Wirtschaftsausschuss: Rat soll zu Wahl & Co. am Kreuzkrug entscheiden
Auseinandersetzung über Logistiker

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Nach heftiger Debatte im Wirtschafts- und Stadtentwicklungsausschuss wegen der Ansiedlung des Logistikunternehmens Wahl & Co. ist einstimmig beschlossen wurden, dass der Rat am 20. März entscheiden soll.

Donnerstag, 22.02.2018, 06:45 Uhr aktualisiert: 22.02.2018, 08:04 Uhr
Das Unternehmen Wahl & Co. benötigt Paltz zum Wachsen. Dieser ist in Bielefeld-Sennestadt nicht vorhanden. Deshalb sucht der Logistiker seit mehreren Jahren. Für die Fläche in Schloß Holte-Stukenbrock müsste der Regionalplan geändert werden. Foto: Monika Schönfeld
Das Unternehmen Wahl & Co. benötigt Paltz zum Wachsen. Dieser ist in Bielefeld-Sennestadt nicht vorhanden. Deshalb sucht der Logistiker seit mehreren Jahren. Für die Fläche in Schloß Holte-Stukenbrock müsste der Regionalplan geändert werden. Foto: Monika Schönfeld

Dabei geht es erst einmal um die grundsätzliche Zustimmung. Über die Unternehmenspläne hat das WESTFALEN-BLATT am 13. Februar berichtet. »Es gibt noch kein formelles Verfahren, nur den Antrag des Vorhabenträgers«, sagte Bürgermeister Hubert Erichlandwehr zu Beginn der Sitzung des Ausschusses am Dienstagabend. »Der Knackpunkt ist der Verkehr.«

Die Bezirksregierung Detmold hat zwischenzeitlich darauf hingewiesen, dass eine Einleitung des Verfahrens zur Änderung des Regionalplans in der nächsten Sitzung des Regionalrates noch nicht möglich ist. Gutachten zur Verkehrssituation und zum Schall müssten erst erstellt werden.

Anträge von CDU und FDP

Sowohl CDU als auch FDP hatten für die Sitzung Anträge eingereicht. Die CDU will damit erreichen, dass im neuen Regionalplan der Kreuzkrug als Gewerbe- und Industriegebiet aufgenommen und die weitere Entwicklung von Bezirksregierung und Regionalrat positiv begleitet wird.

Der FDP geht es noch einmal darum, besonders dem Lärmschutz an der Oerlinghauser Straße zu verankern. Zudem seien die Verkehrsströme an der Autobahnauf- und abfahrt und der Kreuzkrug-Kreuzung zu verbessern. »Was die FDP beantragt, gehört in das Verfahren«, so der Bürgermeister. Jetzt gehe es um eine grundsätzliche Zustimmung, damit nicht umsonst in Gutachten investiert werde. Eine Baureife sei vermutlich erst 2020 zu erreichen.

Gerhard Blumenthal sagte, die FDP sei offen für das Vorhaben, aber verwundert über die Bezirksregierung. Diese habe immer betont, ein Gewerbegebiet Kreuzkrug sei nicht möglich. Nun sei der private Investor aktiv geworden und »es geht«. Die FDP wolle bekräftigen, die Lärmbelastung und die Verkehrssituation genau zu prüfen.

»Wir wollen den Kreuzkrug entwickeln. Es ist ein Sahnestück«, sagte Bruno Reinke (Grüne) »Doch ein Logistiker an dieser Stelle geht nicht.« Schon jetzt nutzten viele Lkw die Falkenstraße, es gebe Staus im Bereich der Autobahnauffahrten, an der Kreuzkrug-Kreuzung, sogar auf der Tunnelstraße. Der Platz, den Wahl und Co. benötige, sei so groß wie 200 Fußballfelder.

»Da mache ich nicht mit. Ich freue mich, dass es bis 2020 dauert. Das wird ein gutes Thema für die Kommunalwahl werden.«

Bruno Schmidt

Auch Bruno Schmidt (SPD) lehnt das Vorhaben von Wahl & Co. ab. Die Verkehrssituation gebe das nicht her. Ampeln lösten das Chaos nicht, Lkw würden durch Stukenbrock fahren, und die Auffahrt Schloß Holte meiden. »Wo genau soll Wahl Co. hin? Beim Regionalrat war nicht eine Akte einzusehen. Das macht der Ältestenrat unter sich aus«, kritisiert er die Vorgehensweise. Kein Aktenvorgang bedeute Mauschelei. »Da mache ich nicht mit. Ich freue mich, dass es bis 2020 dauert. Das wird ein gutes Thema für die Kommunalwahl werden.«

CDU-Fraktionschef Jürgen Gärtner verfolgt einen anderen Ansatz. »Es ist ein vorhabenbezogenes Verfahren. Wahl & hat sich an die Bezirksregierung gewandt. Doch damit ist die Tür für ein Gewerbegebiet Kreuzkrug ganz weit offen. Wenn wir mit dem Verfahren beginnen, können wir Interessenten aus dem Stadtgebiet schneller bedienen.«

Erst bei einem Verfahren würden dann Zahlen und Fakten auf den Tisch gelegt. »Wir können bei einer Abwägung immer noch nein sagen.« Aber: »Wir können nicht alle bei Amazon bestellen, und keine Logistiker haben wollen.« Das sehen Reinke und Schmidt anders. Sie sagen nein zu Wahl & Co. an dieser Stelle.

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