Do., 30.08.2018

Vier Schulklassen feiern Goldkommunion der Jahrgänge 1966 bis 1968 Katzenzungen statt Brimborium

Vor 50 Jahren haben sie ihre erste heilige Kommunion gefeiert. Darauf blickten 26 Frauen und Männer am Sonntag beim Wiedersehen in Stukenbrock-Senne zurück.

Vor 50 Jahren haben sie ihre erste heilige Kommunion gefeiert. Darauf blickten 26 Frauen und Männer am Sonntag beim Wiedersehen in Stukenbrock-Senne zurück. Foto: Manuela Fortmeier

Schloß Holte-Stukenbrock (WB/mfo). Ein Gebetsbuch und Hortensien! Als Pastor Johannes Epkenhans an die vor 50 Jahren üblichen Kommuniongeschenke erinnert, erfüllt leises Lachen die St.- Achatius-Kirche. Die Jubilare können sich zu ihrer Goldenen Kommunion noch gut daran erinnern.

26 Frauen und Männer blicken auf ihre erste heilige Kommunion in den Jahren 1966, 1967 und 1968 zurück. Aufgrund der Kurzschuljahre sind sie damals mit mehreren Schuljahrgängen zeitgleich zur Kommunion gegangen. Der Festgottesdienst am vergangenen Sonntag war zugleich der Auftakt zum Pfarrfest.

Beim Wiedersehen in Stukenbrock-Senne sorgen vor allem viele Anekdoten und besonders die hohen Temperaturen im Jahr 1968 für Gesprächsstoff. Die Kommunionkerzen wären beinahe geschmolzen.

»Damals mussten die Kommunionkinder nüchtern, ohne etwas zu essen oder einen Schluck zu trinken, in den Gottesdienst kommen«, berichtete Pastor Johannes Epkenhans. »Ich hatte aber schon damals einen modernen Vater und durfte schon vor dem Gottesdienst etwas trinken«, verriet Sabine Schubert.

»Damals haben wir Katzenzungen, eine längliche Pralinenart, geschenkt bekommen. Das war etwas Besonderes, weil wir nur selten Schokolade oder Süßigkeiten bekamen,« erinnern sich auch die Zwillingsschwestern Mechthild Piskohl und Gisela Flaschka an eine schlichte Kommunion »mit viel weniger Brimborium wie heute, aber einen wunderschönen Erstkommuniontag«. Damals hat die Mutter selbst gekocht, da wurde nicht essen gegangen. Die erste Armbanduhr und das Gesangbuch als Geschenk der Patentante sind Reinhard Pott auch heute noch, ein halbes Jahrhundert später, in Erinnerung geblieben.

»Unsere Kommunion und Kindheit war eine wunderschöne Zeit. Wir haben viel weniger besessen, hatten keine Handys, sind überall mit dem Fahrrad hingefahren, aber wir waren sehr glücklich und hatten weniger Stress als die Kinder heute«, denkt Barbara Kammertöns gerne an ihre Kommunion und die Kindheit zurück, als sie noch an der Polizeischule gewohnt hat und mit den Kindern nach der Schule in den Bäumen beim Spielen die Zeit vergessen hat – Mama sie nicht auf dem Handy erreichen konnte.

Als ganz besonders erlebte das diesjährige Kommunionkind Mareike Stuckmann den Festgottesdienst. Als einziges der diesjährigen Kommunionkinder aus St. Achatius ist sie am Sonntag in die Gemeinschaft der Ministranten eingeführt worden.

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