Di., 21.08.2018

Bis 2027 sollen Bäche und Flüsse wieder gesund und lebendig sein Der Furlbach steckt voller Potenzial

Ein Gewässer mit großem ökologischen Potenzial: der Furlbach in der Senne.

Ein Gewässer mit großem ökologischen Potenzial: der Furlbach in der Senne. Foto: Rolf Timmermann

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Ein kristallklarer Bach gluckert sanft durch den Wald. Forellen, Libellen und Kleinstbewohner tummeln sich. Solche Idylle ist selten – aber sie soll bis spätestens 2027 an viele Bächen und Flüssen wieder Realität werden. Auch aus Angst vor zunehmenden Wetter-Extremen.

So schreibt es europäisches Recht vor. Verantwortlich für die Umsetzung sind in der Regel Städte und Gemeinden. Der Furlbach in der Senne gilt als ein besonders aussichtsreiches Gewässer, das sich in ein Vorzeigeprojekt nicht nur mit schöner Optik, sondern auch gesunden Werten verwandeln könnte.

Doch der Weg zum grünen Paradies ist lang. Ein Expertenteam der Bezirksregierung Detmold bietet deshalb Hilfe an, wenn es einmal stockt. Etwa 10.000 Kilometer Fließgewässer gibt es in Ostwestfalen-Lippe. Ein großer Teil muss ökologisch verbessert werden. »Viele Bäche und Flüsse in der Region wurden in den vergangenen Jahrzehnten begradigt oder in Kanäle verbannt«, sagt Tobias Gaul. Er leitet die Geschäftsstelle Weser bei der Bezirksregierung und kennt die Problemlagen. »Leider ist es sehr großer Aufwand, die Gewässer aus ihren Korsetts zu befreien und wieder naturnah zu gestalten.«

Seit einigen Jahren wächst das Bewusstsein um den Wert intakter Gewässerökologie. Vielerorts wurden die Projekte schon angepackt. Allein in den vergangenen zehn Jahren hat die Bezirksregierung 200 mittlere und große Vorhaben in der Region gefördert. Kostenpunkt: 130 Millionen Euro.

Profitiert hat längst nicht nur die Natur: »Wiederbelebte Auen und Überflutungsbereiche sind ein effektiver Schutz bei Hochwasser«, sagt Gaul. Das Wasser bleibe in der Fläche, die Pegel in Dörfern und Städten stiegen längst nicht mehr so hoch. Ein wichtiger Aspekt bei Starkregen, der durch den Klimawandel zunehmend drohen könnte.

Manchmal aber gibt es Stau auf dem Weg zum »guten Gewässer«. Vor allem kleine Stadtverwaltungen kommen bei bestimmten Problemen an ihre Grenzen. Ihnen fehlen die Fachleute. Hier springt ein Team der Bezirksregierung ein: Maren Stahlhut, Milian Noack und Christian Langner vom Dezernat für Wasserwirtschaft und vom Dezernat für Bodenordnung. Sie nehmen Fragen auf und bieten Lösungen an.

Die drei Experten geben Orientierung und helfen bei grundlegenden Entscheidungen zum Projekt. Sie klären aber auch spezielle Fragen. Zu sechs Projekten haben die Fachleute der Bezirksregierung bereits beraten, 13 weitere stehen auf der Liste. Selbst bei der Beschaffung von notwendigen Flächen kann das Team helfen.

Das Angebot der Bezirksregierung ist kostenfrei. Zu erreichen sind die Gewässerexperten unter den Rufnummern 05231/71-5437 und -5438 sowie per E-Mail an die Adresse eu-wrrl@brdt.nrw.de.

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