Mo., 23.07.2018

Friedensritt startet in Stukenbrock und führt nach Paderborn, Detmold und Hövelhof Reiten für friedliche Nutzung der Senne

Friedensaktivisten sind auf dem Weg zurück zur Unterkunft »Heidschnuckenhof«.

Friedensaktivisten sind auf dem Weg zurück zur Unterkunft »Heidschnuckenhof«. Foto: Renate Ibeler

Schloß Holte-Stukenbrock (ibe). Politisches Engagement in Verbindung mit Spaß am Wanderreiten und Radwandern ist das Ziel der Aktivisten des Friedensritts, der 1984 erstmals in Stukenbrock stattfand. Mit Erfolg.

Jedes Jahr sind die Friedensunterstützer im Sommer mit Pferden und Drahteseln in ganz Deutschland unterwegs, um Initiativen für den Frieden zu unterstützen. Letztes Jahr waren sie in Bremen. Samstagvormittag startete der Friedensritt erneut in Stukenbrock, um die globalen Zusammenhänge von Kriegspolitik, Aufrüstung und Ausbeutung auf lokaler Ebene sichtbar zu machen.

»Für eine friedliche Nutzung der Senne«, lautete das Motto. Start war an der Unterkunft »Heidschnuckenhof«, Ziel der Ehrenfriedhof sowjetischer Kriegstoter in Stukenbrock-Senne. Die etwa 20 Beteiligten – darunter acht Reiter – versammelten sich am Ehrenmal zur Gedenkfeier. Hubert Kniesburger, erster Vorsitzender vom Arbeitskreis Blumen für Stukenbrock begrüßte die Gäste.

»Die im Kriegsgefangenenlager zu Tode gequälten Soldaten der Roten Armee, die hier in Massengräbern auf dem Friedhof verscharrt worden sind, verpflichten uns, für den Frieden zu kämpfen und jeglichen Krieg zu ächten«, stellte Ute Radermacher, eine der Sprecherinnen des Friedensritts, heraus. Anschließend legte Aktivistin Angela Kemper einen bunten Blumenkranz nieder.

Die Pferde durften natürlich nicht mit auf den Friedhof. Sie warteten entspannt und geduldig am Zaun. Zu den Rassen gehörten Tennessee Walker, Tinker oder Isländer. Für Hingucker sorgten selbst gestaltete Banner mit der Aufschrift »Friedensritt«. Nach der Zusammenkunft am Ehrenmal nutzten die Besucher die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen. Juliane Baxmann vom Aktionskreis Freie Senne betonte: »Wir sind für eine zivile Zukunft der Senne mit Schutz für Mensch und Natur«.

Die Friedensreiter kritisierten außerdem, dass die schwarz-gelbe Landesregierung in NRW den Nationalpark Senne aus dem Landesentwicklungsplan gestrichen hat. »Militärische Einsätze führen nicht zum Frieden. Sie bereiten nur den Boden für Terror, Tod und Zerstörung«, sagte Angela Kemper. Weitere Stationen des zehntägigen Friedensritts sind Paderborn, Detmold und Hövelhof.

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