Di., 18.09.2018

Bauliche Lösungen sind weiterer Schritt zu einer nationalen Gedenkstätte Stalag 326 Studenten suchen Zugang

Die Lenkungsgruppe: (von links) Dr. Volker Kutscher (Landschaftsverband), Jürgen Heinrich (Universitätsgesellschaft Bielefeld), Oliver Nickel (Geschäftsführer der Gedenkstätte Stalag 326), Wolfgang Günther (Evangelische Kirche von Westfalen), Landrat Sven-Georg Adenauer, Sigrid Beer (MdL), Stephen Paul (MdL), Landtagspräsident NRW André Kuper, Günther Garbrecht (MdL a.D.), Michael Frücht (Direktor LAFP), Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, Heike Schönfeld (Bezirksregierung), Professor Oliver Hall (Hochschule OWL), Europaparlamentarier Elmar Brok und Manfred Büngener (Vorsitzender des Fördervereins).

Die Lenkungsgruppe: (von links) Dr. Volker Kutscher (Landschaftsverband), Jürgen Heinrich (Universitätsgesellschaft Bielefeld), Oliver Nickel (Geschäftsführer der Gedenkstätte Stalag 326), Wolfgang Günther (Evangelische Kirche von Westfalen), Landrat Sven-Georg Adenauer, Sigrid Beer (MdL), Stephen Paul (MdL), Landtagspräsident NRW André Kuper, Günther Garbrecht (MdL a.D.), Michael Frücht (Direktor LAFP), Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, Heike Schönfeld (Bezirksregierung), Professor Oliver Hall (Hochschule OWL), Europaparlamentarier Elmar Brok und Manfred Büngener (Vorsitzender des Fördervereins).

Von Monika Schönfeld

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Mit Hilfe von 20 Architektur-Masterstudenten der Hochschule OWL soll ein zentraler Punkt für eine nationale Gedenkstätte Stalag 326 gelöst werden: Der öffentliche Zugang, ein Ausgleich für die Polizeischule und die Anbindung des Sowjetischen Ehrenfriedhofs.

Das ist das Ergebnis der vierten Sitzung der Steuerungs- und Lenkungsgruppe unter der Leitung von Landtagspräsident André Kuper. Die Studenten sollen das Ensemble in die Landschaft und die Polizeischule einbetten. Es besteht aus dem ehemaligen Arrestgebäude, in dem heute die Ausstellung ist, dem Entlausungshaus, das von der Gedenkstätte schon mitgenutzt wird, und der Original-Sozialwerksbaracke, in dem heute das PSV-Büro und Schulungsräume sind. In der Baracke stehen dem Förderverein bereits zwei Räume als Büros zur Verfügung. »Die Polizeischule bräuchte eine Ersatzfläche. Die könnte auf den Gelände der ehemaligen Zeltstadt liegen, wenn die Bezirksregierung die Fläche für eine Erstaufnahmeeinrichtung nicht mehr vorhalten muss«, sagt André Kuper. »Geklärt werden muss, wo der Erinnerungsweg zum Ehrenfriedhof angebunden wird, wo Parkplätze entstehen und wo der separate Eingang entstehen soll.« Erschwerend kommt hinzu, dass mehr als ein halbes Dutzend Ministerien betroffen sind, deren Interessen unter einen Hut gebracht werden müssen: Staatskanzlei, Wissenschaft und Bildung, Landeszentrale für politische Bildung, Bau- und Heimatministerium, Verkehr, Finanzen (Eigentümer Bundesliegenschaftsbetrieb), Wirtschafts- und Innenministerium (Polizei).

Zu klären sei auch die Frage der Trägerschaft – von Verein über eine Stiftung oder kommunale Trägerschaft sei alles denkbar. »Damit wird sich die Landesregierung beschäftigen«, sagt Kuper. Er wünscht sich, dass die Wirtschaft ins Boot geholt wird. Denn die meisten Kriegsgefangenen wurden von Stukenbrock aus ins Ruhrgebiet in den Bergbau und die Industrie geschickt, wo sie als Zwangsarbeiter eingesetzt wurden. Parallel zum baulichen müsse das museumspädagogische Konzept vorangetrieben werden. Sein Wunsch sei, sagt Kuper, dass der Förderverein das gemeinsam mit dem Museumsamt des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe entwickelt.

Symposium Sozialwerk

Ein Symposium beschäftigt sich am Freitag und Samstag, 5. und 6. Oktober, mit dem Sozialwerk Stukenbrock, dem Flüchtlingslager auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Stalag 326. Beginn ist am Freitag mit einer baugeschichtlichen Führung. Forschungsansätze zeigt Wolfgang Günther auf, Leiter des Landesarchivs der Evangelischen Kirche von Westfalen, das gemeinsam mit dem Förderverein Stalag Veranstalter ist. Schirmherr ist André Kuper. Gefördert wird das Symposium von der Landeszentrale für politische Bildung. Es geht um Flucht und Vertreibung, auch anhand von Beispielen des Grenzdurchgangslagers Friedland und des Notaufnahmelagers Sandbostel.

Ein Kommentar von Monika Schönfeld

Seit jeher ist der Knackpunkt, dass sich die Polizei und die Gedenkstätte das Gelände teilen. Das ist ein enormer Vorteil zum Schutz der Gedenkstätte. Es ist aber auch ein enormer Nachteil, weil im Zweifelsfall die Interessen der Polizei vorgehen. Eigentlich will man beides, den Schutz und den öffentlichen Zugang.

Das und die Verbindung zum zweieinhalb Kilometer entfernten Sowjetischen Ehrenfriedhof sind Herausforderungen, denen sich die Studenten stellen müssen.

Indes geht die inhaltliche Arbeit weiter – konzeptionell mit Förderverein und Landschaftsverband, aber auch in Form von Symposien, in denen zusammengestellt wird, was an Quellen vorhanden ist. Die Nutzung als Sozialwerk ist jetzt dran, hier waren Caritas, Johanneswerk, AWO, DRK und Blindenwerk tätig, hier gab es Schulen, Krankenhaus und Altenheim.

Die Uni Bielefeld übernimmt mit dem Förderverein die Zeit als Internierungslager (1946/47). Auch kein einfaches Thema.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6060396?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2516080%2F