Ermittler forschen nach weiteren Fällen im Unternehmen
Vergiftete Pausenbrote: Gibt es mehrere Opfer?

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der mutmaßliche Anschlag mit vergifteten Pausenbroten in einer Armaturenfabrik in Schloß Holte-Stukenbrock könnte eine weitaus größere Dimension haben. Die Kripo forscht nach weiteren Vergiftungsfällen in der Firma.

Dienstag, 22.05.2018, 05:00 Uhr aktualisiert: 22.05.2018, 15:58 Uhr
Die Firma in Schloß Holte-Stukenbrock. Foto: Wolfgang Wotke
Die Firma in Schloß Holte-Stukenbrock. Foto: Wolfgang Wotke

Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen soll ein Mitarbeiter des Unternehmens aufgrund einer Quecksilbervergiftung seit einiger Zeit im Koma liegen. Sein Zustand soll lebensbedrohlich sein. Außerdem gibt es einen weiteren Kollegen, der wegen einer Vergiftung Dialysepatient geworden sein soll.

Staatsanwalt Christoph Mackel wollte sich am Montag konkret nicht dazu äußern. Auf Anfrage teilte er mit, dass das bislang nur Vermutungen seien. »Ich kann aber sagen, dass auch im Arbeitsumfeld des mutmaßlichen Täters nach weiteren Vergiftungsfällen geforscht wird.«

Die Rechtsmedizin sei eingeschaltet. »Konkrete Erkrankungen weiterer Arbeitskollegen werden erst dann bestätigt, wenn wir sicher von Vergiftungen ausgehen können.« Dazu seien toxikologische Untersuchungen abzuwarten.

Wie die Ermittler am Dienstag mitteilten, liege das Hauptaugenmerk auf der Aufklärung zweier Krankheitsfälle. Auch weitere Betroffene seien nicht ausgeschlossen.

Kollegen werden untersucht

Sicher ist, dass Kollegen des wegen versuchten Mordes in U-Haft sitzenden Mannes (56) zu einer Blutuntersuchung müssen. Das hat ein Vater bestätigt, dessen Sohn in der Abteilung des Verdächtigen beschäftigt ist. Der Anwalt des Festgenommenen wollte die neuen Vorwürfe nicht kommentieren.

Wie berichtet, hatte Anfang Mai ein Mitarbeiter (26) der Firma auf seinem Pausenbrot ein verdächtiges Pulver bemerkt. Er schaltete die Firmenleitung ein und erstattete Anzeige. Durch Videoüberwachung wurde der Tatverdächtige identifiziert: Eine Kamera zeichnete am Mittwoch auf, wie er die Brotdose öffnete und etwas auf das Brot streute. Der Mann aus Bielefeld-Senne wurde am Arbeitsplatz verhaftet. Der nicht vorbestrafte Familienvater soll seit 40 Jahren in der Firma gearbeitet haben. Er schweigt zu den Vorwürfen. Die Polizei hat eine zwölfköpfige Mordkommission eingerichtet.

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