Do., 24.05.2018

Kinder-Aktions-Nachmittag mit Frank Ahnfeldt bei den Senner Pferden - mit Video Landschaftspfleger mit weichen Nüstern

Ganz zutraulich sind die sechs Senner Pferde, die die Biologische Station Kreis Paderborn-Senne von Mai bis Oktober in der Moosheide Landschaftsschutz machen lässt. Die Tiere sorgen dafür, dass die Sennelandschaft erhalten bleibt.

Ganz zutraulich sind die sechs Senner Pferde, die die Biologische Station Kreis Paderborn-Senne von Mai bis Oktober in der Moosheide Landschaftsschutz machen lässt. Die Tiere sorgen dafür, dass die Sennelandschaft erhalten bleibt. Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Warantus hat es den Kindern angetan. »Wie der Milch saugen wollte«, schwärmt Marie (8). Sie ist eines von 17 Kindern, die von der Ems-Erlebniswelt in Stukenbrock-Senne ins Naturschutzgebiet Moosheide gewandert ist, um sich vom Diplom-Biologen Frank Ahnfeldt erklären zu lassen, warum die Senner Pferde nicht im Stall stehen.

Warantus ist ein Jahr alt, sichtbar noch fast ein Fohlen. Mutter Maia lässt ihn manchmal noch saugen, aber wirklich toll findet das die Stute wohl nicht mehr. Schnell wird sie ungeduldig und schubst ihren Sohn weg. Der junge Wallach ist neugierig – wie die anderen übrigens auch. Neben Maia und Warantus stehen Elliot, Fidelio, Hamlet und Ismene in der Moosheide und ernähren sich ausschließlich von Gräsern und Kräutern, die sie hier finden.

»Sie sind zutraulich. Das ist ein Problem. Sie kommen an den Zaun und lassen sich streicheln. Ich bitte die Besucher der Moosheide, die Pferde nicht zu füttern. Sie bekommen genug Nahrung aus der Natur«, sagt Frank Ahnfeldt, der für die Biologische Station Kreis Paderborn-Senne arbeitet. Der Biostation gehören neun Pferde der bedrohten Rasse, von denen es etwa noch 50 gibt.

Vom lippischen Fürstenhaus gezüchtet

Bis 1919 wurden Senner Pferde vom lippischen Fürstenhaus gezüchtet, zuletzt im Gut Lopshorn in Augustdorf, das heute nicht mehr existiert. Folgerichtig ist Traute Prinzessin zur Lippe Patin des Beweidungsprojekts in der Moosheide. Ihr Sohn Stephan ist Schirmherr der Senner Pferde im Freilichtmuseum Detmold. Außerdem züchtet die Familie Lackner in Borgholzhausen Senner Pferde. So soll das Aussterben der Rasse verhindert werden.

In der 440 Hektar großen Moosheide, das größte Naturschutzgebiet in der Senne, ist eine Fläche von 20 Hektar für die Senner Pferde eingezäunt. Sie sind Landschaftspfleger, indem sie die Fläche frei von Bewuchs halten und damit die sennetypische Landschaft erhalten.

Natur kennengelernt

Die Kinder sind auf Initiative der Stadtverwaltung und des Kreisfamilienzentrums mit dem Diplom-Biologen unterwegs. Begleitet wurden sie am Kinder-Aktions-Nachmittag von Stadtmarketing-Beauftragter Imke Heid­otting und Julia Makhardt vom Kreisfamilienzentrum. Jeden Monat bietet ein anderer Kooperationspartner sein Fachwissen an.

Auf der Wanderung von der Ems-Erlebniswelt in Stukenbrock-Senne Richtung Ems-Informationszentrum auf Hövelhofer Gebiet haben die Kinder auch Pflanzen und Käfer kennengelernt, die in der Senne zu Hause sind. Ein grüner Käfer mit Rüssel faszinierte, aber auch ein eingezäunter Ameisenhaufen. »Das ist Quatsch, die Natur vor der Natur zu schützen«, sagt Ahnfeldt dazu. Der Zaun soll den Specht fernhalten. Aber der hat ja auch Hunger und möchte die Ameisen verspeisen.

Ein Kommentar von Monika Schönfeld

Tiere faszinieren und lehren, mit der Natur sorgsam umzugehen. Stadtmarketing-Beauftragte Imke Heidotting und das Kreisfamilienzentrum haben für die Kinder-Aktions-Nachmittage Fachleute als Kooperationspartner ins Boot geholt, die auf sympathische Weise den Kindern Kenntnisse dieser Welt vermitteln.

Dabei geht es nicht immer nur um das Niedliche. Die Natur ist auch manchmal grausam. Der Specht frisst die Ameisen, das Frettchen holt das Kaninchen aus dem Bau, der Greifvogel jagt und tötet. Die Gesetze der Natur zu kennen, zu verstehen und zu akzeptieren, wird den Kindern später einmal helfen, sie zu schützen. Kinder werden damit zu Hütern unserer Zukunft.

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