Bezirksregierung räumt Flüchtlingsunterkunft im Oktober 2019 – Vermieter Johanneswerk nennt keine Gründe
Mietvertrag für ZUE nicht verlängert

Schloß Holte-Stukenbrock/Oerlinghausen (WB). Die Bezirksregierung Detmold wird die Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge in Oerlinghausen zum 14. Oktober kommenden Jahres räumen. Seit 1. Februar 2015 ist die ZUE Oerlinghausen in Betrieb. Das Johanneswerk hat den Mietvertrag nicht verlängert.

Mittwoch, 01.08.2018, 19:12 Uhr aktualisiert: 01.08.2018, 21:04 Uhr
Die Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge in Oerlinghausen ist noch ein gutes Jahr in Betrieb und wird dann geschlossen. Foto: Christian Althoff
Die Zentrale Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge in Oerlinghausen ist noch ein gutes Jahr in Betrieb und wird dann geschlossen. Foto: Christian Althoff

»Für die Zukunft des Geländes ab Oktober 2019 werden derzeit Alternativen für die Nutzung geprüft. Da die Prüfung noch nicht abgeschlossen ist, gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine konkreten Pläne, die wir veröffentlichen können«, sagt Dr. Claudia Schröder, Leiterin der Stabsabteilung Strategisches Marketing im Evangelischen Johanneswerk. »Sobald der Prozess abgeschlossen ist, werden wir darüber entsprechend informieren. Vereinbarungsgemäß werden wir derzeit zu den Hintergründen, warum der regulär auslaufende Mietvertrag von uns nicht verlängert wird, keine Informationen veröffentlichen.«

Derzeit leben in der ZUE Oerlinghausen 189 Schutzsuchende aus etwa 20 Ländern. Die Aufnahmekapazität ist aktuell auf 300 Personen beschränkt, die Unterkunft bietet Platz für insgesamt 600 Personen. »Die Landesregierung hat gemeinsam mit der Bezirksregierung als Träger der Einrichtung, dem Betreuungsverband DRK und der Kreispolizeibehörde in den zurückliegenden Monaten mit umfassenden Maßnahmen auf Probleme in der ZUE Oerlinghausen und im Umfeld reagiert, um die Situation innerhalb der Einrichtung, aber auch im Umfeld der ZUE deutlich zu entspannen«, sagt der Sprecher der Bezirksregierung, Peter Westphal. Deshalb bedauere die Bezirksregierung die Kündigung des Mietvertrages durch den Eigentümer der Liegenschaft.

Bezirksregierung wird Konzept erarbeiten

Die Bezirksregierung werde ein Konzept erarbeiten, wie mit den Auswirkungen der Schließung der ZUE auf die Unterbringung und Betreuung von Schutzsuchenden in Ostwestfalen-Lippe verfahren wird.

Das derzeitige Angebot für die Bewohner wird bis zum Ende der Einrichtung aufrechterhalten, ebenso die regelmäßigen Treffen des Runden Tisches. Bezirksregierung und Land haben in den zurückliegenden Monaten verschiedene Maßnahmen ergriffen. Die Belegungszahl wurde erheblich reduziert, die Belegungsstruktur verändert und das Sicherheitspersonal aufgestockt. Der Kontakt zu den Kreispolizeibehörden wurde intensiviert und der Zugangsbereich umgestaltet. Für die Asylverfahrensberatung und Beschwerdestelle konnte eine Nachfolgelösung gefunden werden. Die Betreuungsangebote um tagesstrukturierende Angebote für die Bewohner wurden erweitert und das Landesgewaltschutzkonzept konsequent umgesetzt.

Ein regelmäßig tagender Runder Tisch ist eingerichtet worden. Die Einrichtung wurde durch die Beschäftigten des DRK gemeinsam mit den Asylsuchenden wohnlicher und künstlerisch gestaltet, so dass sie gefälliger aussieht. Es haben erste gemeinsame Aktivitäten mit der Nachbarschaft stattgefunden wie zum Beispiel das Sommerfest. Weitere Aktivitäten sind in Vorbereitung.

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