlaubnis nach dem Denkmalschutzgesetz, wenn sie in Stukenbrock-Senne am Jägergrund eine BMX-Bahn für Kinder genehmigen will. Das hat Kerstin Steinmeier, städtische Fachbereichsleiterin für Bildung und Soziales, im Haupt- und Finanzausschuss gesagt.

Das bestätigt Andreas Moseke, Sprecher der Bezirksregierung. Das Gelände liegt am Sowjetischen Ehrenfriedhof. Der Friedhof ist ein Baudenkmal. In seiner Nähe will der Verein »Unser Dorf Stukenbrock-Senne« die BMX-Fahrrad-Bahn für Kinder errichten.

Bisher liege noch kein Antrag der Stadt vor. »Wir müssen uns erst mit der Rechtskulisse beschäftigen«, sagt Moseke. Da der Sowjetische Ehrenfriedhof Landeseigentum sei, sei die Obere Denkmalbehörde bei der Bezirksregierung zuständig.

Sensibler Umgang mit Gelände

Eben diese Nähe zum Sowjetischen Ehrenfriedhof, auf dem Kriegsgefangene beerdigt sind, die im Stalag 326 während des Zweiten Weltkriegs gestorben sind, ist für Bündnis 90/Die Grünen, SPD und FDP das Ausschlusskriterium. »Wir wollen die CDU davon überzeugen, mit dem Gelände sensibler umzugehen«, sagte Bruno Reinke (Grüne). »Zum Antikriegstag im September, den der Verein Blumen für Stukenbrock ausrichtet, findet hier das Antifa-Camp mit 200 bis 400 Besuchern statt.«

Er habe außerdem mit dem Vorsitzenden des Fördervereins Dokumentationsstätte Stalag 326, Manfred Büngener, gesprochen, »einem CDU-Mann«. Der habe ihm gesagt, so Reinke, dass der Förderverein mit einer BMX-Bahn nicht glücklich sei, weil der Vorplatz zum Eingang des Friedhofs von der Dokumentationsstätte genutzt werden könnte.

Thorsten Baumgart (FDP) pflichtet den Grünen bei. Das Antifa-Camp sei zwar kein Grund, die Bahn abzulehnen, aber ein Argument. »BMX-Bahn und die Würde des Friedhofs passen nicht zusammen, zumal auch der Förderverein Vorbehalte hat«, meint Baumgart.

Die SPD lehne eine BMX-Bahn dort ab

»Wenn sich ein Mitarbeiter der Bezirksregierung auf den Weg macht, dann ist das ein Signal«, sagt Heinz-Wilhelm Tzschentke (SPD). Die SPD lehne eine BMX-Bahn dort ab. »Das ist dort nicht angebracht, auch wenn sie noch so naturnah ist. Die Würde des Denkmals hat Vorrang.« Die absolute Mehrheit der CDU stimmt für die BMX-Bahn. Klaus Dirks: »365 Tage BMX ist mir lieber als drei Tage Antifa-Camp.«

Auf Anfrage von Martin Wildemann (CSB) sagte Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, dass die Stadt Gelände vom Bund pachten oder kaufen werde, weil die BMX-Bahn etwas größer werde als das städtische Gelände hergibt. Betonelemente werden nicht verbaut, die Gestaltung ist mit der Unteren Landschaftsbehörde und der Stadt abzustimmen.

Für die Umsetzung des Plans will die Stadt 10.000 Euro ausgeben. Ein Gelände am Sportplatz Senne-Alm sei keine Alternative, weil es zu klein für die BMX-Bahn sei. 

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