Mo., 03.09.2018

Großübung auf dem Landespolizeischul-Gelände in Schloß Holte-Stukenbrock Schüsse, Explosionen und Kunstblut

Über die Heckklappe des Fahrzeuges wird das Unfallopfer von der Feuerwehr geborgen. Die Simulation wirkt täuschend echt.

Über die Heckklappe des Fahrzeuges wird das Unfallopfer von der Feuerwehr geborgen. Die Simulation wirkt täuschend echt. Foto: Uschi Mickley

Von Uschi Mickley

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Explosionen, Schüsse, Häuser und Fahrzeuge in Flammen, eine Massenkarambolage sowie eine Messerstecherei: Auf dem Gelände der Landespolizeischule NRW übten Retter für den Ernstfall.

Der Rettungsdienst der Notfallsanitäter-Ausbildung Westfalen-Lippe mit Sitz in Bielefeld lässt im Rahmen seiner bislang größten Übung gleich mehrere Schreckenssituationen trainieren. Ein Großaufgebot mit mehr als 200 Einsatzkräften verschiedener Rettungsdienste, Polizei und der Freiwilligen Feuerwehr Schloß Holte-Stukenbrock sowie etwa 50 Einsatzfahrzeuge waren daran beteiligt. Vorrangiges Ziel der Großübung ist es, rund 50 angehende Notfallsanitäter-Schüler unter realen Bedingungen mit Schutzausrüstung und blutig geschminkten Verletzten für den Ernstfall vorzubereiten.

Ein Auto explodiert

Plötzlich eine ohrenbetäubende Explosion, dann eine haushohe Stichflamme. Ein Auto brennt lichterloh, beißender Qualm steigt auf. Ein zweites Fahrzeug steht davor – der Fahrer, schwer verletzt, ist eingeklemmt. In unmittelbarer Nähe liegen zwei weitere Opfer mit klaffenden Wunden, die vor Schmerzen schreien. Wenige Augenblicke später Blaulicht und Martinshorn. Im Sekundentakt treffen zwölf Einsatzfahrzeuge ein. Die Retter arbeiten Hand in Hand, leiten systematisch Maßnahmen ein und kümmern sich um die Unfallopfer. Schauplatz der Übung ist der Asphalt der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft (Zeltstadt) in Stukenbrock-Senne.

Angriff auf Rettungskräfte

»Ein Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen. Für alle Beteiligten eine ›Win-Win-Situation‹«, erläutert Eugen Latka, Leiter Medizin und Rettungswesen beim Studieninstitut Westfalen-Lippe. In der Nähe des Sportplatzes spielen Schüler parallel dazu ein Eifersuchtsdrama. Ein hochaggressiver, fiktiver Täter verprügelt seine Freundin, bedroht Sanitäter und verletzt einen herbeieilenden Polizisten mit einem Messer. »Die Gewalt gegen Rettungskräfte hat stark zugenommen. Es ist uns sehr wichtig, die Schüler für diese Belastung zu sensibilisieren«, erklärt dazu der Bielefelder Polizeibeamte Rainer Nesemeier, der die Rolle des »Aggressors« übernommen hat. Nach den einzelnen Übungen versammeln sich alle Beteiligten zu einer Besprechung, um zu erörtern, wo Abläufe noch verbessert werden können.

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