Fr., 20.04.2018

Alexander Kossov von »Meilenstein« überreicht Dankesurkunde an Gedenkstätte Stalag Symbolische Briefe in die Heimat

Alexander Kossov (links) hat Oliver Nickel eine Dankesurkunde überreicht, in dem sich die Organisation bei der Gedenkstätte dafür bedankt, dass das Andenken an die sowjetischen Kriegsgefangenen in Stukenbrock-Senne in Ehren gehalten wird.

Alexander Kossov (links) hat Oliver Nickel eine Dankesurkunde überreicht, in dem sich die Organisation bei der Gedenkstätte dafür bedankt, dass das Andenken an die sowjetischen Kriegsgefangenen in Stukenbrock-Senne in Ehren gehalten wird. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Von seiner letzten Ruhestätte schreibt der tote Kriegsgefangene einen Brief an seine Heimat, in der er eingezogen worden ist. Zwei dieser »Dreiecksbriefe« will Oliver Nickel, Geschäftsführer der Gedenkstätte Stalag 326, in der Arbeit mit Jugendlichen einsetzen.

Die Idee dazu hatte Alexander Kossov von der Organisation »Meilenstein« aus Orjol, wo eine Gedenkstätte an die Gefallenen des Panzerkampfes um Kursk im Sommer 1943 gepflegt wird. Kossov hat gestern Oliver Nickel eine Dankesurkunde überreicht, in dem sich die Organisation bei der Gedenkstätte dafür bedankt, dass das Andenken an die sowjetischen Kriegsgefangenen in Stukenbrock-Senne in Ehren gehalten wird und die Gräber der Toten mit Würde gepflegt werden. Kossov legte auch einen Kranz auf dem Ehrenfriedhof Sowjetischer Kriegstoter nieder.

Zusammenarbeit mit dem Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge

»Meilenstein« arbeitet eng mit dem Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge zusammen. Seine Aufgaben sind vielfältig: Vereinsmitglieder suchen die sterblichen Überreste der Gefallenen auf den Schlachtfeldern und geben ihnen eine würdige letzte Ruhestätte. Noch heute seien an den Schlachtfeldern Überreste zu finden. Als militärhistorischer Club rekonstruiert »Meilenstein« die Schlachten und spielt sie nach, betreibt Archivforschung, organisiert Ausstellungen und Exkursionen und veröffentlicht Artikel, Zeitungen und Bücher. In der Gräberpflege arbeitet der Club mit international tätigen Organisationen zusammen.

»Wir verfolgen die Arbeit der Gedenkstätte Stalag 326 und freuen uns, dass die ehemaligen Kriegsgegner über den Gräbern die Versöhnung leben und an die nächste Generation weitergeben«, sagt Alexander Kossov. »Meilenstein« hat 251 Personalkarten von Menschen aus der Region Orjol, die von den Deutschen gefangenen genommen worden waren, als Kriegsgefangene nach Deutschland gebracht wurden und im Stalag 326 gestorben und auf dem Ehrenfriedhof begraben wurden.

Die symbolischen Briefe von zwei Toten hat Oliver Nickel am Donnerstag abgestempelt. Die Dreiecksbriefe kommen in die Ausstellung – als letzter Gruß an die Angehörigen. Die Namen der beiden Toten sind Anton Sinezkij, gefangenen genommen am 5. Juli 1942, gestorben am 26. Januar 1943, und Andrej Generalow, gefangen genommen am 2. Juli 1942, gestorben am 23. Januar 1943.

Kopie des Einberufungsbefehls übergeben

Alexander Kossov überreichte Oliver Nickel auch die Kopie des Einberufungsbefehls, der einen Tag nach dem Überfall der Deutschen auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 öffentlich ausgehängt worden war und alle Männer zur Verteidigung ihrer Heimat aufgerufen hat.

Als Zeichen der Verbundenheit der ehemaligen Kriegsgegner heute hat Kossov Abzeichen der russischen Suchbewegung überreicht. In den Fahnenfarben Russlands (Weiß, Blau, Rot) ziehen zwei Kraniche. »Wenn der Kranich ruft, ist das die Stimme eines Gefallenen«, erklärt Dolmetscherin Tatjana Rumjanzeva die Bedeutung dieser Symbolik.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5673072?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516080%2F