Di., 04.09.2018

Anke Unger (DGB) bezieht Stellung gegen Rechtspopulisten »Das geht uns alle an«

Der Vorsitzende des Arbeitskreises »Blumen für Stukenbrock«, Hubert Kniesburges (links), und sein Vorgänger Werner Höner, mahnen zum Antikriegstag auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof vor Rechtspopulismus und Rassismus.

Der Vorsitzende des Arbeitskreises »Blumen für Stukenbrock«, Hubert Kniesburges (links), und sein Vorgänger Werner Höner, mahnen zum Antikriegstag auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof vor Rechtspopulismus und Rassismus.

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Friedenspolitik«, sagt Anke Unger, »ist mir eine Herzensangelegenheit.« Die Regionalgeschäftsführerin des Deutschen Gewerkschaftsbundes OWL war Hauptrednerin auf dem Sowjetischen Ehrenfriedhof.

»Waffengewalt, militärisches und verbales Hochrüsten lösen keine Probleme«, hob Anke Unger hervor und erinnerte bei der vom Arbeitskreis »Blumen für Stukenbrock« zum 52. Mal veranstalteten Mahn- und Gedenkveranstaltung an die »mehr als 30 Kriege und bewaffneten Konflikte, die rund um den Globus toben«. Auch die nukleare Bedrohung habe eher zu- als abgenommen. »Aber nicht nur die vielen Krisenherde auf der Welt machen mir Sorgen, sondern auch die scharfe Rhetorik vieler Politiker.« Unger nannte den türkischen Staatspräsidenten Erdogan und US-Präsident Trump. Für sie gehe es »nicht darum zu versöhnen, sondern darum, einseitig Interessen durchzusetzen«.

Feindbilder würden entworfen und Zwietracht in der eigenen Bevölkerung und zu anderen Nationen gesät. Der Wahnsinn der stetig steigenden Militärausgaben und des Wettrüstens müsse ein Ende haben, forderte Unger. »Wir können nicht so tun, als wenn uns das nichts angeht.« Wer also so tue, als wäre es damit getan, die Grenzen zu schließen und Europa abzuschotten, sei »nicht nur herzlos, sondern auch sehr naiv«. Statt die Würde geflüchteter Menschen für unantastbar zu halten und dies auch umzusetzen, steige die Zahl der Rechtspopulisten, Antisemiten, Rassisten und so genannten »besorgten Bürger«, »die Flucht und Asyl nutzen, um Stimmung zu machen«, verwies Unger etwa auf die jüngsten Geschehnisse in Chemnitz. »Das dürfen wir nicht zulassen.«

Ausdrücklich lobte sie den Schritt, die Dokumentationsstätte als Gedenkstätte von nationaler Bedeutung aufzuwerten. Landtagspräsident André Kuper war unter den rund 300 Teilnehmern, ebenso Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, Sergej Dolgopolov vom russischen Generalkonsulat, die SPD-Bundestagsabgeordnete Wiebke Esdar und Martin Kolek, der 1. Offizier auf den Seenotrettungsschiffen Sea-Watch II und III war und eindrucksvoll von der Flüchtlingsrettung im Mittelmeer berichtete.

Für Werner Höner müsste jeder Tag ein Antikriegstag sein

Hubert Kniesburges, Vorsitzender des Arbeitskreises »Blumen für Stukenbrock«, hatte seinen Unmut darüber geäußert, dass die Senne als Nato-Truppenübungsplatz weiter militärisch genutzt werden soll. »Es ist kaum vorstellbar, welche räumlichen, ökonomischen und ökologischen Entwicklungschancen sich eröffnen, wenn die Militärstandorte einer zivilen Nutzung zugeführt werden.«

Frieden, Regionalentwicklung und Ökologie dürften nicht länger gegeneinander ausgespielt werden, forderte Kniesburges. Für seinen Vorgänger Werner Höner müsste jeder Tag ein Antikriegstag sein. Höner bezog sich auf Bundeskanzlerin Angela Merkel, die angesichts der von den Nazis zugefügten Leiden an den Juden die Sicherheit Israels zur deutschen Staatsraison erklärt hatte. Es sei endlich an der Zeit, sagte Höner, auch die Sicherheit Russlands und die Bemühungen um gute Beziehungen auf die gleiche Ebene zu heben.

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