Do., 21.06.2018

BdV legt Kranz zum Gedenken der Opfer von Vertreibung nieder Entsetzt über heutiges Elend

BdV-Vertreter legen an der Gedenkstätte auf dem St.-Achatius-Friedhof in Stukenbrock Senne einen Kranz nieder: (von links) Bringfried Schubert, BdV-Schriftführer, Bezirksbetreuer Günter Scharbert und Kassierer Dieter Militschke.

BdV-Vertreter legen an der Gedenkstätte auf dem St.-Achatius-Friedhof in Stukenbrock Senne einen Kranz nieder: (von links) Bringfried Schubert, BdV-Schriftführer, Bezirksbetreuer Günter Scharbert und Kassierer Dieter Militschke. Foto: Bernd Steinbacher

Von Bernd Steinbacher

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Zum Gedenken an die Opfer von Flucht und Vertreibung haben Bringfried Schubert, BdV-Schriftführer, Bezirksbetreuer Günter Scharbert und Kassierer Dieter Militschke einen Kranz niedergelegt.

Dabei haben die Mitglieder des Bundes der Vertriebenen (BdV) nicht nur die Opfer der Vergangenheit im Blick. Der Gedenkstein auf dem St.-Achatius-Friedhof steht für die etwa 500 hier verstorbenen Flüchtlinge und Vertriebenen vom damaligen Lager des Sozialwerkes Stukenbrock. Der BdV gedenkt damit aber auch der 2,8 Millionen Toten aus den ehemaligen deutschen Ostprovinzen wie auch aus den deutschen Siedlungsgebieten, die 1945 auf der Flucht und bei der Vertreibung gestorben sind.

»Wir erinnern an alle Opfer von Krieg, Flucht und Vertreibung«, sagte Bringfried Schubert anlässlich des gestrigen nationalen Gedenktags für die Opfer von Flucht und Vertreibung. »Die Menschheit lernt leider nicht aus der Geschichte. Dennoch muss man an das Leid, dass durch Kriege verursacht wird, immer wieder erinnern. Es gibt immer noch Diktatoren und Herrscher, die an alles andere denken, als an das eigene Volk. Ich denke bei dem ganzen heutigen Elend besonders an die Kinder, die auf der Flucht sind. Sie leiden besonders. Erwachsene können die Ereignisse eher rational verarbeiten.«

"

»Was ich als Kind erlebt habe, das lässt mich nicht mehr los.«

Günter Militschke, BdV-Kassierer

"

Dennoch prägt die Erfahrung von Flucht und Vertreibung das Leben. »Was ich als Kind erlebt habe, das lässt mich nicht mehr los«, sagte Günter Militschke, der selbst im Alter von sechs Jahren flüchten musste. »Ich war erst Flüchtling, dann Vertriebener.«

Zu den wenigen Gästen der Veranstaltung gehörte gestern Jens Hecker, Mitarbeiter der benachbarten Dokumentationsstätte Stalag 326. Der BdV hatte im vergangenen Jahr erstmals zum nationalen Gedenktag an dieser Gedenkstätte einen Kranz niedergelegt. »Ich habe lange im Sozialwerk Stukenbrock gelebt und gearbeitet«, sagte Schubert, »Ich kannte diese Gedenkstätte.«

Die St.-Achatius-Schützen-Bruderschaft hat die Gedenkstätte 2004 restauriert. Den Gedenkstein mit der Inschrift »Fern der Heimat ruhet in Frieden« stellten Bewohner des Auffang- und Durchgangslagers im Sozialwerk Stukenbrock wahrscheinlich im Jahr 1952 auf.

Erweitert worden ist die Gedenkstätte um Grabsteine des ehemaligen italienischen Soldatenfriedhofs. Auf den Grabsteinen sind 159 Namen von im Kriegsgefangenenlager Stalag Verstorbenen aufgeführt. Die genaue Zahl der Bestatteten ist nicht bekannt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5836997?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516080%2F