Fr., 06.04.2018

In der Rettungswache Schloß Holte-Stukenbrock ist der Meditransporter stationiert Auf Kreistour mit Medikamenten

Günter Bethge belädt den Meditransporter in der Rettungswache Schloß Holte. Im Hintergrund sieht man die Aluminiumboxen, die in der Apotheke des Städtischen Klinikums Gütersloh ausgetauscht werden.

Günter Bethge belädt den Meditransporter in der Rettungswache Schloß Holte. Im Hintergrund sieht man die Aluminiumboxen, die in der Apotheke des Städtischen Klinikums Gütersloh ausgetauscht werden. Foto: Matthias Kleemann

Von Matthias Kleemann

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Zweimal in der Woche werden die Rettungswachen des Kreises Gütersloh mit frischem medizinischem Material versorgt: Medikamente, Pflaster und Verbände, Einweg-Verbrauchsartikel. Das meiste davon wird nämlich zentral eingekauft und zentral gelagert – in der Rettungswache Schloß Holte-Stukenbrock.

Deswegen ist hier auch der so genannte Meditransporter des Kreises stationiert. Es handelt sich um ein ausgemustertes Kommandofahrzeug, einen VW-Bulli. Zweimal in der Woche sitzt Rettungsassistent i.R. Günter Bethge oder ein Kollege hinterm Steuer, um die Sachen zu verteilen. 120 Kilometer lang ist eine Tour. Es geht von Schloß Holte zunächst zum Städtischen Klinikum in Gütersloh, dann zum Kreishaus und von dort nach Halle, Versmold, Harsewinkel, Rietberg, Verl und zurück nach Schloß Holte.

Hier sind der Leiter der Rettungswache, Markus Brock, und die Notfallsanitäter Kevin Schenkel und Jörn Aschoff für den Einkauf und die Verteilung des Materials zuständig. Seit dem Jahr 2011 werden die Rettungswachen des Kreises auf diese Weise beliefert. Bereits im Jahr 2003 hat die Rettungswache mit einem Probebetrieb des elektronischen Warenwirtschaftssystems begonnen.

Alles bekommt einen internen Barcode

»Verbrauchsmaterial wie Einweghandschuhe, Pflaster, Verbände, Beatmungsschläuche oder Halskrausen, ist günstiger, wenn es in großen Mengen gekauft werden kann«, sagt Brock. Eine zentrale Bestellung und Lagerung sei schlicht praktisch. Alles was angeliefert wird, zum Teil direkt vom Hersteller, wird über den jeweiligen Barcode gescannt und bekommt ein Etikett mit einem neuen internen Barcode. Dadurch ist es in den Bestand aufgenommen worden. Ab da kann das Computerprogramm jeden Artikel, jede Charge nachverfolgen, bis sie auf einen Rettungswagen geladen wird. Sämtliche Wachen haben Zugriff auf das Programm. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass Material rechtzeitig bestellt wird, bevor es knapp wird.

Das System kennt das Ablaufdatum von Medikamenten oder anderem Material, kann die Artikel gegebenenfalls innerhalb der Rettungswachen dorthin verschieben, wo sie vielleicht noch aufgebraucht werden können und sorgt somit dafür, dass es wenig Verfall gibt. Und weil das System darüber hinaus weiß, wo Artikel einer bestimmten Charge gelandet sind, ist es auch kein größeres Problem, sie wieder einzusammeln, sollte es mal einen Rückruf wegen fehlerhafter Fabrikation geben.

Ein kleiner Raum in der Rettungswache Schloß Holte-Stukenbrock ist bis unter die Decke vollgestopft mit allem, was man auf einem Rettungswagen braucht: Rettungsdecken, Dreieckstücher, Desinfektionsmittel, Einweg-Elektroden für EKG oder Defibrillatoren. In einem anderen Raum stehen Medikamente in einem Schrank: Schmerz- und Narkosemittel, Infusionen, Herzmittel. Der Zutritt in diesen Raum wird zur Sicherheit über einen Fingerabdruckscanner kontrolliert.

Medikamente kommen aus der Krankenhaus-Apotheke

Die meisten Medikamente werden jedoch, anders als das Verbands- und Verbrauchsmaterial, nicht in der Rettungswache gelagert, sondern zentral über die Apotheke des Klinikums Gütersloh bezogen. Deshalb ist das die erste Station des Meditransporters auf seiner Rundfahrt. Die Lieferung für die einzelnen Wachen steht fertig verteilt in einzelnen Aluminiumboxen bereit und wird vom Fahrer gegen leere Boxen eingetauscht, die er auf seiner Rundfahrt vorher eingewechselt hat.

Und der Verbrauch ist hoch, denn: »Die Rettungsteams sind wesentlich häufiger bei internistischen Einsätzen als bei Unfällen«, sagt Markus Brock, der auch Sachgebietsleiter Rettungsdienst beim Kreis Gütersloh ist. Das Verhältnis schätzt Brock auf 70 zu 30.

Der Meditransporter steht übrigens nicht nur für die regelmäßigen Lieferfahrten bereit. Als ehemaliges Kommandofahrzeug kann er bei Großschadensereignissen und als Mannschaftsfahrzeug eingesetzt werden. Weitere Runden dreht der Wagen, wenn es um die Wartung der Tragen in den Rettungswachen geht.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5640192?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516080%2F