Mufflonwidder gerissen: Hegeringsleiter Wilfried Schmelter hat die Fährte erkannt
»Mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Wolf«

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der Leiter des Hegerings, Wilfried Schmelter, geht davon aus, dass ein Wolf in der Nacht zu Montag einen Mufflonwidder im Jagdrevier Welschof gerissen hat. »Ich bin am Montag von einem Jäger informiert worden, der die Wolfsfährte gefunden hat. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um einen Wolf.«

Donnerstag, 27.09.2018, 15:41 Uhr aktualisiert: 27.09.2018, 17:58 Uhr
Die Aufnahme der Wildkamera lässt einen Wolf vermuten. Die Fährte spricht nach Ansicht von hegeringsleiter Wilfried Schmelter eine eindeutige Sprache. Letzte Gewissheit soll ein Gentest an den Bissstellen des Mufflons bringen. Foto:
Die Aufnahme der Wildkamera lässt einen Wolf vermuten. Die Fährte spricht nach Ansicht von hegeringsleiter Wilfried Schmelter eine eindeutige Sprache. Letzte Gewissheit soll ein Gentest an den Bissstellen des Mufflons bringen.

Am Sonntag hatte es stark geregnet, so dass sich die Fährte auf dem Acker gut abgezeichnet habe. »Ein Wolf läuft gerade. Schrittlänge, Größe und Abstand der Fährte passen. Der Fußballen unterscheidet sich von dem eines Hundes.« Ob es tatsächlich ein Wolf gewesen ist, werde man erst nach der Genanalyse feststellen können. »Wir haben genfähiges Material dort, wo er reingebissen hat. Die meisten Wölfe in Deutschland sind gentechnisch erfasst. Nach der Analyse im Senckenberg-Institut in Leipzig werden wir wissen, wo er herkommt.«I

Wildschaf-Herde in der Senne

In der Umgebung zwischen dem Golfplatz Gut Welschof, Zoo Safaripark und Furlbachtal lebt eine Herde Muffelwild, eine spezielle Sorte Schafe. »Das ist eine aussterbende Art. Das Problem ist, dass es keine Fluchttiere sind. Sie stellen sich ihrem Angreifer. Beim Wolf ziehen sie aber den Kürzeren«, sagt Schmelter. Er habe ein Jagdrevier in Brandenburg. »Dort ist der Wolf heimisch, das Muffelwild hat er dort ausgerottet.«

Wilfred Schmelter sieht es mit gewisser Sorge, dass der Wolf hier auftritt. »Dass er sich auf dem Truppenübungsplatz aufhält oder im Teutoburger Wald, mag noch angehen. Ich sehe den Wolf als normales Großraubtier, das artgerecht leben muss. Bei uns ist der Wald aber voller Menschen – Jogger, Spaziergänger. Hunde sollten übrigens an die Leine genommen werden. Der Wolf sieht den Hund als Beute.« Natürlich suche sich ein Wolf leichte Beute. Auf die Weidetiere sollten die Landwirte zurzeit einen Blick haben.

Hunde aus Sicht des Wolfes Beute

Schmelters Meinung nach haben die meisten Bürger ein sehr emotionales Verhältnis zum Wolf, halten ihn für ein schönes Tier. Er steht unter Schutz und darf nicht bejagt werden. »Wir haben in den vergangenen 200 Jahren keine Wölfe gehabt. Er hat keine Erfahrung mit Menschen und kommt Siedlungen und Häusern deshalb sehr nahe. In der direkten Begegnung geht er Menschen eher aus dem Weg.« Wenn er Menschen anfalle, sei er krank. Das Märchen »Rotkäppchen und der böse Wolf« habe aber durchaus einen realistischen Hintergrund. »Bei aller Naturromantik: Wir haben inzwischen 1000 Wölfe in Deutschland. Wenn die Population zu hoch wird, müssen wir reagieren. Ich muss ganz ehrlich sagen: Ich möchte keinen Wolf jagen.«

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