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Mi., 19.04.2017

Sieben Eigentümer in Stukenbrock-Senne wollen ihr Land nicht verkaufen Protest gegen Gewerbegebiet

Sie besiegelten am 14. Februar die Gewerbepark Senne GmbH: (von links) Michael Berens, Bürgermeister Hövelhof, Olaf Junker, Geschäftsführer der Gewerbepark Senne GmbH, Dr. Andreas Wulf, Bürgermeister Augustdorf, und Hubert Erichlandwehr, Bürgermeister Schloß Holte-Stukenbrock. Jetzt regt sich der Protest gegen das geplante Gewerbegebiet.

Sie besiegelten am 14. Februar die Gewerbepark Senne GmbH: (von links) Michael Berens, Bürgermeister Hövelhof, Olaf Junker, Geschäftsführer der Gewerbepark Senne GmbH, Dr. Andreas Wulf, Bürgermeister Augustdorf, und Hubert Erichlandwehr, Bürgermeister Schloß Holte-Stukenbrock. Jetzt regt sich der Protest gegen das geplante Gewerbegebiet. Foto: Monika Schönfeld

Von Bernd Steinbacher und Matthias Kleemann

Schloß Holte-Stukenbrock  (WB). Gegen das geplante interkommunale Gewerbegebiet in Stukenbrock-Senne regt sich Widerstand. Mehrere Landeigentümer wollen ihre Flächen nicht an die Stadt verkaufen.

»Wir haben Post von der Stadt bekommen. Uns wurde ein Kaufangebot unterbreitet«, sagte Annette Auster-Müller. Die Betreiberin des Campingplatzes am Furlbach bestätigte, dass es am Karfreitag ein Treffen betroffener Grundstückseigentümer gegeben hat. Nach derzeitigen Stand wollen sieben Eigentümer nicht verkaufen.

»Bei mir handelt es sich um eine etwa 7,5 Hektar große Fläche«, so Auster-Müller. Der Campingplatz sei nicht betroffen, aber benachbarte Flächen und das Grundstück mit ihrem Elternhaus.

Sorge um Erhalt der Natur

Die sieben Eigentümer hätten ihre Absicht, ihre Grundstücke nicht verkaufen zu wollen, der Stadtverwaltung Schloß Holte-Stukenbrock am Dienstag per Brief mitgeteilt. Beigeordneter Bernhard Gebauer sagte auf Anfrage, dass die Stadt bislang kein Schreiben von Landeigentümern in Stukenbrock-Senne erhalten habe.

Die Grundstückseigentümer sorgen sich um den Erhalt der Natur und befürchten, dass Stukenbrock-Senne unter den Auswirkungen des neuen geplanten Gewerbegebietes leide, zum Beispiel wegen der Zunahme des Verkehrs. Laut bisheriger Planung soll das neue interkommunale Gewerbegebiet 53 Hektar groß sein. Schloß Holte-Stukenbrock, Hövelhof und Augustdorf wollen dort Gewerbe ansiedeln. Die drei Kommunen haben dafür am 14. Februar den Vertrag für die Gewerbepark Senne GmbH unterzeichnet.

Unterschriftensammlung gestartet

Eine Unterschriftensammlung gen das geplante Gewerbegebiet hat mittlerweile begonnen, nicht nur die Landeigentümer sprechen sich gegen die Planung aus. Mehrere Listen sind im Umlauf. Banner auf den Grundstücken sollen demnächst auf den Protest aufmerksam machen.

In einer schwierigen Situation befindet sich nach eigenen Worten Gabriele Benteler, Geschäftsführerin der Benteler Holzverarbeitung GmbH am Lippstädter Weg. Sie führe zwar einen Kleinbetrieb direkt neben dem geplanten Gebiet, doch befürchtet sie Schwierigkeiten. Das schöne Umfeld wäre weg und der Verkehr würde zunehmen. »Ich lehne das Gewerbegebiet ab«, sagte Gabriele Benteler auf Anfrage des WESTFALEN-BLATTES. Sie habe ebenfalls Post von der Stadt erhalten und lehne den Verkauf ihres Grundstücks ab. Bei ihr handele es sich um eine relativ kleine Fläche. Sie wolle das bisschen Grün behalten. Aber auch Nachbarn sprächen sich gegen das große Gewerbegebiet aus.

Die Geschäftsführerin sagte außerdem, dass es in den vergangenen »mehr als 30 Jahren immer ein Kampf gewesen ist, wenn wir die Firma erweitern wollten«. Immer sei darauf verwiesen worden, dass es sich um den Außenbereich und um Landschaftsschutzgebiet handele. »Das zählt wohl jetzt nicht mehr.«

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