Do., 08.11.2018

Pilotprojekt »Europa in Westfalen«: Schüler des Gymnasiums Verl beantworten Fragen Orte der Erinnerung müssen bleiben

Zum Abschluss des Projekttages sind die Bürgermeister Hubert Erichlandwehr und Josef Dresselhaus zu Gast.

Zum Abschluss des Projekttages sind die Bürgermeister Hubert Erichlandwehr und Josef Dresselhaus zu Gast. Foto: Renate Ibeler

Von Renate Ibeler

Schloß Holte-Stukenbrock/Verl (WB). Sind Erinnerungsorte wie der Ehrenfriedhof in Schloß Holte-Stukenbrock für Jugendliche von Bedeutung? Und haben sie etwas mit dem Frieden in Europa zu tun? Mit diesen Fragen haben sich 23 Schüler des Gymnasiums Verl im Rahmen eines Projekttages beschäftigt und Antworten ausgearbeitet.

»Wir wollen das lokale Kulturerbe im europäischen Kontext sicht- und verstehbar machen«, stellte Dr. Oliver Karnau vom Landschaftsverband heraus. Mit solchen Projekttagen gehen Kinder und Jugendliche auf eine Kulturerbe-Reise in die eigene Region.

Dabei stehen Fragen zum Hier und Gestern, zum kulturellen Austausch innerhalb Europas ebenso im Mittelpunkt wie die Spurensuche in den Baudenkmälern vor Ort. »Baudenkmäler sind Orte des Lernens«, betont Oliver Nickel von der Dokumentationsstätte Stalag 326.

Diese Orte würden etwas mit den Menschen machen, sie sensibilisieren. Den Beweis lieferten die Schülerinnen und Schüler in einer Abschluss-Präsentation auf dem Ehrenfriedhof. Zur Tagesordnung gehörten am Vormittag die Besichtigung des Ehrenfriedhofs und eine Führung durch die Dokumentationsstätte sowie die Besichtigung des ehemaligen Arrestgebäudes.

Wunschzettel für den Wunschbaum

Das Mittagessen in der Pause fand in der Polizeikantine statt. Anschließend begaben sich die Schüler in die Räume der Gedenkstätte, um die Antworten zu den gestellten Fragen auszuarbeiten und Wunschzettel für den Wunschbaum auf dem Friedhof zu schreiben. Auf einem der Wunschzettel war zu lesen: »Für den Frieden in den Krieg gezogen, gefangen genommen und in Gefangenschaft gestorben. Mögen sie nicht unnütz gefallen sein und mögen die zukünftigen Generationen den Frieden und die Gerechtigkeit hüten.«

Zahlreiche Ehrengäste waren zum Abschluss des Projekttages gekommen. Darunter auch Bürgermeister Hubert Erichlandwehr aus Schloß Holte-Stukenbrock, stellvertretender Bürgermeister Josef Dresselhaus aus Verl oder Jürgen Trapp von der Polizeischule. Die Präsentation der Schüler machte deutlich, dass zum Frieden in Europa Gedenkorte wichtig sind und erhalten werden müssen. Nur ein Schüler der 23 Teilnehmer entschied sich für »abschließen«.

Das Pilotprojekt Schüler des Kurses Sozialwissenschaften EF (Klasse 10) mit den Lehrerinnen Nadine Zenses und Stephanie Schneider ist ein Beitrag zum LWL-Projekt »Europa in Westfalen« und wurde unterstützt vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe, dem Volksbund Deutsche Kriegsgräber-Fürsorge und der Dokumentationsstätte Stalag 326.

Schulen, die auch einen Projekttag durchführen möchten, können sich per E-Mail unter hanna.hittmeyer@volksbund.de melden.

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