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Sa., 02.09.2017

50 Jahre »Blumen für Stukenbrock«: Gedenkveranstaltung auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof in Stukenbrock-Senne Friedensinitiative fordert Entspannungspolitik gegenüber Russland

Werner Höner, Mitglied des Arbeitskreises Blumen für Stukenbrock und ehemaliger langjähriger Vorsitzender, während seiner Rede.

Werner Höner, Mitglied des Arbeitskreises Blumen für Stukenbrock und ehemaliger langjähriger Vorsitzender, während seiner Rede. Foto: Bernd Steinbacher

Schloß Holte-Stukenbrock (epd). Der friedenspolitische Arbeitskreis »Blumen für Stukenbrock« hat eine neue Entspannungspolitik gegenüber Russland gefordert. Bei einer Gedenkveranstaltung auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof in Stukenbrock-Senne (Kreis Gütersloh) wurde am Samstag zugleich das 50-jährige Engagement des Arbeitskreises gewürdigt, der das Andenken an die dort begrabenen Opfer der NS-Diktatur pflegt.

Die erste Gedenkfeier auf dem Soldatenfriedhof in Ostwestfalen fand am 2. September 1967 statt.

»Russische Sicherheitsinteressen ernst nehmen«

Hubert Kniesburges, Vorsitzender des Arbeitskreises »Blumen für Stukenbrock« (links), mit dem Hauptredner Dr. Ulrich Schneider, Generalsekretär der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer gegen den Faschismus Foto: Bernd Steinbacher

Im Interesse der Menschen in Deutschland und Russland müsse eine Verschärfung politischer und militärischer Spannungen verhindert werden, sagte der Generalsekretär der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten, Ulrich Schneider. Russische Sicherheitsinteressen müssten ernst genommen werden anstatt mit Nato-Truppen immer näher an die Grenzen des Landes zu rücken. Nötig sei eine neue Ost- und Entspannungspolitik. Schneider lobte das jahrzehntelange Engagement von »Blumen für Stukenbrock« als »beeindruckendes Beispiels für die Kontinuität geschichtspolitischer Erinnerungsarbeit«.

Kontakte zu Überlebenden

Der Mitgründer und langjährige Vorsitzende von »Blumen für Stukenbrock«, Werner Höner, zog zum 50. Jubiläum eine positive Bilanz. So sei die Geschichte des Lagers inzwischen weit über die Grenzen der Region bekannt. Durch die Kontakte zu Überlebenden in der ehemaligen UdSSR seien Brücken im Kalten Krieg gebaut worden. Die diesjährigen Veranstaltung stand unter dem Motto: »Ein dauerhafter Frieden ist nur mit Russland möglich!«

NS-Dokumentationsstätte

Der Arbeitskreis wurde in Lemgo von einer Gruppe junger Sozialdemokraten, Kommunisten und Vertretern der Kirchen gegründet. Unter den prominenten Besuchern des Soldatenfriedhofs war im Jahr 2015 der damalige Bundespräsident Joachim Gauck. 1989 kam Raissa Gorbatschow gemeinsam mit der Frau des damaligen Bundeskanzlers, Hannelore Kohl, und der Frau des damaligen NRW-Ministerpräsidenten, Christina Rau.

Auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof liegen nach Angaben der Initiative mehr als 65.000 sowjetische Opfer. Das in der Nähe gelegene Kriegsgefangenenlager Stalag 326 wurde am 2. April 1945 durch die US-Armee befreit. Auf dem Gelände richtete »Blumen für Stukenbrock« Mitte der 90er Jahre eine NS-Dokumentationsstätte ein.

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