Vikar Christian Albert geht nach Wenden – Pastoralverbund als Examensthema
Die Zeit des Abschieds

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Wenn Vikar Christian Albert nach Wenden ins Südsauerland wechselt, nimmt er eins mit aus Schloß Holte-Stukenbrock – das Thema für seine Pfarrexamensarbeit. Denn vor fünf Jahren ist der Pastoralverbund gestartet, jetzt der Pastorale Raum Verl und Schloß Holte-Stukenbrock. »Es war meine Idee, diesen Umbruch mit positiven Dingen zu begleiten.«

Dienstag, 17.07.2018, 06:45 Uhr aktualisiert: 17.07.2018, 06:50 Uhr
Auf dem Regenschirm liest man aus einem Mariengebet: »Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir.« Vikar Christian Albert hatte die Idee dazu. Nun ist seine Zeit in Schloß Holte-Stukenbrock zu Ende. Der Abschied naht. Foto: Monika Schönfeld
Auf dem Regenschirm liest man aus einem Mariengebet: »Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir.« Vikar Christian Albert hatte die Idee dazu. Nun ist seine Zeit in Schloß Holte-Stukenbrock zu Ende. Der Abschied naht. Foto: Monika Schönfeld

Neben dem Gebet in jeder der katholischen Kirchen in Verl und Schloß Holte-Stukenbrock als geistliche Einführung hatte Christian Albert (32) die Idee, Geschenke von hier nach da zu bringen. Tragetaschen, Schirme und Kugelschreiber – in der Wirtschaft gelten diese »Giveaways« als Werbegeschenke. Wären sie nicht etwas Besonderes… Die Tragetaschen ziert ein Satz aus dem Matthäusevangelium: »Jesus Christus sagt: Kommt alle zu mir, die ihr schwere Lasten zu tragen habt.« Die beiden Logos der Pastoralverbünde Verl und Schloß Holte-Stukenbrock runden das ab. Auf dem Kugelschreiber steht: »Ich hab dich eingezeichnet in meine Hände, spricht Gott, der Herr.« (Jesaja 49,16) Und auf dem Regenschirm liest man aus einem Mariengebet: »Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir.«

Lebendige Gemeinden

Es ist die Zeit des Abschiednehmens. »Wo ich auch bin, es ist immer das letzte Mal«, sagt Albert. Manchmal, wie bei einer Krankenkommunion, sei es auch ein endgültiger Abschied. Gern erinnert sich Albert an den Anfang in Schloß Holte-Stukenbrock vor fünf Jahren. »Ich habe sechs Wochen mit Karl-Josef Auris im Pfarrhaus gewohnt, bevor die Vikarie renoviert war. Da konnten wir viel eng abstimmen. Wer informiert wen und organisiert was – zum Beispiel bei Beerdigungen?« Vorgefunden habe er in der Stadt fünf lebendige und aktive Gemeinden, die er bei Pfarrfesten, Schützenfesten und Jubiläen schnell kennengelernt habe.

»Vieles hat sich ergeben«, sagt Albert. Manches kam unverhofft. »Eigentlich sollte ich nur für den Kindergarten St. Heinrich Sende Ansprechpartner sein. Ich habe mich bei allen sieben katholischen Kindergärten vorgestellt, Abt Kruse und St. Elisabeth fragten mich dann auch um Begleitung.« Und dann kamen die Stukenbrocker Jungschützen, die einen Präses suchten.

Aus den Messdiener-Wochenenden hat sich eine Wallfahrt-Tradition entwickelt. 2014 ist Christian Albert mit 14 Messdienern im Alter ab 16 Jahren zur Internationalen Messdiener-Wallfahrt nach Rom gefahren. »Die Jungschützen fragten, ob sie nicht auch mal eine Wallfahrt machen könnten. 2015 war ich mit den Stukenbrocker und den Liemker Jungschützen in Rom. Daraus hat sich immer mehr entwickelt. Die für 2016 geplante Fahrt nach Kevelaer konnten wir erst Anfang 2017 machen. Im Sommer 2017 sind wir mit 32 Teilnehmern nach Mallorca geflogen. Morgens eine Messe, dann ein Kulturprogramm. Die Teilnehmer haben dafür eine Woche Urlaub investiert.« Zum Namenstag des Heiligen Matthias ging es dann im Februar nach Trier – zum heiligen Roch (Untergewand Jesu) und im April/Mai sind 86 Messdiener aus dem Pastoralverbund in Berlin gewesen. »Die Teilnehmerzahlen sind von Fahrt zu Fahrt gestiegen«, sagt Albert. Für jede Fahrt sind WhatsApp-Gruppen eingerichtet worden, um schnell jeden mit Informationen zu erreichen. »Und es hat einen anderen praktischen Grund. Man kann per Google seinen Standort mitteilen, um sich im Notfall abholen zu lassen, wenn sich einer verlaufen hat.«

2013 zum Priester geweiht

Manche Predigt des Vikars bleibt in Erinnerung, wie die zum Pollhansauftakt 2017. »Es ist einfacher, konkret zu predigen, wenn man eine Gruppe vor sich hat, deren Interessen man kennt. Anders ist das sonntags, wenn 200 bis 300 Menschen mit unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten in der Kirche sind. Wenn hinterher einer sagt, das hat ihn weitergebracht, ist das gut. Die anderen sagen das vielleicht an einem anderen Sonntag.«

Christian Albert ist 2013 zum Priester geweiht worden, war Diakon in Delbrück und hat in Schloß Holte-Stukenbrock die ersten fünf Jahre seines Vikariats geleistet. Turnusgemäß folgen fünf weitere Jahre in einer anderen Gemeinde. Das verfolgt das Ziel, dass ein Priester unterschiedliche Verhältnisse kennen- und damit umzugehen lernt, bevor er Pastor wird. Im Sommer geht es für ihn nach Wenden im Südsauerland. Die Gemeinde im Kreis Olpe hat 20.000 Einwohner, davon sind 13.500 Katholiken. Und dann? »Ich fand es in OWL sehr schön. Ich würde gerne zurückkommen.«

Christian Albert wird sich am Samstag, 21. Juli, ab 17 Uhr in der Vorabendmesse in St. Johannes verabschieden. Anschließend lädt die Gemeinde zum Empfang ins Pfarr- und Jugendheim Stukenbrock. Das St.-Johannes-Blasorchester wird die Verabschiedung begleiten. Anschließend lädt Christian Albert zur Abschiedsparty ins Hotel Westhoff ein.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5912131?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516080%2F
„Das ist Abstiegskampf“
Jan-Moritz Lichte
Nachrichten-Ticker