Mi., 04.07.2018

Ems-Erlebniswelt – vor Verwaltungsgericht schließen Kläger und Stadt einen Vergleich Kein »Freibad für Arme«

Neue Schilder werden auf die Regeln in der Ems-Erlebniswelt hinweisen: Albert Brock (Bauhof), Imke Heidotting (Stadtmarketing) und Martin Venne (Bauaufsicht, von links) setzen damit den Vergleich des Verwaltungsgerichts Minden um. 

Neue Schilder werden auf die Regeln in der Ems-Erlebniswelt hinweisen: Albert Brock (Bauhof), Imke Heidotting (Stadtmarketing) und Martin Venne (Bauaufsicht, von links) setzen damit den Vergleich des Verwaltungsgerichts Minden um.  Foto: Monika Schönfeld

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Nach zwei Jahren Rechtsstreit haben ein Anlieger der Ems-Erlebniswelt in Stukenbrock-Senne und die Stadt als Betreiber vor dem Verwaltungsgericht Minden einen Vergleich geschlossen. Auf neuen Schildern werden die Inhalte des Vergleichs umrissen. Vor allem geht es darum, dass der Ems-Erlebnisgarten nicht als »Freibad für Arme« genutzt werden soll.

»Die Nutzung fällt nicht so aus, wie wir es geplant hatten«, sagen Stadtmarketing-Beauftragte Imke Heidotting und der Leiter der Bauaufsicht, Martin Venne. Denn bei gutem Wetter, wie es seit Mai vorherrschend ist, interessiert die Besucher weniger das erlebnispädagogische Konzept, sondern mehr die Wiese mit Wasserlauf. Dort sonnen sich gerne Eltern, die ihre kleinen Kinder am Wasser spielen lassen. Das ist auch okay, allerdings nicht im Bikini oder in Badehose, nur in Straßenkleidung. Es gehe nicht um den Geräuschpegel, der von den Kindern kommt, sondern um den Lärm, den streitende Erwachsene machen. »Das Verwaltungsgericht Minden stimmt dem Kläger zu, dass er kein Freibad neben seinem Grundstück dulden muss«, sagt Martin Venne. Mit Badehose dürfen nur noch Kinder im Alter unter drei Jahren im Garten laufen. Allerdings dürfen auch Erwachsene mit den Füßen ins Wasser.

Ein Bürgerprojekt

Konkret heißt das, dass die Kinder sehr wohl am Stauwerk, Pumpwerk, am Nordseestrand und an der Quellfontäne spielen dürfen. Allerdings sind die Pfähle in der »Nordsee« so abgeschrägt worden, dass man darauf nicht mehr balancieren kann. Baden ist dort schon lange verboten. Die Sonnenliegen sind weggeräumt. Die Quellfontänen werden in der Mittagspause von 12 bis 15 Uhr abgeschaltet. In dieser Zeit sollen die Besucher besonders leise sein.

Die Ems-Erlebniswelt war 2010 als Bürgerprojekt errichtet worden, um das alte Pfarrhaus zu retten und den sanften Tourismus zu fördern. »Einige Nachbarn waren bereits damals skeptisch. Es war aber klar, dass wir von einem Wasserlauf reden«, sagen Heidotting und Venne. Eine Mauer lehnen die Nachbarn ab, die den Anblick genießen wollen. Den Garten zu schließen oder zur Blumenwiese zu machen, kommt nicht in Frage. Das Projekt ist finanziell gefördert worden. Der Garten wird alle zwei Jahre fürs Pfarrfest gebraucht. Dafür muss eine ebene Fläche erhalten bleiben.

Die Ems-Erlebniswelt ist im November und März samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, von April bis Oktober dienstags bis freitags von 15 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr. An Sonn- und Feiertagen können Gruppen das Haus nicht buchen.

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