Festakt: 40 Jahre Volkshochschule Verl, Harsewinkel, Schloß Holte-Stukenbrock
Die Alternative zur Dummheit

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Bildung ist nicht nur für den Einzelnen wichtig, um beruflich etwas zu erreichen. Sie ist wichtig für die Kommunen, um die Gesellschaft demokratisch und zukunftsfest zu halten. Altbundespräsident Joachim Gauck sagt: Die Volkshochschulen als Schulen der Kommunen sind Werkstätten der Demokratie.

Samstag, 22.09.2018, 03:00 Uhr
Stoßen auf 40 Jahre Volkshochschul-Zweckverband Verl, Harsewinkel und Schloß Holte-Stukenbrock an: (von links) Gastrednerin Professorin Dr. Caja Thimm, Verls Bürgermeister Michael Esken, der Leiter der Volkshochschule Josef Lieneke, Vorsitzende der Zweckverbandsversammlung Gabriele Nitsch, Harsewinkels Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide, Verbandsvorsteher und Schloß Holte-Stukenbrocks Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, und der erste VHS-Leiter Siegfried Kosubek. Foto: Monika Schönfeld
Stoßen auf 40 Jahre Volkshochschul-Zweckverband Verl, Harsewinkel und Schloß Holte-Stukenbrock an: (von links) Gastrednerin Professorin Dr. Caja Thimm, Verls Bürgermeister Michael Esken, der Leiter der Volkshochschule Josef Lieneke, Vorsitzende der Zweckverbandsversammlung Gabriele Nitsch, Harsewinkels Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide, Verbandsvorsteher und Schloß Holte-Stukenbrocks Bürgermeister Hubert Erichlandwehr, und der erste VHS-Leiter Siegfried Kosubek. Foto: Monika Schönfeld

Der Zweckverband der Volkshochschule Verl, Harsewinkel und Schloß Holte-Stukenbrock ist 40 Jahre alt. Die politischen Vertreter und Verwaltungsmitarbeiter der drei Städte, Dozenten, Angestellte und Ehemalige der VHS und Gäste haben den runden Geburtstag in der Aula am Gymnasium mit einem kleinen Festakt gefeiert. Verbandsvorsteher Hubert Erichlandwehr spickte die Feier mit Geschichte und Geschichten. Eine davon ist unvergessen. ARD-Korrespondent Sven Kunze wollte sein Buch in Verl vorstellen. Alle warteten, Sven Kunze war in Werl gelandet. Der Termin wurde nachgeholt, Kunze spendierte jedem Teilnehmer ein Glas Rotwein.

40 Jahre Volkshochschule Verl, Harsewinkel, Schloß Holte-Stukenbrock

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»Das ist ein schwungvolles Team. Es kommt mir gar nicht so lang vor«, sagt Erichlandwehr, der so lange Verbandsvorsteher wie er Bürgermeister ist (18 Jahre). Er lobte die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit VHS-Leiter Josef Lieneke und seinem Team.

Mit dem Weiterbildungsgesetz NRW vom Juni 1974 ist die Weiterbildung nach dem ersten Bildungsweg zur Pflichtaufgabe für Kommunen geworden. Es ging dem Gesetzgeber darum, dass die Bürger die Möglichkeit erhalten, zu moderaten Preisen neue Kenntnisse zu erlangen und damit ihre Persönlichkeit zu entfalten.

Eine Volkshochschule für 40.000 Einwohner: 1978 kam an diese Zahl keine der drei heutigen Städte, deshalb gründeten sie den Zweckverband. »Die Geschäftsstelle ist zwar in Schloß Holte-Stukenbrock. Das ist aber nicht das Zentrum, alle drei Städte sind gleichberechtigt.«

VHS-Leiter Josef Lieneke sagt, Bildung ist damals wie heute eine elementare Aufgabe in der zukunftsorientierten und demokratischen Gesellschaft. Deshalb werden die Kosten für die Kurse nur zu einem Drittel aus den Teilnehmergebühren finanziert, jeweils ein Drittel übernehmen das Land NRW und die Kommunen. »Die Volkshochschule gehört den Bürgern.«

Als »oberste Bürgerin« bezeichnete er Gabriele Nitsch, Vorsitzende der Verbandsversammlung. Sie zitierte Cicero: »Der Einzelne hat die Verpflichtung, sich Bildung anzueignen, um der Gesellschaft dienen zu können.« Was passiert, wenn das nicht passiert, lässt sie Derek Bok, Ex-Präsident der Universität Harvard sagen. »Wenn du denkst, Bildung ist zu teuer, versuch’s mit Dummheit.« Nitsch sagt: »Keiner sollte vom lebenslangen Lernen ausgeschlossen werden. Mit Bildung gehen wir gegen rechtspopulistische Strömungen an und können die Gesellschaft zukunftsfest gestalten.«

»Wer hätte ohne ­WhatsApp noch Kontakt zu seinen Kindern?«

Professorin Dr. Caja Thimm, Gastrednerin

Den Volkshochschulen kommt als politischer Einrichtung für Bildung und Demokratie eine wichtige Aufgabe zu – die Erziehung zur digitalen Lebenskompetenz. Das sagt die Gastrednerin der Festveranstaltung, Dr. Caja Thimm. Sie ist Professorin für Medienwissenschaft und Intermedialität an der Universität Bonn und forscht seit Jahren zu Onlinemedien, zu Sozialen Netzwerken, die sie lieber digitale Netzwerke nennt, und zur digitalen Demokratie. »Die Mediatisierung ist ein Metaprozess gesellschaftlicher Entwicklung. Und Metaprozesse lassen sich nicht stoppen.« Es gibt die ersten iPad-Kindergärten, Migrantenkinder lernen die Sprache mit Robotern mit extrem guten Ergebnissen. »Und es macht ja Spaß. Wer hätte ohne WhatsApp noch Kontakt zu seinen Kindern?«

Bildung werde gebraucht, um die Herausforderungen zu meistern, die mit der digitalen Welt einhergehen. Thimm zeigte an Beispielen, wie Jugendliche über Facebook öffentlich trauern, wie wichtig »Influencer« als neue Meinungsmacher sind. In der digitalen Welt wird die Lüge zur politischen Strategie (Fake News), Anhänger bestimmter Gruppen bleiben unter sich. Hass, Hetze und Cybermobbing setzen Werte unter Druck, Daten werden zur neuen Währung.

Weiterbildung in Zahlen

In den vier Jahrzehnten hat die Volkshochschule Verl, Harsewinkel, Schloß Holte-Stukenbrock 21.841 Kurse und Veranstaltungen mit 475.712 Unterrichtsstunden mit 290.988 Teilnehmern in den drei Kommunen des Zweckverbands durchgeführt. Die 14 Mitarbeiter in der Geschäftsstelle Schloß Holte haben zusammen mit 270 Dozenten im vergangenen Jahr 26.000 Unterrichtsstunden in 830 Veranstaltungen mit 12.000 Teilnehmerbuchungen durchgeführt. Die Liste der Kooperationen ist lang, beispielhaft sei für die Sprachkurse für Migranten das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge genannt.

 

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