GEG Kreis Gütersloh legt Konzept vor – Stadtverwaltung kümmert sich um Grundstück
Recyclinghof wird jetzt geplant

Schloß Holte-Stukenbrock (WB/kl). Die Stadt soll einen Recyclinghof bekommen, und die GEG soll ihn betreiben. Ein entsprechendes Grundstück dafür wird von Schloß Holte-Stukenbrock zur Verfügung gestellt.

Dienstag, 12.04.2016, 17:54 Uhr aktualisiert: 13.04.2016, 12:35 Uhr
September 2015: Ausschussmitglieder besichtigen die Elektroschrottannahme auf dem städtischen Bauhof. Foto: Matthias Kleemann
September 2015: Ausschussmitglieder besichtigen die Elektroschrottannahme auf dem städtischen Bauhof. Foto: Matthias Kleemann

Die GEG (Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen Kreis Gütersloh mbH) ist für die Entsorgung aller kommunalen Abfälle im Kreis Gütersloh zuständig. Es handelt sich um eine Non-Profit-Gesellschaft, die also nur kostendeckend arbeitet.

Bislang wurde auf dem städtischen Bauhof an der Alten Spellerstraße der Recyclingabfall in Eigenregie angenommen, insbesondere Sperrmüll, Altpapier, Pappe und Kartons, Elektroschrott, Altmetall, Bauschutt. Grünabfall kann regelmäßig am Klärwerk in Liemke abgegeben werden.

Bauhof überfordert

Schon häufiger ist darauf hingewiesen worden, dass die Annahme von Recyclingabfall auf dem Bauhof an ihre Grenzen stößt. Das Gelände ist zu klein, sowohl für die große Zahl der Anlieferer an bestimmten Tagen, als auch für die Vielzahl von Containern und Behältern für die unterschiedlichen Abfallsorten, da auf diesem Gebiet eine immer größere Diversifizierung stattfindet.

Schließlich ist die Abfallannahme auch mit dem zur Verfügung stehenden Bauhofpersonal kaum zu schaffen. Durch die Sonderschichten an Samstagen laufen Überstunden auf. Bauhofleiter Andreas Elbracht hatte im Rahmen einer Besichtigung durch den Energie- und Umweltausschuss im September vergangenen Jahres unter anderem gesagt: »Die Annahme des Elektroschrotts wächst uns über den Kopf.« Auch er plädierte seinerzeit für einen Recyclinghof.

Die GEG hat Erfahrung mit solchen Anlagen. Sie hat schon mehrere gebaut und betreibt sie auch, zum Beispiel in Gütersloh. Die Stadt müsse der GEG die Aufgabe übertragen, sagte der GEG-Bereichsleiter Dienstleistungen, Andreas Meschede, am Montagabend im Energie- und Umweltausschuss.

Die Stadt zahlt dafür einen Betrag von 65 000 Euro pro Jahr, die sie in ihre Müllgebühren einrechnen muss. Das entspricht etwa 2,50 Euro pro Einwohner. Die Müllgebühren müssen deswegen jedoch nicht zwingend steigen. Bürgermeister Hubert Erichlandwehr wies darauf hin, dass der städtische Haushalt durch einen Recyclinghof auch entlastet wird, zum Beispiel durch geringere Personalkosten, weil weniger Überstunden auf dem Bauhof anfallen.

Die Anlieferung von Sperrmüll, Grünabfall und Bauschutt ist außerdem auch auf dem Recyclinghof kostenpflichtig. Elektroschrott, Altpapier und einiges andere werden kostenlos entgegengenommen. Außerdem macht die GEG auch die Annahme bestimmter Wertstoffe für caritative Zwecke möglich, Meschede wies auf eine Korkensammlung hin.

Skepsis herrscht bei den Mitgliedern des Ausschusses hinsichtlich der Gebühren für Grünabfall. Da es kurz hinter der lippischen Kreisgrenze in Augustdorf eine gewerbliche Annahme von Grünabfall gibt, bei der die Anlieferer deutlich weniger zahlen, könnte es sein, dass dieses Angebot auch weiterhin genutzt wird.

Andererseits dürften in Augustdorf genau genommen, nur Augustdorfer Bürger ihr Material abgeben. Vielleicht siegt aber auch die Bequemlichkeit. »Der Bürger setzt auf die Anlaufstelle, die er kennt, und wo er alles loswerden kann«, sagt Bürgermeister Hubert Erichlandwehr.

Zentrale Lage

Das Grundstück für den Recyclinghof müsste eine Größe von 2500 bis 5000 Quadratmetern haben und für alle Bürger der Stadt gut erreichbar sein. Alexander Bruns von der Abteilung Technik der GEG stellte einige der vorhandenen Recyclinghöfe vor. Die Container, in denen der unterschiedliche Abfall entsorgt wird, stehen nach neuesten Erkenntnissen in einer so genannten Sägezahnanordnung am günstigsten. Zusätzlich sollten sie auf einem tieferen Niveau stehen, damit die Anlieferer ihren Müll nur über eine etwa einen Meter hohe Kante heben müssen.

Anlieferer fahren zunächst an einem Häuschen vorbei, wo sie angeben können, was sie abzugeben haben. Gleichzeitig kann das Fahrzeug gewogen werden. Nach der Entsorgung gibt es auf den Anlagen der GEG einen Staubsauger, der sehr gerne genutzt werde, sagt Bruns.

Zusätzlicher Service auf den Anlagen der GEG sind die Herausgabe von gelben Säcken und der Austausch von Mülltonnen. Das Personal sei geschult, die Annahmezeiten bürgerfreundlich.

Die Stadtverwaltung habe einige Grundstücke hinsichtlich ihrer Tauglichkeit geprüft, hieß es während der Sitzung. Nachdem der Ausschuss am Montag Grünes Licht gegeben hat, soll die Grundstücksauswahl nun konkretisiert werden.

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