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Di., 08.11.2016

Ausgleich für das interkommunale Gewerbegebiet Stukenbrock-Senne Feld- und Heidelerche brauchen Schutz

Das interkommunale Gewerbegebiet Stukenbrock-Senne (schraffiert) liegt zwischen FFH-, Vogelschutz-, Landschaftsschutz- und Naturschutzgebieten.

Das interkommunale Gewerbegebiet Stukenbrock-Senne (schraffiert) liegt zwischen FFH-, Vogelschutz-, Landschaftsschutz- und Naturschutzgebieten. Foto: Untere Landschaftbehörde

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Artenschutz wird beim Ausgleich für das neue Gewerbegebiet Stukenbrock-Senne die entscheidende Rolle spielen. Im Gebiet leben je zwei Paare der Feldlerche und der Heidelerche. Die müssen den Ersatz akzeptieren, bevor das Gebiet bebaut wird. Vorteil: Von diesen Tieren gibt es in der Region noch mehr. Wäre das nicht so, dürfte das Gebiet nicht bebaut werden.

Im Energie- und Umweltausschuss haben Hans-Georg Westermann, Sachgebietsleiter der Unteren Landschaftsbehörde beim Kreis Gütersloh, und Annette Pagenkemper, zuständig für Bauleitverfahren, die Situation in Stukenbrock-Senne dargestellt. Anlass war der Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, für das Gewerbegebiet ein innovatives Ausgleichsflächenkonzept zu erstellen. Die Grünen wollen verhindern, dass der Ausgleich irgendwo, vielleicht sogar außerhalb des Gebiets »erkauft« wird.

In Stukenbrock-Senne stehen die Planer vor den härtesten Anforderungen. »Als Ausgleich zählt nicht Aufforstung, sondern nur die Förderung des Biotoptyps Sandäcker.« Den Landwirten, von denen man Flächen wolle, müsse man etwas anbieten. »Mit Geld kriegt man die Landwirtschaft nicht«, sagte Pagenkemper. Den Landwirten gehe es um Synergie. Pagenkemper schlägt vor, eng und frühzeitig mit den Beteiligten zusammenzuarbeiten. Stadt, Planer, Kartierer und Untere Landschaftsbehörde werden gemeinsam ein Konzept entwickeln. Wie im Kreis Gütersloh seit Jahren praktiziert, werden alle Partner an einen Tisch kommen – die Kommunen, Landschaftsbehörde, Landwirte, Landwirtschaftskammer, Waldbauern, Biostationen, der Staatsbetrieb Wald und Holz, Wasserversorger und Bezirksregierung. »Wir werden auf unsere guten Erfolge aufbauen.«

Auf Anfrage von Bruno Reinke (Grüne) sagte Pagenkemper, dass keine Kommune des Kreises sich bisher auf den Ökopunkte-Handel eingelassen habe. »Wir wollen das der Landwirtschaft zugute kommen lassen.« Die Landwirte meldeten sich bei ihr. In der Flächenakquise sei es wichtig, die Kommunen in die Verantwortung zu nehmen. »Wir müssen uns sputen, wenn es 2018 losgehen soll.« Bürgermeister Hubert Erichlandwehr sagte, dass Hövelhof und Augustdorf Flächen einbringen müssten. Sie seien am Gewerbegebiet beteiligt, das komplett Schloß Holte-Stukenbrocker Fläche beansprucht. Auf Nachfrage sagte Westermann, dass es keine Rolle spiele, ob die Senne zum Nationalpark werde oder nicht. »Das Vorgehen ist das gleiche.«

Bruno Schmidt (SPD) wollte wissen, ob es Höhenbegrenzungen für Hallen im Gewerbegebiet gebe. Das, sagte Pagenkemper, sei eine Frage der Stadtplanung. Bei 30 Metern und höher werde das Landschaftsbild beeinträchtigt.

Die Kosten werden von der GmbH übernommen, die für die Entwicklung des Gewerbeparks eingesetzt wird und dann auf die Grundstückspreise für die Unternehmen umgelegt, die sich dort ansiedeln.

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