Mo., 29.01.2018

Tag der offenen Tür: Im Gymnasium schnuppern Viertklässler in den Unterricht »Mit aller Kraft ein neues G9«

Im Schnupperunterricht ließ Musiklehrer Knut Peters mit der Klasse 5d die Viertklässler zu Antonio Vivaldis Winter aus den Vier Jahreszeiten mit den Zähnen klappern und den wilden Nordwind tänzerisch, gezeichnet und in Noten darstellen.

Im Schnupperunterricht ließ Musiklehrer Knut Peters mit der Klasse 5d die Viertklässler zu Antonio Vivaldis Winter aus den Vier Jahreszeiten mit den Zähnen klappern und den wilden Nordwind tänzerisch, gezeichnet und in Noten darstellen. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Ich hänge mich da mal weit heraus: Wahrscheinlich werden wir mit aller Kraft ein neues G9 aufbauen.« Der Schulleiter des Gymnasiums, Dr. Michael Kößmeier, hat beim Tag der offenen Tür vor dem Eltern der Viertklässler klar Stellung bezogen – auch wenn die Abstimmung in der Schulkonferenz erst nächstes Schuljahr erfolgt.

Das Gymnasium Schloß Holte-Stukenbrock kann beides: Es hat im Jahr 2000 mit G9 (Abitur nach neun Jahren) angefangen, gezwungenermaßen 2005 auf G8 umgestellt. »Mein Ratschlag: Schauen Sie sich heute an, was Schüler und Lehrer leisten, lassen Sie sich unsere individuelle Förderung erläutern. Wenn Sie dann Vertrauen zum Gymnasium fassen, sollte die Wahl nicht von der Schullänge abhängen.«

Die Tendenz zu G9 liest Kößmeier an den Rückmeldungen der Eltern und Schüler ab, die sich im bisherigen Prozess geäußert haben. Im Juli 2018 entscheide die Politik, Ende des Jahres werde die Prüfungsordnung geändert, bis zum 31. Januar 2019 muss die Schulkonferenz mit Zweidrittelmehrheit plus einer Stimme abstimmen, wenn sie bei G8 bleiben will. »Sonst bekommen wir automatisch G9 zurück.«

Freizeit für Engagement in Vereinen

Kößmeier stellte den Eltern den G9-Bildungsgang vor mit zwei Jahren Erprobungsstufe, vier Jahren Mittelstufe und drei Jahren Oberstufe. Die zweite Fremdsprache werde dann wieder ab Klasse 7 unterrichtet, die dritte ab Klasse 9. »Die Schüler haben dann keinen Unterricht mehr am Nachmittag, außer in Arbeitsgemeinschaften. Das ist auch im Interesse der Schüler, die sich in ihrer Freizeit dann wieder leichter in Kirche, Vereinen und Sport engagieren können«, sagt Kößmeier.

Der Tag der offenen Tür ist erstmals neu strukturiert worden. Verbesserungsfähig ist noch der Zugang zum Probeunterricht in den 5. Klassen. Am Samstag gab es lange Schlangen, um eine »Eintrittskarte« zu bekommen. »Das machen wir nächstes Jahr anders«, sagte Katrin Dropczynski, die gemeinsam mit dem Schulleiter, seiner Stellvertreterin Heike Bug, Christina Gellert, Kristina Angelis-Harmening, Marcus Nümann und Mattis Rogers im Arbeitskreis das Konzept entwickelt hat.

Jedes Fach präsentiert sich

»Uns war wichtig, dass jedes Fach gut vertreten ist«, sagt Dropczynski. Nach dem Schnupperunterricht gab es viel zu sehen und auszuprobieren. In den Naturwissenschaften staunten die Zuschauer in der Chemie-Show, schauten, wo die Technik bei der Natur abgeguckt hat, ließen sich über Raketenbau in der Weltraum-AG informieren, tauchten ein in die Welt des Mikrokosmos. Es gab Französisch-Vokabeln »to go« im Schnellkurs, eine Rundreise durch Länder, in denen Spanisch gesprochen wird, oder Spiele und Frisuren aus römischer Zeit. In der Kunst heißt Schönschrift heute »Hand-Lettering«. Fitness zum Mitmachen boten Schüler in der Sporthalle. Das Geschichtsprojekt in Zusammenarbeit mit der Gedenkstätte Stalag war dabei. Medienscouts und Streitschlichter berichteten.

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